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Primarstufe

Klassenstufe 1/2

Mensch und Welt

Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an

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Primarstufe

Klassenstufe 1/2 – Mensch und Welt

Gemeinschaft in Vielfalt

Gott nimmt jeden Menschen an

Diese Unterrichtseinheit führt Schüler:innen an das Thema Gemeinschaft in Vielfalt heran. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen – etwa Freundschaften, Streit oder dem Gefühl, ausgeschlossen zu sein – entdecken die Kinder, dass Gemeinschaft aktiv gestaltet werden muss. Die Geschichte der Berufung Levis zeigt ihnen, wie Jesus Menschen annimmt, die sich einsam, wertlos oder missverstanden fühlen. Im Mittelpunkt steht die Erfahrung, dass Zuwendung und Annahme ein Leben verändern können: Levi richtet sich innerlich und äußerlich auf, findet neue Hoffnung und wird Teil einer tragenden Gemeinschaft.

Didaktische Perspektiven

Die didaktische Perspektive dieser Unterrichtseinheit zeigt auf, wie eng die Lebenswelt der Kinder mit der biblischen Geschichte von Levi verknüpft ist und wie bewusst diese Verbindung im Unterricht genutzt wird. Viele Kinder kennen Situationen, in denen sie sich ausgeschlossen, übersehen oder missverstanden fühlen – sei es in der Pause, im Klassenraum oder in Begegnungen außerhalb der Schule. Die Erzählung von Levi greift genau diese Erfahrungen auf: Levi ist einsam, traurig und ohne wirkliche Gemeinschaft. Er erlebt Ablehnung, Vorurteile und Unverständnis. Seine innere Zerrissenheit, seine Unsicherheit und die Last seiner Verantwortung sind für die Kinder nachvollziehbar und machen ihn zu einer Figur, der sie sich emotional annähern können.

Gleichzeitig zeigt Jesus in seiner Begegnung mit Levi eine Haltung, die für das soziale Lernen im Unterricht von besonderer Bedeutung ist. Er sieht Levi nicht als jemanden, der durch Fehler, Zuschreibungen oder gesellschaftliche Bewertungen definiert wird, sondern als Menschen mit Würde, Bedürfnissen und Sehnsüchten. Dieser Blick Jesu – offen, fragend und einladend – bildet den Kern der pädagogischen Arbeit in dieser Einheit. Die Kinder erfahren, dass Annahme, Zuhören und Hinsehen grundlegende Schritte sind, um Gemeinschaft zu ermöglichen und zu stärken.

Die didaktische Perspektive dieser Einheit betont daher, dass biblische Geschichten nicht fern oder abstrakt sind, sondern Orientierung für das eigene Zusammenleben bieten. An Levi wird sichtbar, wie tief es Menschen berühren kann, wenn sie gesehen und ernst genommen werden. Dies überträgt sich auf die Kinder: Sie erkennen, wie wichtig es ist, selbst achtsam zu handeln, andere einzubeziehen, mutig einzuladen und Unterschiede wertzuschätzen. Auf diese Weise bildet die Begegnung zwischen Jesus und Levi eine Lernerfahrung, die weit über die einzelne Unterrichtsstunde hinausreicht und das soziale Klima der Klasse nachhaltig prägen kann.

Pädagogisch-didaktische Leitgedanken:

Im Zentrum der Einheit steht die Überzeugung, dass jedes Kind – unabhängig von seinem Verhalten, seiner Herkunft oder seinen Fähigkeiten – ein Recht auf Annahme, Wertschätzung und Zugehörigkeit hat. Die Begegnung zwischen Jesus und Levi dient als Leitbild: Annahme verändert Menschen. Kinder sollen erfahren, dass Gemeinschaft nicht nur ein abstrakter Begriff ist, sondern durch konkrete Gesten des Hinsehens, Zuhörens und Einladens entsteht. Der pädagogische Fokus liegt darauf, ein Klassenklima zu fördern, das durch Offenheit, Respekt und die Bereitschaft geprägt ist, Unterschiede auszuhalten und als Bereicherung zu sehen.

Lebensweltbezug der Kinder:

Kinder erleben in ihrem Alltag vielfältige Formen von Zugehörigkeit und Ausschluss: Rollenspiele in der Pause, Gruppenbildungen, Veränderungen durch Zuzug oder Sprachunterschiede. Viele kennen Situationen, in denen sie sich – wie Levi – unsicher, traurig oder verunsichert fühlen. Die Einheit knüpft an diese Erfahrungen an und gibt Kindern Worte, Bilder und Symbole, um ihre Gefühle auszudrücken und einander besser zu verstehen. Durch den Vergleich zwischen Levis Lebenssituation und eigenen Erlebnissen erkennen die Kinder, dass alle Menschen verletzlich sind und Zuwendung benötigen – ein wichtiger Baustein zur Entwicklung sozialer Sensibilität.

Theologischer Kern:

Der theologische Schwerpunkt der Einheit liegt in der Botschaft, dass Gott jeden Menschen annimmt und ihm eine neue Perspektive schenkt. Jesus zeigt durch sein Handeln, dass Gemeinschaft gerade dort entsteht, wo Grenzen überwunden und Vorurteile hinterfragt werden. Die Tischgemeinschaft, zu der Levi später einlädt, wird zum Symbol des Reiches Gottes: ein Ort, an dem unterschiedlichste Menschen zusammenkommen und angenommen sind. Die Geschichte vermittelt den Kindern, dass Gott niemanden aufgrund von Fehlern oder gesellschaftlichen Zuschreibungen ausschließt. Vielmehr eröffnet Gott Wege zu einem neuen Leben – eine Hoffnung, die die Kinder auch in ihrer eigenen Klassengemeinschaft konkret erfahren können.

Methodische Hinweise

Die methodische Ausrichtung dieser Unterrichtseinheit verfolgt das Ziel, Kopf, Herz und Hand gleichermaßen anzusprechen. Kinder sollen die Inhalte nicht nur hören und verstehen, sondern sie aktiv erleben, gestalten und mit ihrer eigenen Lebenswelt verbinden. Deshalb setzt die Einheit auf eine enge Verzahnung aus erzählendem Zugang, symbolischem Arbeiten, Bewegung, Gespräch und kreativen Ausdrucksformen. Diese Methodenvielfalt ermöglicht es jedem Kind – unabhängig von sprachlichen, kognitiven oder motorischen Voraussetzungen – einen eigenen Zugang zur Geschichte von Levi zu finden. Durch wiederkehrende Rituale, klare Strukturen und anschauliche Materialien entsteht ein lernförderliches Umfeld, das Sicherheit gibt und zugleich dazu anregt, Gemeinschaft praktisch zu erproben und zu reflektieren.

Differenzierungsmöglichkeiten:

Die methodische Gestaltung dieser Unterrichtseinheit berücksichtigt unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Bedürfnisse und Zugänge der Kinder. Durch Texte in zwei Niveaustufen erhalten alle Kinder – unabhängig vom sprachlichen Niveau – die Möglichkeit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Verschiedene Lernwege wie kreatives Arbeiten, sprachliche Aufgaben und körperorientiertes Lernen eröffnen jedem Kind einen persönlichen Zugang zur Figur Levi und seiner Gefühlswelt.

Symbolarbeit:

Die Symbolarbeit hat eine zentrale Bedeutung in der Einheit. Der Tisch wird als sichtbares Zeichen für Gemeinschaft eingeführt und hilft den Kindern, abstrakte Inhalte konkret nachzuvollziehen. Die Einladungskarten verdeutlichen, wie wertvoll es ist, eingeladen und angenommen zu sein. Auch das Bodenbild – besonders das Aufrichten Levis – macht innere Veränderungsprozesse sichtbar und unterstützt das Verständnis der Lernenden.

Gespräch & Reflexion:

Gespräch und Reflexion bilden das kommunikative Fundament dieser Einheit. In offenen Gesprächskreisen, Partner- und Gruppenarbeiten üben die Kinder das Zuhören, das Formulieren eigener Gedanken sowie das Einnehmen anderer Perspektiven. Diese Gesprächsphasen fördern Empathiefähigkeit, gegenseitige Wertschätzung und soziales Lernen, das weit über den Religionsunterricht hinauswirkt.

Kreative und handlungsorientierte Gestaltung:

Die kreative Gestaltung unterstützt die Kinder darin, eigene Erfahrungen und Gedanken sichtbar zu machen. Das Basteln der Einladungskarten, das Legen des Fest-Bodenbildes und Bewegungsübungen wie das körperliche Aufrichten Levis schaffen emotionale Zugänge zur Thematik. Durch diese handlungsorientierten Methoden wird das Gelernte nachhaltig verankert und die Kinder setzen sich aktiv mit dem Thema Gemeinschaft auseinander.

Rituale & Struktur:

Rituale geben der Einheit Halt und Sicherheit. Das gemeinsame Singen des Liedes „Komm mit mir, spricht Jesus“ schafft eine vertraute, gemeinschaftsstärkende Atmosphäre. Begrüßungsrituale wie „Du bist willkommen“ verdeutlichen täglich die Grundhaltung der Einheit: Jede und jeder ist wertvoll und gehört dazu.

Interkonfessionelle und interreligiöse Sensibilität:

Die Einheit ist offen für Kinder unterschiedlicher religiöser oder weltanschaulicher Hintergründe. Die Haltung Jesu gegenüber Levi – geprägt von Respekt, Offenheit und Annahme – bietet einen gemeinsamen Bezugspunkt für alle Kinder. Vielfalt wird hier bewusst als Stärke begriffen und als Bereicherung für die Klassengemeinschaft hervorgehoben.

Verlaufsübersicht

In dieser ersten Stunde nähern sich die Kinder behutsam und aktiv dem Thema Vielfalt an. Zu Beginn bewegen sie sich frei im Raum und ordnen sich anhand verschiedener Merkmale – wie Hobbys, Geschwisterzahl, Sprachen oder Lieblingsdinge – neu an. Diese Bewegungsaufstellung macht sichtbar, wie unterschiedlich die Kinder sind, und schafft eine positive Atmosphäre, in der Vielfalt als etwas Natürliches und Bereicherndes erlebt wird.

Im anschließenden Unterrichtsgespräch tauschen die Kinder Erfahrungen aus, in denen sie sich zugehörig oder auch ausgeschlossen gefühlt haben. Sie erzählen von alltäglichen Situationen auf dem Schulhof, in der Pause oder in Gruppensituationen. Gemeinsam wird erarbeitet, was eine gute Gemeinschaft ausmacht: Rücksicht, Zuhören, Einladen, Mut machen, Unterschiede akzeptieren und miteinander statt gegeneinander handeln.

Zum Abschluss halten die Kinder ihre Ideen auf einem großen Plakat fest. Unter der Überschrift „So wünschen wir uns unsere Gemeinschaft“ sammeln sie Gedanken, Beispiele und Regeln, die ihnen wichtig sind. Dieses Plakat dient als gemeinsamer Bezugspunkt für die ganze Einheit und unterstützt das bewusste Arbeiten an einer wertschätzenden, vielfältigen Klassengemeinschaft.

In dieser Stunde rücken die Kinder näher an die Gefühlswelt Levis heran und entdecken dabei zentrale Parallelen zu eigenen Erfahrungen. Zu Beginn betrachten sie das Bild einer leeren Zollstation. Dieses Bild dient als Türöffner, um zu klären, was die Kinder bereits über Zöllner wissen und wie deren Rolle zur Zeit Jesu verstanden wurde. Die Kinder äußern spontan Vermutungen und bringen ihr Vorwissen ein, wodurch ein erster Zugang zur sozialen Ausgrenzung Levis geschaffen wird.

Im Hauptteil hören die Kinder die Erzählung „Levi denkt über sein Leben nach“, die in zwei Niveaustufen angeboten wird. Dadurch wird gewährleistet, dass jedes Kind – unabhängig von seinem sprachlichen Entwicklungsstand – den Text verstehen und sich mit Levi identifizieren kann. Die Kinder tauchen ein in Levis Einsamkeit, seine Unsicherheit und seinen inneren Konflikt. Nach dem Vorlesen arbeiten die Kinder in Partnerarbeit: Sie suchen passende Levifiguren aus, die bestimmte Gefühle darstellen, und begründen ihre Auswahl. Hier wird der Perspektivwechsel eingeübt – eine wichtige Fähigkeit für das soziale Lernen.

Zum Abschluss übertragen die Kinder die Gefühle Levis auf ihr eigenes Leben und erzählen Situationen, in denen sie sich genauso unsicher, traurig oder ausgeschlossen gefühlt haben. Diese Phase stärkt die Klassengemeinschaft, weil sie zeigt, dass alle Kinder ähnliche Erlebnisse teilen und niemand mit solchen Gefühlen allein ist.

In dieser Stunde erleben die Kinder, wie stärkend und heilsam es sein kann, gesehen und angenommen zu werden. Zu Beginn wird eine Levifigur in die zuvor gestaltete Zollstation gesetzt. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Bodenbild hilft den Kindern, sich an Levis innere Haltung zu erinnern: Er sitzt gebeugt, bedrückt, mutlos an seinem Tisch. Dadurch knüpfen sie unmittelbar an die Gefühle aus der vorherigen Stunde an.

Im Anschluss hören die Kinder die Erzählung „Jesus sieht Levi“. Diese Erzählung bildet den Kern der Stunde, denn sie zeigt den entscheidenden Wendepunkt im Leben Levis. Die Kinder werden eingeladen, genau hinzuhören: Wie schaut Jesus Levi an? Was unterscheidet diesen Blick von dem der Menschen, die ihn bisher verachtet haben? Im Unterrichtsgespräch wird behutsam herausgearbeitet, dass Jesus Levi nicht wegen seiner Fehler ablehnt, sondern ihn mit einem liebevollen, fragenden und einladenden Blick ansieht. Die Kinder erkennen, dass dieser Blick nicht verurteilt, sondern Verstehen signalisiert – ein Blick, der sagt: „Ich sehe dich. Du bist wertvoll.“

In einer anschließenden Körperübung versetzen sich die Kinder in Levi hinein. Sie beginnen in einer gebückten, niedergeschlagenen Haltung und richten sich langsam auf, so wie Levi es in der Erzählung tut, nachdem Jesus ihn anspricht. Diese Übung macht erfahrbar, wie Annahme und Zuwendung einen Menschen innerlich und äußerlich verändern können. Sie zeigt den Kindern auf körperlicher Ebene, wie sich Hoffnung und neue Lebensfreude anfühlen.

Zum Abschluss wechseln die Kinder die Levifigur im Bodenbild aus: Die traurige, gebeugte Figur wird durch eine aufgerichtete, hoffnungsvolle ersetzt. Dieses symbolische Handeln verdeutlicht, dass Veränderung möglich ist, wenn einem Menschen Vertrauen geschenkt wird. Gemeinsam singen die Kinder anschließend das Lied „Komm mit mir, spricht Jesus“, das die Berufung Levis musikalisch aufgreift und die Einladung Jesu in die Gegenwart der Kinder überträgt.

Der Praxishinweis für die Lehrkraft: Diese Stunde lebt stark von ruhigen Momenten, vom genauen Hinsehen und vom Nachspüren. Es ist wichtig, Zeit für die Körperübung und das Gespräch einzuräumen und die Kinder ermutigend zu begleiten. Die Veränderung Levis sollte nicht moralisch bewertet, sondern als Ausdruck von Annahme verstanden werden.

In dieser Stunde erfahren die Kinder, dass Gemeinschaft sich nicht nur in Worten, sondern auch in sichtbaren Zeichen und gemeinsamen Handlungen ausdrückt. Der Einstieg erfolgt über ein offenes Gespräch darüber, warum Menschen zu verschiedenen Zeiten Feste feiern. Die Kinder berichten von Geburtstagen, religiösen Festen, Familienfeiern oder Schulfesten und erkennen schnell, dass Feste immer etwas mit Freude, Dankbarkeit und Zusammengehörigkeit zu tun haben.

Diese Erfahrung wird anschließend mit der biblischen Geschichte verbunden: Levi feiert, weil er ein neues Leben beginnt – ein Leben, in dem er sich angenommen, gesehen und eingeladen fühlt. Dies macht den Kindern deutlich, dass ein Fest nicht nur ein äußeres Ereignis ist, sondern Ausdruck eines inneren Wandels: Levi ist nicht länger allein, sondern Teil einer neuen Gemeinschaft.

In einem praktischen und kreativen Schritt gestalten die Kinder nun eigene Einladungskarten. Sie überlegen, wen Levi wohl einladen würde und warum. Auf der Vorderseite formulieren sie eine herzliche Einladung wie „Du bist willkommen!“. Auf der Rückseite schreiben sie Gedanken dazu, warum jeder Mensch wichtig ist – unabhängig von Fähigkeiten, Herkunft oder Verhalten. Diese Aufgabe stärkt das Bewusstsein dafür, dass jeder einen Platz hat und wertvoll ist.

Für die weitere Arbeit in der folgenden Stunde werden alle Karten eingesammelt und sorgsam aufbewahrt. Sie bilden später das Material für das Fest-Bodenbild und tragen zur Atmosphäre der nächsten Unterrichtssequenz bei. Die Stunde endet mit einem kurzen Austausch darüber, wie es sich anfühlt, andere einzuladen – und eingeladen zu werden. So wird Gemeinschaft nicht nur thematisiert, sondern aktiv erlebt.

In dieser Stunde erleben die Kinder, wie Gemeinschaft konkret sichtbar wird – und wie Jesus sie neu definiert. Zu Beginn legen die Kinder gemeinsam ein großes Bodenbild. Aus den Einladungskarten, die sie in der vorherigen Stunde gestaltet haben, entsteht der Grundriss von Levis Haus. Fenster und Türen bleiben bewusst frei, damit deutlich wird: Dieses Haus bleibt offen für alle. In der Mitte legen die Kinder ein farbiges Tuch als Tisch, der später zum Zentrum der Erzählung wird. Schon dieser Einstieg macht erlebbar, wie einladend und warmherzig Gemeinschaft wirken kann, wenn Menschen einander Raum geben.

Jetzt hören die Kinder die Erzählung „Ein Fest und ein Rätsel“. Während die Lehrkraft erzählt, bewegen die Kinder Figurenplättchen oder kleine farbige Marker passend zur Handlung: Zöllner und andere Gäste treten ein, Jesus und die Jünger nähern sich, die Pharisäer bleiben vor dem Haus stehen. Auf diese Weise wird aus der Erzählung ein lebendiges Mitmach-Bodenbild, das nicht nur das Zuhören fördert, sondern auch das räumliche Erleben der Geschichte – die Kinder spüren, wer drinnen ist, wer draußen bleibt und welche Spannung im Raum entsteht.

Im Mittelpunkt der Stunde steht das Rätselwort Jesu: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ Die Kinder überlegen gemeinsam, wen Jesus damit meint. Sie ordnen kleine Kärtchen mit den Begriffen „Arzt“, „Kranke“ und „Gesunde“ entsprechenden Figuren zu. In der anschließenden Diskussion erkennen sie, dass Jesus nicht über körperliche Krankheit spricht, sondern darüber, dass Menschen, die sich ausgeschlossen fühlen oder Fehler gemacht haben, seine Zuwendung besonders brauchen. So begreifen die Kinder, dass Jesus Gemeinschaft anders definiert als viele Menschen seiner Zeit – und auch anders, als wir es manchmal in unserem Alltag tun.

Am Ende der Stunde übertragen die Kinder diese Erkenntnis auf ihre eigene Lebenswelt. In einer Reflexionsrunde tauschen sie sich darüber aus, wer in ihrer Klasse oder ihrem Umfeld manchmal am Rand steht – und warum gerade diese Menschen eine Einladung brauchen. Die Kinder formulieren konkrete Ideen: jemanden in der Pause ansprechen, eine Einladung aussprechen, andere bewusst in ein Spiel hineinnahmen. Damit wird der Gedanke der biblischen Erzählung in das reale Zusammenleben der Klasse hinein verlängert. Die Stunde setzt ein starkes Zeichen dafür, dass Gemeinschaft nicht dadurch entsteht, dass alle gleich sind, sondern indem jemand den Mut hat, einzuladen und Grenzen zu öffnen.

In dieser abschließenden Stunde wird das Thema der gesamten Einheit lebendig erfahrbar, indem die Kinder Gemeinschaft nicht nur betrachten, sondern ganz bewusst gestalten. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass die Kinder erleben, wie wertvoll es ist, gemeinsam Zeit zu verbringen, miteinander zu teilen und sich gegenseitig wertzuschätzen. Dazu bereiten die Kinder – sofern organisatorisch möglich – ein kleines gemeinsames Buffet vor, beispielsweise einen Obsttisch oder ein einfaches Fingerfood-Angebot. Jede und jeder bringt eine Kleinigkeit mit oder die Klasse bereitet gemeinsam etwas vor. Dieses gemeinsame Essen dient als Symbol für Tischgemeinschaft, so wie sie auch in der Levi-Erzählung im Mittelpunkt steht. Die Kinder erfahren unmittelbar: Wer an einem Tisch Platz findet, gehört dazu.

Im Anschluss folgt ein Segensritual, das die Bedeutung der gegenseitigen Annahme noch einmal tief verankert. Im Kreis stehen oder sitzen die Kinder beieinander, und die Lehrkraft spricht einen einfachen Segen, etwa: „Du bist willkommen – Gott segne dich.“ Die Kinder können einander dabei ansehen oder auf Wunsch auch ein Symbol – wie einen kleinen Stein, ein Tuch oder eine Kerze – weiterreichen. Dieses Ritual stärkt das Gefühl der Wertschätzung und vermittelt den Kindern, dass sie als Gemeinschaft füreinander Verantwortung tragen.

Zum Abschluss gestalten die Kinder gemeinsam ein großes Plakat mit der Überschrift „Gemeinschaft in Vielfalt – So leben wir zusammen“. Auf diesem Plakat sammeln sie Gedanken, Regeln, Symbole und konkrete Verhaltensweisen, die ihnen für das Zusammenleben wichtig geworden sind. Dieses Plakat kann anschließend im Klassenraum aufgehängt werden und dient als sichtbare Erinnerung daran, dass Gemeinschaft immer ein gemeinsamer Prozess ist, der gepflegt werden muss.

Für die Praxis gilt: Diese Stunde lebt von Ruhe, Wertschätzung und einem feierlichen Charakter. Ein sorgfältig gestalteter Raum – etwa mit einem Tuch in der Mitte, Kerzen, Levifiguren oder dem Tischsymbol – unterstützt die besondere Atmosphäre. Wichtig ist, dass die Kinder spüren, dass sie Teil eines Ganzen sind und dass ihre Beiträge und ihre Präsenz wertvoll sind.

Sicherung & Evaluation

Lernaufgaben

Die Lernaufgaben dieser Unterrichtseinheit zielen darauf ab, die Kinder sowohl emotional als auch kognitiv in ihrem Verständnis von Gemeinschaft zu stärken. Ein zentraler Bestandteil besteht darin, dass die Kinder lernen, eigene und fremde Gefühle bewusst wahrzunehmen und auszudrücken. Dies geschieht durch die Auseinandersetzung mit der Figur Levi, seinen inneren Konflikten und seiner Veränderung durch die Begegnung mit Jesus. Durch Gespräche, Rollenspiele und symbolische Darstellungen entwickeln die Kinder ein vertieftes Verständnis dafür, wie Gefühle unser Handeln beeinflussen und wie wichtig es ist, einander empathisch zu begegnen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kreativen und symbolischen Gestaltung. Durch das Basteln von Einladungskarten, das Legen von Bodenbildern oder das Mitgestalten gemeinsamer Rituale erfahren die Kinder, dass Gemeinschaft nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine Handlung ist. Sie gestalten aktiv mit, was Gemeinschaft bedeutet, und erleben sich selbst als wichtigen Teil des Ganzen.

Darüber hinaus setzen sich die Kinder mit der biblischen Geschichte auseinander und üben sich im Deuten religiöser Inhalte. Sie entdecken, welche Botschaft die Begegnung zwischen Jesus und Levi für ihr eigenes Leben bereithält und wie biblische Erzählungen Orientierung für das Miteinander bieten können.

Schließlich reflektieren die Kinder, wo sie sich selbst angenommen, gesehen oder eingeladen fühlen – und wo ihnen diese Erfahrung vielleicht noch fehlt. Diese persönliche Reflexion unterstützt sie darin, eigene Bedürfnisse zu erkennen und gleichzeitig sensibler auf andere zu achten.

Sicherung

Die Sicherung der Unterrichtsergebnisse erfolgt bewusst in vielfältigen Formen, damit alle Kinder – unabhängig von ihren individuellen Stärken – einen Zugang dazu finden. Plakate, die gemeinsam im Unterricht entstehen, dienen als visuelle Gedächtnisstützen und machen die zentralen Erkenntnisse der Stunde dauerhaft sichtbar. Gesprächsrunden im Sitzkreis bieten den Kindern Raum, Erlebnisse zu teilen, offene Fragen zu stellen und persönliche Bezüge herzustellen. Zeichnungen oder kleine schriftliche Notizen ermöglichen es den Kindern außerdem, eigene Gedanken kreativ zu verarbeiten und für sich festzuhalten. Diese unterschiedlichen Formen der Sicherung tragen dazu bei, dass das Gelernte nicht nur verstanden, sondern tief verankert wird.

Evaluation

Die Evaluation der Unterrichtseinheit erfolgt kindgerecht und wertschätzend. Mit einer Smiley‑Skala können die Kinder ausdrücken, wie sie sich in den Stunden gefühlt haben und welche Elemente ihnen besonders gefallen oder geholfen haben. Dadurch erhalten Lehrkräfte unmittelbare Rückmeldungen zur Wirksamkeit der Methoden und Materialien. Ergänzend beobachtet die Lehrkraft während der Einheit die sozialen Interaktionen der Kinder: Wie gehen sie miteinander um? Wer übernimmt Verantwortung? Wo zeigen sich neue Formen von Rücksicht oder Einfühlungsvermögen? Diese Beobachtungen ermöglichen eine realistische Einschätzung darüber, inwiefern die Ziele der Einheit in der Klassengemeinschaft sichtbar werden.

Materialien & Medien

Arbeitsblätter und Gestaltungsvorlagen

Medien und Material

Symbole und Rituale:
  • Kerzen, Tücher, Segenskarten

  • Tischsymbol oder Mitte-Gestaltung mit Tuch

  • Kleine Steine oder Handsymbole für Rituale

Bilderbücher und Erzählmaterialien:
  • Bild einer leeren Zollstation

  • Bildkarten zur Darstellung von Gefühlen und Gemeinschaft

  • Optional passende Bilderbücher zum Thema Gemeinschaft

Gestaltungsmaterialien:
  • Tonpapier, buntes Papier, Scheren, Kleber

  • Stifte, Aufkleber, Dekoelemente

  • Material für Einladungskarten

  • Plakatpapier und Filzstifte

Musik und Bewegung:
  • Lied „Komm mit mir, spricht Jesus“

  • Bewegungsmaterialien für Körperübungen (z. B. Markierungskarten, Bodenpunkte)

Gesprächs- und Reflexionsmaterialien:
  • Gesprächsimpulskarten zu Gefühlen und Gemeinschaft

  • Reflexionskärtchen für Stuhlkreis oder Abschlussrunden

  • Smiley‑Skala für kindgerechte Evaluation

Präsentations- und Dokumentationsmaterialien:
  • Tafelbilder oder digitale Präsentation zur Einführung

  • Dokumentationskarten für Bodenbilder

  • Fotoapparat/Tablet zur Dokumentation von Ritualen oder Gruppenaktionen

Medienunterstützung und Raumgestaltung:
  • Visualisierungshilfen wie Bildkarten, Projektion, Tafelbilder

  • Materialien zur Raumgestaltung (Tücher, Körbe, Kerzen)

  • Gegenstände zur Gestaltung einer ruhigen Mitte

  • Optional: Materialien für gemeinsames Buffet oder Tischgemeinschaft

Passende Materialien aus der ru-digital Mediendatenbank

Lehrplanbezüge & Kompetenzen

Bezüge zum katholischen Religionsunterricht bzw. zu den entsprechenden Unterrichten in den jeweiligen Bundesländern.

Baden-Württemberg

Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ lässt sich sehr stimmig in den Bildungsplan Baden-Württemberg 2016 für das Fach Katholische Religionslehre der Grundschule einordnen. Inhaltlich knüpft die Einheit eng an zentrale Themen des Bildungsplans an, insbesondere an die Kompetenzbereiche Mensch, Gott und Jesus Christus. Bereits der Einstieg über Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung entspricht dem Anliegen des Bildungsplans, dass Kinder eigene und fremde Gefühle wahrnehmen, benennen und deuten können. Die Arbeit mit Levifiguren, Bildimpulsen, Gesprächsformen und Rollenspielen fördert die Empathiefähigkeit, regt zum Perspektivwechsel an und stärkt das Verständnis für eigene und fremde Lebenssituationen – ein Kern des Kompetenzbereichs Mensch.

Im Bereich Jesus Christus greift die Einheit zentrale Inhalte auf, indem die Kinder die Berufung Levis als Beispiel für Jesu Zuwendung zu ausgegrenzten Menschen kennenlernen. Die Erzählung, das Bodenbild und die körperliche Aufricht-Übung ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, zu erkennen, welche Bedeutung Jesu Worte und Taten für Menschen seiner Zeit hatten und welche Impulse sie für das eigene Leben geben können. Dass Jesus Levi sieht, annimmt und einlädt, wird nicht nur kognitiv, sondern auch emotional und leiblich erfahrbar gemacht. Dies unterstützt die Kinder dabei, aus der Botschaft Jesu Perspektiven für ihr eigenes Verhalten in Gemeinschaft zu entwickeln.

Gleichzeitig wird der theologische Bereich Gott berührt, indem die Einheit vermittelt, dass Gott jeden Menschen annimmt und eine neue Perspektive schenkt. Die symbolische Gestaltung – etwa die Tischgemeinschaft oder das gemeinsame Fest – unterstützt eine religiös-symbolische Ausdrucksfähigkeit und stärkt das Verständnis dafür, wie Menschen ihren Glauben ausdrücken und wie Gottes Wirken im Leben erfahrbar wird.

Die Einheit ist zudem eng mit der Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt verbunden. Gleich zu Beginn erforschen die Kinder Vielfalt in der eigenen Lerngruppe und erleben diese als bereichernd. Die Einheit bietet zahlreiche Lerngelegenheiten, um ein respektvolles Miteinander zu gestalten, Unterschiede wahrzunehmen, Vorurteile zu reflektieren und Wege zu einem wertschätzenden Umgang miteinander zu entwickeln. Die offene Tischgemeinschaft Levis, das Fest-Bodenbild und die Einladungskarten konkretisieren diese Haltung und übertragen sie auf die Klassengemeinschaft.

Prozessbezogene Kompetenzen wie Kommunizieren, Urteilen, Deuten und Gestalten werden systematisch gefördert. Die Kinder tauschen sich über Erfahrungen aus, formulieren eigene Gedanken, entwickeln Kriterien gelingender Gemeinschaft, deuten biblische Geschichten und gestalten Symbole wie Einladungskarten, Bodenbilder und Rituale. Diese Methoden entsprechen dem Anspruch des Bildungsplans, religiöse Lernprozesse in Gespräch, Kreativität, Symbolarbeit und gemeinsamer Reflexion zu verankern.

Insgesamt erfüllt die Unterrichtseinheit für Baden-Württemberg sämtliche Anforderungen eines kompetenzorientierten Religionsunterrichts: Sie verknüpft die Lebenswelt der Kinder mit biblischen Inhalten, stärkt soziale und religiöse Kompetenzen und trägt maßgeblich zur Förderung von Akzeptanz, Respekt und Empathie bei. Die Passung zum Bildungsplan ist durchweg sehr hoch.

Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Bildungsplan 2016 – Katholische Religionslehre Grundschule.

 

Bayern

Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ passt ausgesprochen stimmig zum LehrplanPLUS Bayern für Katholische Religionslehre in den Jahrgangsstufen 1/2 sowie 3/4. Bereits der zentrale Gedanke der Einheit – dass jeder Mensch von Gott angenommen ist und Gemeinschaft gestaltet werden kann – greift wesentliche Anliegen des Lernbereichs „Die Zuwendung Jesu zu den Menschen – die Botschaft vom Reich Gottes“ auf. Dieser fordert, dass Kinder erleben, wie Jesus Menschen sieht, annimmt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Die Arbeit mit der Levi-Geschichte erfüllt genau diese Kompetenzanforderung, indem die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Jesus Menschen am Rand wahrnimmt und sie aktiv in Gemeinschaft einlädt. Durch Rituale, Bodenbilder, Körperhaltungen und das kreative Gestalten erleben die Kinder inhaltlich und emotional, welche Bedeutung Jesu Handeln damals wie heute hat.

Darüber hinaus ist die Einheit eng an den Lernbereich „Jeder Mensch – einmalig und gemeinschaftsbezogen“ angebunden, der betont, dass Kinder ihre Einzigartigkeit erkennen, zugleich aber erfahren sollen, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme, Wertschätzung und Zusammenhalt sind. Die Erfahrungen der Kinder zu Ausgrenzung, Freude, Streit, Freundschaft und Zugehörigkeit werden systematisch aufgegriffen. Die Aufstellungsübungen zur Vielfalt der Klasse, das Plakat „So wünschen wir uns unsere Gemeinschaft“ sowie die Reflexionsgespräche unterstützen die Kompetenzentwicklung im Sinne des LehrplanPLUS: Die Kinder lernen, Unterschiede wahrzunehmen, Gefühle auszudrücken, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu einem wertschätzenden Miteinander beizutragen.

Eng verbunden ist die Einheit auch mit dem Lernbereich „Die Heilige Schrift – biblische Glaubenserfahrungen“, da die Kinder die biblische Erzählung von Levi erschließen, Gefühle und Handlungen deuten und deren Bedeutung für ihr eigenes Leben reflektieren. Der LehrplanPLUS sieht vor, dass Kinder biblische Geschichten in ihrer Lebensrelevanz verstehen – genau das geschieht in dieser Einheit, indem die sozialen Erfahrungen der Kinder mit der biblischen Situation Levis verknüpft werden. Die Perspektivübernahme, die Analyse der Gefühle Levis, die Darstellung seiner Veränderung und die Einbettung in kreative Lernprozesse entsprechen genau den geforderten Kompetenzen.

Auch der Lernbereich „In der Gemeinde leben – zur katholischen Kirche gehören“ wird berührt, indem die Einheit die Kinder erfahren lässt, wie Gemeinschaft religiös gefüllt und gestaltet werden kann. Die Tischgemeinschaft bei Levi, das gemeinsame Fest, die Einladungskarten und das Segensritual machen elementare Formen christlicher Gemeinschaft sichtbar und erlebbar. Die Kinder erkennen, dass gemeinschaftliches Handeln, Feiern und gegenseitige Annahme zentrale Ausdrucksformen gelebten Glaubens sind.

Zudem ist die Einheit an den Lernbereich „Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen begegnen“ anschlussfähig. Auch wenn dieser nicht im Zentrum steht, vermittelt die Einheit eine grundlegende Haltung von Offenheit, Respekt und Anerkennung von Vielfalt. Die Kinder setzen sich mit verschiedenen Lebenssituationen auseinander, erkennen Unterschiede als Bereicherung und entwickeln eine wertschätzende Haltung – alles zentrale Kompetenzen des Lernbereichs, der betont, religiöse und kulturelle Vielfalt wahrzunehmen und im Miteinander respektvoll zu gestalten.

Insgesamt bietet die Einheit in Bayern eine hervorragende Umsetzung kompetenzorientierter Anforderungen. Sie verbindet biblische Inhalte, soziale Lernprozesse, emotionale Erfahrung und religiöse Deutung in einer Weise, wie es der LehrplanPLUS fordert. Die Kinder erleben aktiv, wie Gemeinschaft gelingen kann, wie Annahme Veränderung bewirken kann und wie biblische Erzählungen Orientierung für das eigene Leben bieten. Die Passung zur Zielsetzung des bayerischen Lehrplans ist daher durchgehend sehr hoch.

Quelle: Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB): LehrplanPLUS Katholische Religionslehre – Grundschule.

 

Berlin

Der Rahmenplan Katholische Religion für Berlin basiert – wie auch für Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern – auf einem gemeinsamen länderübergreifenden Kompetenzmodell. Daher lassen sich viele Grundintentionen des Unterrichtsfaches unmittelbar mit den Schwerpunkten dieser Unterrichtseinheit verbinden. Die Einheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ entspricht in besonderer Weise den im Berliner Rahmenplan hervorgehobenen Zielen: Anerkennung jeder Person, Förderung gelingender Gemeinschaft, Deutung biblischer Geschichten und die Entwicklung von Empathie sowie sozialer Verantwortung.

Bereits der Einstieg der Einheit, der die Vielfalt der Klassengemeinschaft sichtbar macht, knüpft eng an das im Rahmenplan genannte Thema „Umgang miteinander – Anerkennung jeder einzelnen Person“ an. Kinder sollen lernen, Unterschiede wahrzunehmen und sie als bereichernd zu erleben. Das offene Gespräch über Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausschluss, Streit und Freundschaft stärkt personale und soziale Kompetenzen und greift zentrale Anliegen des Rahmenplans auf, der solche Reflexionsprozesse als Grundlage religiöser Bildung beschreibt. Die Erstellung des Klassenplakats „So wünschen wir uns Gemeinschaft“ entspricht dem Ziel, Regeln und Haltungen zu entwickeln, die ein friedliches Miteinander im Schulalltag ermöglichen.

Die Auseinandersetzung mit der biblischen Erzählung von Levi entspricht direkt dem im Rahmenplan formulierten Anspruch, biblische Geschichten als Orientierung für das eigene Leben zu erschließen. Die Kinder deuten Gefühle, analysieren die Situation Levis, erkennen seine Einsamkeit und erfahren Jesu Blick als Zeichen bedingungsloser Annahme. Dies entspricht dem Rahmenplanthema „Jesus und die Sünder – Umkehr und Versöhnung“, in dem betont wird, dass Kinder erfahren sollen, wie Jesu Zuwendung Menschen verändert und Wege zu neuem Leben eröffnet. Die symbolische Darstellung dieser Veränderung – besonders die körperliche Aufricht-Übung, der Wechsel der Levifigur im Bodenbild und das gemeinsame Singen – verdeutlicht den vom Rahmenplan geforderten ganzheitlichen Zugang: religiöses Lernen soll Herz, Kopf und Körper ansprechen.

Darüber hinaus betont der Rahmenplan die Bedeutung religiöser Symbole und Rituale als Ausdrucksformen des Glaubens. Die Einheit erfüllt diese Anforderungen vielfältig: die Tischgemeinschaft als Symbol für Annahme und Zugehörigkeit, Einladungskarten als Zeichen von Wertschätzung, das Fest-Bodenbild, das Segensritual sowie die Mittegestaltung mit Tuch, Kerze oder Symbolgegenständen. Durch diese Elemente erleben Kinder religiöse Symbolsprache in Form und Bedeutung, wie es der Rahmenplan ausdrücklich vorsieht.

Auch die im Berliner Rahmenplan unter fachübergreifenden Themen genannten Bereiche – etwa Hoffnung, Umgang miteinander, Frieden, Regeln und Wertschätzung des Schwächeren – finden sich intensiv in der Einheit wieder. Die Kinder setzen sich sowohl mit ihren eigenen Gefühlen als auch mit den Gefühlen anderer auseinander, üben das Einnehmen fremder Perspektiven und entwickeln ein Bewusstsein für Verantwortung innerhalb ihrer Lerngruppe. Der Rahmenplan betont, dass der Religionsunterricht zu einem lebensfördernden Umgang miteinander beitragen soll; die Einheit verwirklicht dieses Ziel durch Gesprächskreise, Rollenspiele, Reflexionen und gemeinschaftsstiftende Rituale in besonderer Dichte.

Auch die ästhetische und kreative Dimension religiösen Lernens – im Rahmenplan besonders hervorgehoben – findet in der Einheit reichhaltigen Ausdruck. Bodenbilder, Rollenspiele, Bilderkarten, kreative Schreib- und Bastelaufgaben sowie der Einsatz von Musik ermöglichen den Kindern differenzierte Ausdrucksformen, die der Rahmenplan als wesentlich für die religiöse Bildung festschreibt. Die Verbindung aus ästhetischen, sprachlichen und symbolischen Lernwegen entspricht dem Anspruch des Berliner Rahmenplans, Lernen ganzheitlich und multiperspektivisch zu gestalten.

Schließlich trägt die Einheit dem Rahmenplananliegen Rechnung, religiöse und weltanschauliche Vielfalt sowie unterschiedliche familiäre Hintergründe wertschätzend einzubeziehen. Der inklusive Charakter der Einheit – Rituale der Zugehörigkeit, offene Gesprächskultur, Vielfalt als Ressource – steht in direkter Verbindung zu den Zielen des Rahmenplans, der den Religionsunterricht ausdrücklich als Ort versteht, an dem Kinder unabhängig von religiöser Bindung miteinander über existenzielle Fragen ins Gespräch kommen.

Insgesamt zeigt sich eine sehr hohe Passung der Unterrichtseinheit zum Berliner Rahmenplan Katholische Religion. Die Einheit greift alle zentralen Handlungsfelder des Rahmenplans auf: sie fördert personale und soziale Kompetenz, bietet tiefgehende Zugänge zur biblischen Botschaft, nutzt Symbole und Rituale, stärkt Empathie und Gemeinschaft und ermöglicht den Kindern, religiöse Erfahrungen mit ihrem Alltag zu verknüpfen. Damit entspricht sie in beispielhafter Weise den Anforderungen an einen modernen, kompetenzorientierten Religionsunterricht in Berlin.

Quelle: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin / Landesinstitut für Schule und Medien Brandenburg: Rahmenplan Katholische Religion Grundschule.

 

Brandenburg

(Grundlage gemäß deiner Vorgabe: Rahmenplan Mecklenburg-Vorpommern, der für Brandenburg gilt)

Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ lässt sich inhaltlich wie kompetenziell ausgesprochen stimmig dem Rahmenplan Katholische Religion der Länder Brandenburg/Berlin/Mecklenburg-Vorpommern zuordnen. Da dieser Rahmenplan durchgehend kompetenzorientiert aufgebaut ist und großen Wert auf die Verbindung von Lebenswelt, biblischer Tradition und sozialem Lernen legt, bietet die Einheit eine nahezu ideale Umsetzung der vorgesehenen Lernzugänge.

Zunächst greift die Einheit die im Rahmenplan deutlich hervorgehobenen Themen Umgang miteinander, Anerkennung jedes Menschen sowie Frieden und Gerechtigkeit auf. Der Rahmenplan betont, dass Kinder lernen sollen, andere wahrzunehmen, Unterschiede anzuerkennen und ein respektvolles Miteinander zu gestalten. Genau diese Aspekte sind leitend für die ersten beiden Stunden der Einheit, in denen Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung reflektiert und Kriterien gelingender Gemeinschaft entwickelt werden. Die Bewegungsaufstellungen zur Vielfalt, Gesprächsrunden über eigene Erlebnisse und das Plakat „So wünschen wir uns unsere Gemeinschaft“ entsprechen der geforderten Kompetenz, soziales Zusammenleben bewusst wahrzunehmen und mitzugestalten.

Inhaltlich besonders relevant ist die intensive Arbeit mit der biblischen Erzählung von der Berufung Levis. Der Rahmenplan hebt hervor, dass Kinder biblische Geschichten als Orientierung für ihr eigenes Leben erschließen sollen. Die Einheit erfüllt diese Anforderung auf exemplarische Weise: Die Kinder deuten die Gefühle Levis, erkennen seine Ausgrenzung, erleben Jesu Blick als heilsame Zuwendung und übertragen diese Erfahrung auf ihre eigene Lebenswelt. Der Rahmenplan betont genau diese Fähigkeit, biblische Botschaften auf das eigene Handeln und Denken zu beziehen. Elemente wie die Levifiguren, die Körperhaltungen, die Erzählungen in mehreren Niveaustufen und das symbolische Aufrichten Levis stärken die Kompetenz, religiöse Erfahrungen wahrzunehmen, zu deuten und in Beziehung zur eigenen Lebenssituation zu setzen.

Auch der Bereich Symbole und Rituale wird stark angesprochen. Der Rahmenplan führt Symbole wie Tischgemeinschaft, Licht, Mittegestaltung oder Festformen ausdrücklich als zentrale Lern- und Ausdrucksmöglichkeiten an. Die Einheit greift dies mit großer methodischer Vielfalt auf: das Fest-Bodenbild, die Einladungskarten, die Tischgemeinschaft in Stunde 6 sowie das Segensritual entsprechen unmittelbar den im Rahmenplan beschriebenen symbolischen Lernformen. Die Kinder erfahren religiöse Symbole nicht nur kognitiv, sondern handelnd, gestalterisch und gemeinschaftlich – ein zentrales Anliegen des Rahmenplans.

Darüber hinaus erfüllt die Einheit zentrale Anforderungen des Bereichs soziale und personale Kompetenzen, der im Rahmenplan als gleichrangig mit den fachlichen Zielen hervorgehoben wird. Die Kinder üben Perspektivwechsel, entwickeln Empathie, stärken ihr Selbstwertgefühl durch positive Gemeinschaftserfahrungen und übernehmen Verantwortung für ihr Miteinander. Der Rahmenplan legt Wert auf eine Unterrichtskultur, in der Gespräch, Austausch und Reflexion grundlegende Formen religiösen Lernens darstellen. Genau dies wird in der Einheit konsequent umgesetzt: Gesprächskreise, Partneraufgaben, Rollenspiele und gemeinsame Reflexionen bestimmen den Lernprozess.

Auch fachübergreifende Aspekte, wie sie der Rahmenplan unter Themenverbindungen beschreibt – etwa Umgang miteinander, Hoffnung, Regeln, Anerkennung des Schwächeren – sind fester Bestandteil der Einheit. Die biblische Erzählung fungiert dabei als Leitmotiv für soziale und emotionale Lernprozesse. Gleichzeitig betont der Rahmenplan die Bedeutung ästhetischer Zugänge, die in der Einheit durch Bodenbilder, Gestaltungsaufgaben, Musik („Komm mit mir, spricht Jesus“) und kreative Materialien angesprochen werden.

Schließlich unterstützt die Einheit die im Rahmenplan enthaltene Kompetenz, religiöse Vielfalt und unterschiedliche Prägungen wertschätzend wahrzunehmen. Auch wenn der Schwerpunkt auf der biblischen Geschichte liegt, wird Vielfalt der Kinder (Sprachen, Herkunft, Erlebnisse, Gefühle) als Bereicherung thematisiert und positiv besetzt. Die Grundhaltung Jesu gegenüber Levi – Annahme, Respekt, Öffnung – bildet ein Modell, das für religiös und kulturell unterschiedliche Lerngruppen wesentliche Orientierung bietet.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit die Anforderungen des Rahmenplans für Brandenburg in hohem Maße erfüllt. Sie verbindet biblische Inhalte, emotionales Lernen, symbolische Gestaltung, soziale Sensibilisierung und gemeinschaftsstiftende Erfahrungen zu einem Lernprozess, der genau den Vorstellungen des Rahmenplans entspricht: Kinder sollen religiöse Inhalte verstehen, deuten, erleben und in ihre Lebenswirklichkeit übertragen können. Die Schwerpunktsetzungen der Einheit greifen alle wesentlichen Kompetenzbereiche des Rahmenplans auf und setzen sie in altersgemäßer, erfahrungsorientierter und handlungsintensiver Weise um.

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern: Rahmenplan Katholische Religion Grundschule (gilt länderübergreifend auch für Brandenburg).

 

t.b.a.

Hamburg

Der Hamburger Bildungsplan „Religion für alle“ (RUfa) legt einen besonderen Schwerpunkt auf religiöses Lernen in heterogenen Lerngruppen, auf das gemeinsame Nachdenken über Lebens- und Sinnfragen sowie auf die Förderung sozialer Sensibilität und gemeinschaftlichen Handelns. Die vorliegende Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ entspricht diesen Grundintentionen in hohem Maße und lässt sich klar den im Plan beschriebenen Kompetenzbereichen zuordnen.

Zentral im RUfa ist die Leitidee, dass Kinder sich ihres eigenen Wertes bewusst werden und lernen, andere in ihrer Unterschiedlichkeit anzunehmen. Bereits der Einstieg der Einheit – das Sichtbarmachen von Vielfalt in der Lerngruppe, das Reflektieren eigener Erfahrungen mit Zugehörigkeit und Ausgrenzung und das gemeinsame Erstellen eines Klassenplakats – erfüllt diese Zielsetzung exemplarisch. Die Kinder lernen, Unterschiede wertzuschätzen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Regeln für ein achtsames Miteinander zu entwickeln. Dies entspricht dem Ziel des RUfa, Kinder zu befähigen, respektvoll und solidarisch miteinander umzugehen und Verantwortung für die Gestaltung gelingender Gemeinschaft zu übernehmen.

Besonders eng ist die Passung im Bereich des biblischen Lernens. Der RUfa sieht vor, dass Kinder biblische Geschichten deuten, auf ihr eigenes Leben beziehen und als Orientierungspunkte für ihr Handeln verstehen. In der Einheit wird dies durch die Erzählung von der Berufung Levis in eindrucksvoller Weise umgesetzt. Die Kinder erkennen Levis Einsamkeit, seine Unsicherheit und die Erfahrung sozialer Ausgrenzung – Aspekte, die in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler unmittelbar anschlussfähig sind. Die Begegnung Jesu mit Levi vermittelt darin eine klare Botschaft der Annahme und Würde, die die Kinder sowohl im Gespräch als auch in symbolischen und körperlichen Ausdrucksformen nachvollziehen. Diese Lernwege entsprechen den RUfa-Anforderungen, religiöse Erfahrungen ganzheitlich zu erschließen und Kindern zu ermöglichen, sowohl kognitiv als auch emotional Zugang zu biblischen Inhalten zu finden.

Auch der Umgang mit religiösen Symbolen und Ritualen, der im Hamburger Bildungsplan als wesentlicher Bestandteil religiösen Lernens benannt ist, wird in der Einheit in vielfältiger Weise realisiert. Die Tischgemeinschaft als Symbol für Annahme, die Einladungskarten als Ausdruck von Zugehörigkeit, das Fest-Bodenbild, die Mittegestaltung und das gemeinsame Singen schaffen Räume, in denen Kinder religiöse Symbolsprache erleben und deuten können. Die Einheit nutzt diese Symbole aktiv zur Gestaltung von Gemeinschaft – genau wie es der RUfa fordert.

Der Bereich der prozessbezogenen Kompetenzen – Wahrnehmen, Deuten, Kommunizieren, Darstellen und Gestalten – wird durchgehend adressiert. Die Kinder setzen sich mit Gefühlen auseinander, üben Perspektivwechsel, deuten biblische Szenen, gestalten Symbole, führen Gespräche im Plenum und in Kleingruppen und reflektieren ihr eigenes Verhalten in der Gemeinschaft. Diese breite methodische und inhaltliche Anlage entspricht der RUfa-Forderung, Lernprozesse dialogisch, kreativ, sinnstiftend und erfahrungsorientiert zu gestalten.

Darüber hinaus erfüllt die Einheit die RUfa-Anforderung, dass Religion für alle Kinder unabhängig von religiöser Bindung zugänglich sein muss. Jesu Haltung gegenüber Levi – geprägt von Annahme und Offenheit – bildet einen gemeinsamen Bezugspunkt für Kinder unterschiedlicher religiöser oder weltanschaulicher Hintergründe. Vielfalt wird dabei nicht nur thematisiert, sondern erlebt: durch die Bewegungsaufstellungen, den Austausch über Gefühle, die gemeinsame Gestaltung und das Fest am Ende der Einheit. Die inklusive und heterogenitätssensible Grundhaltung der Einheit entspricht dem Hamburger Anspruch, religiöse Bildung als Raum des gemeinsamen Lernens zu gestalten, in dem Kinder sich gegenseitig wertschätzen und voneinander lernen.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Unterrichtseinheit die Intentionen des Hamburger Bildungsplans Religion für alle sowohl im Hinblick auf inhaltliche als auch auf methodische Kompetenzen vollständig erfüllt. Sie ist anschlussfähig an zentrale Lernbereiche des RUfa, fördert die religiöse und soziale Entwicklung der Kinder und verbindet biblische Inhalte mit lebendiger Gemeinschaftspraxis auf vorbildliche Weise.

Quelle: Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Schule und Berufsbildung: Bildungsplan Religion für alle (RUfa), Grundschule.

 

Hessen

Das Kerncurriculum Katholische Religion für die Primarstufe in Hessen setzt deutliche Schwerpunkte auf personale Entwicklung, soziales Lernen, biblisch-theologische Kompetenz sowie die Fähigkeit, religiöse Ausdrucksformen zu verstehen und aktiv zu gestalten. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ greift diese Schwerpunkte in einer besonders stimmigen Weise auf und lässt sich klar mehreren Inhalts- und Kompetenzbereichen des hessischen Lehrplans zuordnen.

Bereits zu Beginn der Einheit arbeiten die Kinder an zentralen personalen Kompetenzen, die das Kerncurriculum einfordert: Sie erkennen eigene Gefühle sowie die Gefühle anderer, benennen sie und setzen sie in Beziehung zu Erfahrungen aus dem Alltag. Der Perspektivwechsel, der im hessischen Lehrplan als wesentliche Fähigkeit hervorgehoben wird, wird in der Einheit gezielt gefördert, etwa durch die Auseinandersetzung mit der Gefühlswelt Levis, Gesprächsimpulsen und den Levifiguren. Das Kerncurriculum betont, dass Kinder durch religiöses Lernen empathischer und sensibler für zwischenmenschliche Beziehungen werden sollen, was diese Einheit konsequent unterstützt.

Im Bereich der biblischen Kompetenzen zeigt sich eine besonders enge Passung. Das Kerncurriculum führt unter dem Themenfeld „Jesus begegnet Menschen“ aus, dass Kinder erkennen sollen, wie Jesus Menschen in schwierigen Situationen anspricht, heilt, vergibt und in die Gemeinschaft zurückführt. Die Berufung Levis ist ein prototypisches Beispiel für eine solche heilende und verwandelnde Begegnung. Die Einheit nutzt diese Geschichte als Ausgangspunkt dafür, dass Kinder erfahren, wie Zuwendung, Anerkennung und ein liebevoller Blick Veränderung bewirken können. Die symbolische Darstellung von Levis Aufrichtung im Bodenbild, die Erzählung in zwei Niveaustufen und die Reflexion über Jesu Blick stärken zudem die Fähigkeit zur Deutung biblischer Texte, wie sie das Kerncurriculum verlangt.

Auch die theologische Grundbotschaft, dass Gott jeden Menschen annimmt und begleitet, findet im hessischen Lehrplan ihren festen Platz. Das Curriculum fordert, dass Kinder Gottes Zuwendung als etwas erkennen, das Menschen stärkt, Mut macht und neue Perspektiven eröffnet. Die Einheit greift diese Dimension explizit auf, indem sie zeigt, dass Levi trotz gesellschaftlicher Ablehnung durch Jesus neu gesehen und wertgeschätzt wird. Die Kinder beziehen diese Botschaft auf ihre eigene Lebenswelt und erkennen anhand der Begegnung Jesu mit Levi, wie heilsam Annahme wirkt.

Der Bereich „Gemeinde und Kirche“ des hessischen Kerncurriculums betont die Bedeutung gemeinschaftlicher Ausdrucksformen des Glaubens, etwa die Eucharistie als gemeinschaftsstiftendes Mahl, Rituale, liturgische Sprache und Formen des Feierns. Auch wenn die Einheit keine liturgische Feier im engeren Sinne durchführt, wird doch die symbolische Bedeutung des gemeinsamen Festes bei Levi und der Tischgemeinschaft eindrücklich gestaltet. Diese Elemente machen nach dem Verständnis des Lehrplans deutlich, wie wichtig Gemeinschaft, Annahme und gegenseitige Wertschätzung für kirchliches und religiöses Leben sind. Die Einladungskarten, das Bodenbild, die Mittegestaltung und kleine Rituale (z. B. Segen, Begrüßungsrituale) ermöglichen Kindern, religiöse Ausdrucksformen handelnd zu erfahren – ein zentrales Anliegen des Lehrplans.

Prozessbezogene Kompetenzen wie Deuten, Kommunizieren, Gestalten und Urteilen werden in der Einheit umfassend gefördert. Die Kinder deuten biblische Szenen, sprechen über eigene Erlebnisse von Gemeinschaft, gestalten Symbole wie Einladungskarten oder Bodenbilder und entwickeln Kriterien gelingender Gemeinschaft. Damit werden genau die Lernformen angesprochen, die das Kerncurriculum als Grundlage religiösen Lernens formuliert: dialogisches Lernen, ästhetische Zugänge, symbolische Ausdrucksformen und das reflektierende Gespräch über Glaubens- und Lebenserfahrungen.

Insgesamt erfüllt die Unterrichtseinheit die Anforderungen des hessischen Kerncurriculums in mustergültiger Weise. Sie verbindet biblische Inhalte mit der Lebenswelt der Kinder, stärkt soziale und personale Kompetenzen, eröffnet vielfältige symbolische und kreative Zugänge und führt die Kinder zu einer vertieften Einsicht in die Bedeutung von Annahme, Gemeinschaft und Zuwendung. Die Passung zwischen Lehrplan und Unterrichtseinheit ist daher sehr hoch.

Quelle: Hessisches Kultusministerium: Kerncurriculum Katholische Religion – Primarstufe.

 

Mecklenburg-Vorpommern

Der Rahmenplan Katholische Religion für Mecklenburg-Vorpommern – zugleich Grundlage für Berlin, Brandenburg und Bremen – ist deutlich kompetenzorientiert und stellt das religiöse Lernen der Kinder in den Mittelpunkt, das aus ihren eigenen Erfahrungen, sozialen Beziehungen und biblischen Orientierungsgeschichten hervorgeht. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ entspricht diesen Intentionen in nahezu idealer Weise und verknüpft zentrale Kompetenzbereiche des Rahmenplans mit der Lebenswelt der Kinder und einer biblischen Erzählung, die eine starke soziale wie religiöse Botschaft trägt.

Bereits im Einstieg spricht die Einheit die im Rahmenplan betonte Kompetenz an, die eigene Person und andere Menschen in ihrer Würde und Einmaligkeit wahrzunehmen. Die zentralen Themen des Rahmenplans – Umgang miteinander, Anerkennung jeder Person, Achtung des Schwächeren und die Gestaltung eines friedlichen Zusammenlebens – werden unmittelbar aufgegriffen, wenn die Kinder Vielfalt in der Klasse erkunden, eigene Erfahrungen zu Zugehörigkeit oder Ausgrenzung austauschen und gemeinsam überlegen, wie Gemeinschaft gelingen kann. Die Einheit unterstützt damit die Zielsetzung des Rahmenplans, Kinder zu einer respektvollen, mitfühlenden und verantwortungsbewussten Haltung zu führen.

Im Bereich des biblischen Lernens zeigt sich eine enge Passung. Der Rahmenplan fordert, dass Kinder biblische Geschichten erschließen, grundlegende Erfahrungen von Annahme, Versöhnung und Zuwendung verstehen und die Bedeutung biblischer Gestalten für ihre eigene Lebensgeschichte erkennen. Die Erzählung von Levi eignet sich hierfür in besonderer Weise: Die Kinder entdecken seine Einsamkeit, gesellschaftliche Ablehnung und innere Zerrissenheit und erkennen Jesu Zuwendung als heilsame und verändernde Kraft. Die Einheit führt die Kinder nicht nur kognitiv an diesen Prozess heran, sondern ermöglicht durch Bodenbilder, Rollenspiele, Körperhaltungen und kreative Zugänge ein ganzheitliches Lernen im Sinne des Rahmenplans, der ausdrücklich betont, dass religiöses Lernen Kopf, Herz und Hand umfasst.

Die Begegnung Jesu mit Levi greift außerdem den im Rahmenplan hervorgehobenen Aspekt von „Umkehr und Versöhnung“ auf. Jesus wendet sich Levi liebevoll zu, sieht ihn als wertvollen Menschen und führt ihn in die Gemeinschaft zurück – ein klassisches Beispiel für die im Plan genannten biblischen Themen der Zuwendung zu den Verachteten, der Überwindung sozialer Grenzen und der Erfahrung eines neuen Anfangs. Die Kinder übertragen diese Botschaften durch Reflexionsrunden, Gestaltungsaufgaben und empathische Aufgabenstellungen auf ihre eigenen sozialen Beziehungen – genau die Verbindung, die der Rahmenplan fordert.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Umgang mit Symbolen und Ritualen. Der Rahmenplan betont, dass Symbole eine zentrale Bedeutung im religiösen Lernen haben und Kindern helfen, religiöse Inhalte zu erschließen und auszudrücken. Die Einheit nutzt Symbole in großer Vielfalt: Der Tisch als Zeichen von Gemeinschaft und Teilhabe, Einladungskarten als Symbol für Annahme und Wertschätzung, das Fest-Bodenbild als Ausdruck gelingender Gemeinschaft und die Aufrichtung der Levifigur als sichtbares Zeichen innerer Veränderung. Diese symbolischen Lernhandlungen entsprechen exakt den vom Rahmenplan geforderten ästhetischen und handlungsorientierten Zugängen.

Auch die prozessbezogenen Kompetenzen, die im Rahmenplan stark betont werden – Wahrnehmen, Deuten, Kommunizieren, Gestalten –, werden in der Einheit durchgängig gefördert. Die Kinder nehmen Gefühle wahr, deuten biblische Szenen, kommunizieren im Klassen- und Partnergespräch, gestalten Symbole und reflektieren über ihre eigene Rolle in der Gemeinschaft. Sie erwerben dabei sowohl religiöse Kompetenz als auch soziale Handlungskompetenz, die nach dem Rahmenplan eine untrennbare Einheit bilden.

Schließlich berücksichtigt die Einheit auch den Anspruch des Rahmenplans, religiöse Bildung in heterogenen Gruppen zu ermöglichen. Die vielfältigen Zugänge – sprachlich, kreativ, bewegungsorientiert, musikalisch, symbolisch – öffnen den Lernprozess für alle Kinder. Jesu Haltung gegenüber Levi bildet ein religiös wie ethisch anschlussfähiges Modell, das auch Kindern verschiedener religiöser und kultureller Prägungen Orientierung bietet. Damit erfüllt die Einheit die im Rahmenplan formulierte Aufgabe, Religion als gemeinsamen Lernraum zu gestalten, der Vielfalt achtet und Dialog fördert.

Insgesamt zeigt sich eine hervorragende Übereinstimmung zwischen der Unterrichtseinheit und dem Rahmenplan Mecklenburg-Vorpommern: Die Einheit verbindet biblische Orientierung, soziale Sensibilisierung, symbolisches Lernen und gemeinschaftsstiftende Erfahrungen und setzt damit zentrale Zielsetzungen des Rahmenplans in einer besonders beeindruckenden Breite und Tiefe um.

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern: Rahmenplan Katholische Religion Grundschule.

 

Niedersachsen

Das niedersächsische Kerncurriculum für die Grundschule legt seinen Schwerpunkt auf eine ausgewogene Verbindung zwischen biblisch-theologischen Inhalten, personal-sozialen Kompetenzen und ästhetisch-symbolischen Ausdrucksformen. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ setzt diese Vorgaben in einer besonders klaren und kindgerechten Form um und lässt sich in mehrfacher Hinsicht den im Curriculum beschriebenen Kompetenzbereichen zuordnen.

Zentral ist die starke Orientierung an der Lebenswelt der Kinder, die im niedersächsischen Curriculum besonders betont wird. Die Einheit beginnt bewusst mit Erfahrungen, die jedes Kind kennt: Freude an Freundschaften, aber auch Einsamkeit, Streit oder Ausgrenzung. Die Kinder reflektieren ihre Gefühle, vergleichen sie mit den Gefühlen der biblischen Figur Levi und entwickeln Kriterien für ein gutes Miteinander. Dieser Schwerpunkt entspricht direkt dem Kompetenzbereich, der Kinder dazu befähigt, sich selbst und andere als wertvoll und einzigartig wahrzunehmen und Beziehungen verantwortlich zu gestalten. Die niedersächsischen Vorgaben betonen, dass Kinder lernen sollen, Gefühle zu benennen, Perspektiven zu wechseln und ihre sozialen Beziehungen bewusst zu gestalten – zentrale Anliegen, die konsequent in allen Stunden der Einheit umgesetzt werden.

Im Bereich Bibel und biblische Geschichten zeigt sich eine besonders enge Passung. Niedersachsen fordert, dass Kinder biblische Erzählungen erschließen, zentrale Motive wie Zuwendung, Gerechtigkeit, Vergebung oder Neuanfang erkennen und diese mit ihrem eigenen Leben in Verbindung bringen. Die Levi-Geschichte ist hierfür ein ausgezeichnetes Beispiel: Sie zeigt, wie Jesus gesellschaftliche Grenzen überschreitet, einen ausgegrenzten Menschen ansieht und ihn durch seine Zuwendung in die Gemeinschaft zurückholt. Die Einheit macht diese zentrale Botschaft über vielfältige methodische Wege zugänglich – durch Erzählungen in mehreren Sprachniveaus, durch Bildbetrachtungen, durch das Bodenbild mit der gebeugten und der aufgerichteten Levifigur sowie durch Körperhaltungen und kreative Schreib- und Gestaltungsaufgaben. Auf diese Weise lernen die Kinder, das Handeln Jesu zu deuten und seine Zuwendung als Modell für das eigene Verhalten zu verstehen – ein zentrales Ziel des niedersächsischen Curriculums.

Auch der Bereich Symbole und Ausdrucksformen des Glaubens wird intensiv gefördert. Das niedersächsische Curriculum fordert ausdrücklich, dass Kinder religiöse Symbole deuten und eigene Ausdrucksformen entwickeln. Die Einheit entspricht diesem Anspruch in hohem Maß: Der Tisch als Symbol für Gemeinschaft, das gemeinsame Fest, die Einladungskarten, das Arbeiten mit der Mitte, der Einsatz von Musik sowie die gestalteten Bodenbilder eröffnen Kindern elementare symbolische Zugänge. Die Kinder erleben, dass religiöse Symbole nicht abstrakt sind, sondern konkrete Handlungen und Gefühle verbinden – etwa wenn das gemeinsame Fest bei Levi zur Erfahrung wird, dass Gemeinschaft stärkt und Freude schenkt.

Prozessbezogene Kompetenzen wie Deuten, Kommunizieren, Gestalten und Reflektieren, die im niedersächsischen Kerncurriculum eine zentrale Rolle spielen, durchziehen systematisch die gesamte Einheit. Die Kinder sprechen über Gefühle, deuten biblische Situationen, gestalten Symbole, handeln kreativ und reflektieren darüber, was gelingende Gemeinschaft ausmacht. Der Fokus auf handlungsorientierte Lernformen – etwa Rollenspiele, Bodenbilder, kreative Aufgaben – entspricht der niedersächsischen Forderung nach einem vielfältigen, ganzheitlichen Zugang zum religiösen Lernen.

Die Einheit unterstützt zudem die im Curriculum betonte Entwicklung einer ethischen und sozial verantwortlichen Haltung. Indem Kinder ihre eigenen Erfahrungen mit denen Levis verbinden, erkennen sie die Bedeutung von Respekt, Einladung, Anerkennung und Achtsamkeit. Diese Haltung ist nicht nur religionsdidaktisch bedeutend, sondern auch ein zentraler Bestandteil des niedersächsischen Bildungsanspruchs, der soziale Sensibilität und Empathie ausdrücklich fordert.

Schließlich trägt die Einheit dem Anspruch des Curriculums Rechnung, religiöse Bildung für Kinder unterschiedlicher Herkunft und Konfession zu öffnen. Der inklusive Charakter der Einheit – vielfältige Zugänge, klare Strukturen, Rituale, Symbolarbeit, heterogenitätssensible Methoden – macht religiöse Inhalte für alle Kinder nachvollziehbar. Jesu Haltung gegenüber Levi bildet eine ethische und religiöse Leitperspektive, die unabhängig von religiöser Zugehörigkeit anschlussfähig bleibt.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit die Intentionen des niedersächsischen Kerncurriculums in sehr hohem Maße erfüllt. Sie verbindet biblische Orientierung, sozial-emotionale Lernprozesse, symbolische Ausdrucksformen und gemeinschaftsstiftende Erfahrungen in einer Weise, die den niedersächsischen Kompetenzanforderungen voll entspricht. Die Einheit ist daher für den katholischen Religionsunterricht in Niedersachsen besonders geeignet.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum Katholische Religion – Grundschule.

Nordrhein-Westfalen

Der nordrhein-westfälische Kernlehrplan für die Primarstufe folgt einem klar kompetenzorientierten Ansatz und betont die Verbindung zwischen biblischer Botschaft, Lebensweltorientierung, sozialer Sensibilität und religiöser Ausdrucksfähigkeit. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ greift diese Intentionen in hervorragender Weise auf und lässt sich eindeutig den im Kernlehrplan beschriebenen Kompetenzbereichen und Inhaltsfeldern zuordnen.

Bereits im Einstieg entspricht die Einheit dem Inhaltsfeld 1: Der Mensch in Gemeinschaft, in dem Kinder erkennen sollen, dass jeder Mensch einzigartig und wertvoll ist und Gemeinschaft aktiv gestaltet werden muss. Die Bewegungsaufstellungen zur Vielfalt der Kinder, Gespräche über Zugehörigkeit und Ausgrenzung sowie die gemeinsame Entwicklung eines Plakats zu gelingender Gemeinschaft verwirklichen präzise die Anforderungen, die der Kernlehrplan an personale, soziale und interpersonale Kompetenz stellt. Die Kinder üben, Gefühle auszudrücken, Perspektiven zu wechseln, die eigene Rolle in Gemeinschaft zu reflektieren und Verantwortung für ein wertschätzendes Miteinander zu übernehmen – zentrale prozessbezogene Kompetenzen in NRW.

Eine besonders enge Passung zeigt sich im Inhaltsfeld 2: Die Botschaft von Jesus Christus, das fordert, dass Kinder begreifen, wie Jesus Menschen begegnet, insbesondere Menschen am Rand der Gesellschaft. Die Geschichte der Berufung Levis dient hier als exemplarischer Lerngegenstand: Levi ist einsam, belastet und ausgegrenzt, wird aber von Jesus wertschätzend und ohne Vorbehalt angesehen. Genau diese heilende und verwandelnde Zuwendung Jesu ist im Kernlehrplan ein zentrales Thema. Die Einheit setzt dies auf vielfältige Weise um: durch die Erzählung, durch Perspektivenwechsel mit Levifiguren, durch die körperliche Erfahrung des Aufrichtens, durch Bodenbilder und durch Gespräche über die Bedeutung dieses Moments für Levi und für die Kinder heute. Diese Lernwege entsprechen dem Anspruch des Kernlehrplans, biblische Geschichten nicht nur zu kennen, sondern sie zu deuten und auf das eigene Leben zu beziehen.

Auch das Inhaltsfeld 3: Das Wirken Gottes in den Geschichten der Bibel wird angesprochen. Der Kernlehrplan betont, dass Kinder erfahren sollen, dass Gott Menschen annimmt, stärkt und begleitet. Diese theologische Grundbotschaft ist der rote Faden der gesamten Einheit: Jesus handelt im Auftrag des menschenfreundlichen Gottes, sieht Levi mit liebevollem Blick und eröffnet ihm eine neue Perspektive. Die symbolische Gestaltung – Tischgemeinschaft, Fest, Segensrituale – macht dies erfahrbar und kindgerecht sichtbar. Die Kinder erkennen dadurch, dass religiöse Botschaften mit ihrem eigenen Leben zu tun haben und Orientierung geben können.

Eine weitere deutliche Passung findet sich im Inhaltsfeld 4: Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden, denn die Einheit verdeutlicht, wie Gemeinschaft entsteht und welche Bedeutung gemeinsame Feste, Rituale und Symbole haben. Auch ohne explizit liturgische Elemente zu thematisieren, lernen die Kinder zentrale Aspekte kirchlichen Lebens kennen: gemeinsame Tischgemeinschaft, Festkultur, symbolisches Handeln und das Erfahren von Annahme in einer Gruppe. Das gemeinsame Buffet und das Segensritual in der letzten Stunde machen erfahrbar, was das Kerncurriculum als „gelebte Gemeinschaft im Glauben“ beschreibt.

Methodisch erfüllt die Einheit die prozessbezogenen Kompetenzen des Kernlehrplans in umfassender Weise.
Wahrnehmen und Deuten: Gefühle erkennen, Situationen deuten, biblische Geschichten erschließen.
Kommunizieren: Gespräche führen, zuhören, eigene Erfahrungen einbringen.
Gestalten: Bodenbilder, Einladungskarten, symbolische Handlungen, feste Gestaltung.
Urteilen: Kriterien gelingender Gemeinschaft entwickeln, Verhalten reflektieren, Entscheidungen für ein gutes Miteinander treffen.

Die Einheit setzt damit den Anspruch des Kernlehrplans um, religiöses Lernen dialogisch, kreativ, symbolisch, lebensweltbezogen und reflektierend zu gestalten.

Besonders hervorzuheben ist, dass der gesamte Lernprozess inklusiv angelegt ist – ein Aspekt, der im Kernlehrplan NRW ausdrücklich betont wird. Die Einheit bietet Zugänge für Kinder mit unterschiedlichen sprachlichen, sozialen, emotionalen und religiösen Voraussetzungen. Jesu Haltung der Annahme und Offenheit gegenüber Levi bildet zudem ein starkes Modell für ein gemeinsames Lernen in konfessionell heterogenen Lerngruppen, wie es in NRW im Rahmen des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts zunehmend vorgesehen ist.

Insgesamt zeigt die Unterrichtseinheit eine außerordentlich hohe Passung zum nordrhein-westfälischen Kernlehrplan. Sie erschließt zentrale biblische Inhalte kindgerecht, fördert soziale und religiöse Kompetenzen, stärkt Gemeinschaft und Empathie und verbindet symbolische, kreative und handlungsorientierte Lernwege in idealer Weise.

Quelle: Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Kernlehrplan Katholische Religionslehre – Grundschule.

Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Teilrahmenplan Katholische Religion Grundschule betont eine enge Verbindung von biblischer Orientierung, sozialem Lernen, personaler Identitätsbildung und religiöser Ausdrucksfähigkeit. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ greift diese Grundanliegen in sehr umfassender Weise auf und kann klar mehreren Kompetenz- und Inhaltsbereichen des Lehrplans zugeordnet werden.

Bereits der Einstieg der Einheit entspricht dem im Rahmenplan hervorgehobenen Kompetenzbereich „Leben in Gemeinschaft“. Kinder sollen ihre eigenen Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausgrenzung, Missverständnissen und Freundschaft wahrnehmen und reflektieren. Die Einheit beginnt genau dort: durch Bewegungsaufstellungen zur Vielfalt, Gespräche über Alltagssituationen und die gemeinsame Entwicklung von Regeln und Haltungen für ein gelingendes Miteinander. Diese Lernformen fördern die im Lehrplan geforderte Fähigkeit, Unterschiede zu erkennen, respektvoll wahrzunehmen und aktiv zu einem wertschätzenden Zusammenleben beizutragen.

Im Bereich „Biblische Erzählungen erschließen und deuten“ zeigt sich eine besonders hohe Passung. Der rheinland-pfälzische Plan betont, dass Kinder biblische Geschichten als Orientierung für ihr Leben verstehen sollen, indem sie biblische Gestalten in ihren Nöten, Hoffnungen und Neuanfängen kennenlernen. Die Erzählung von Levi ist hierfür exemplarisch: Levi ist einsam, verachtet und innerlich zerrissen – Aspekte, die Kinder aus ihrem eigenen Erleben kennen. Jesu Zuwendung, sein liebevoller Blick und die Einladung in eine neue Gemeinschaft entsprechen zentralen Anliegen des Lehrplans, der die Zuwendung Jesu zu Ausgegrenzten und dessen befreiendes, heilendes Handeln hervorhebt. Die Einheit setzt dies durch mehrperspektivische Deutungszugänge um: Gefühle erkennen, Perspektivwechsel durch Levifiguren, Bodenbilder, Rollenspiele und symbolische Körperhaltungen.

Ein weiterer starker Bezug besteht zum Lehrplanbereich „Von Gott reden – Gottes Zuwendung erfahren“. Der Plan fordert, dass Kinder erschließen, wie Gottes Liebe und Annahme Menschen stärkt, Hoffnung schenkt und neue Wege eröffnet. Dies wird in der Einheit deutlich sichtbar: Die Berufung Levis wird als Ausdruck göttlicher Annahme interpretiert, seine innere Aufrichtung als Symbol neuer Hoffnung, und die Gemeinschaft am Tisch als Zeichen des Reiches Gottes. Diese theologischen Grundgedanken werden kindgerecht vermittelt, ohne moralischen Druck, sondern durch das Erleben von Gemeinschaft, Annahme und Wertschätzung.

Auch der Bereich „Kirche als Gemeinschaft“ wird in der Einheit angesprochen. Der Lehrplan betont, dass Kinder verstehen sollen, wie Gemeinschaft im Glauben gelebt wird – etwa durch Feste, gemeinsame Mahlzeiten, Rituale und Symbole. Das Fest-Bodenbild, die Tischgemeinschaft, die Einladungskarten und das gemeinsame Buffet am Ende der Einheit machen religiöse Gemeinschaftserfahrungen konkret erfahrbar. Auch das Segensritual entspricht dem Anliegen des Lehrplans, Kinder mit religiösen Ausdrucksformen vertraut zu machen und ihnen elementare Formen des Feierns zu ermöglichen.

Die prozessbezogenen Kompetenzen des rheinland-pfälzischen Lehrplans – Wahrnehmen, Deuten, Urteilen, Gestalten und Kommunizieren – werden in der Einheit in besonderer Breite umgesetzt.

  • Wahrnehmen: Gefühle erkennen, Vielfalt wahrnehmen, Situationen deuten.

  • Deuten: biblische Erzählungen erschließen, Symbole verstehen, Jesu Handeln interpretieren.

  • Urteilen: Kriterien für gelingende Gemeinschaft entwickeln, das Verhalten biblischer Figuren beurteilen.

  • Kommunizieren: Gespräche führen, Erfahrungen austauschen, Perspektiven darstellen.

  • Gestalten: Bodenbilder, Einladungskarten, Mittegestaltung, Festgestaltung.

Diese Lernhandlungen entsprechen vollständig den Erwartungen des Rahmenplans an einen kindgerecht religiösen und sozial verantwortungsvollen Unterricht.

Besonders hervorzuheben ist die starke Orientierung an Inklusion und Vielfalt – ein Anliegen, das im rheinland-pfälzischen Lehrplan mehrfach betont wird. Die Einheit gibt Kindern mit unterschiedlichen Voraussetzungen (sprachlich, motorisch, sozial, religiös) vielfältige und niedrigschwellige Zugänge. Jesu Haltung gegenüber Levi bietet einen gemeinsamen religiösen und ethischen Ankerpunkt, der für Kinder aller Hintergründe verständlich und bedeutsam ist.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit die Zielsetzungen des Teilrahmenplans Rheinland-Pfalz in hervorragender Weise erfüllt. Sie verbindet biblische Inhalte, soziale Kompetenzentwicklung, emotionale Sensibilisierung, ästhetische und symbolische Lernformen sowie gemeinschaftsstiftende Rituale und bietet damit eine durchgehend lehrplangemäße und pädagogisch hochwertige Umsetzung.

Quelle: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz: Teilrahmenplan Katholische Religion – Grundschule.

Saarland

Der saarländische Lehrplan für Katholische Religion in der Grundschule stellt besonders die persönliche Entwicklung der Kinder, das soziale Lernen, die Begegnung mit zentralen biblischen Geschichten sowie die Wertorientierung im christlichen Glauben in den Mittelpunkt. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ greift diese Schwerpunkte systematisch und in hohem Maße auf.

Bereits im Einstieg der Einheit zeigt sich eine enge Passung zum Lehrplanbereich „Leben in Gemeinschaft“. Der Lehrplan betont, dass Kinder ihre eigenen Erfahrungen mit Freundschaft, Streit, Ausgrenzung und Versöhnung reflektieren und zu verantwortungsvollem Miteinander befähigt werden sollen. Die anfängliche Auseinandersetzung mit der Vielfalt der Klasse, die Erkenntnisse über Zugehörigkeit und Ausschluss sowie das gemeinsame Erarbeiten eines Plakats über gelingende Gemeinschaft decken sich vollständig mit diesen Vorgaben. Die Kinder erkennen, dass ein wertschätzender Umgang miteinander aktiv gestaltet werden muss – ein zentrales Anliegen des saarländischen Lehrplans.

Besonders deutlich wird die Übereinstimmung im Bereich „Jesus begegnet Menschen“. Der Lehrplan führt hier exemplarische Geschichten auf – u. a. Bartimäus, Jesus und die Kinder oder Zachäus – und betont deren Bedeutung für das Verstehen der Zuwendung Jesu. Auch wenn Levi im Lehrplan nicht namentlich genannt wird, entspricht die Erzählung in ihrer Struktur genau diesen Anforderungen: Levi ist ein Mensch, der ausgegrenzt, missverstanden und gesellschaftlich verachtet ist. Jesus sieht ihn, spricht ihn an und nimmt ihn in die Gemeinschaft auf. Die Einheit verdeutlicht diesen heilsamen Charakter der Begegnung Jesu auf eindrucksvolle Weise. Die Kinder erkennen durch die Levifiguren, die Perspektivwechsel, die Tätigkeitsverben und die symbolische Aufrichtung, wie Zuwendung Menschen verändert – eine zentrale Kompetenzforderung des Lehrplans.

Die Einheit schließt zudem direkt an den Lehrplanbereich „Jesu Botschaft von der Liebe“ an. Dort wird ausdrücklich die Beschäftigung mit der Goldenen Regel und mit Gleichnissen der Barmherzigkeit sowie die Erfahrung der Liebe Gottes als Grundlage gelingender Beziehungen genannt. Die Unterrichtseinheit übersetzt diese Zielsetzungen in konkrete Lernhandlungen: Die Kinder erkennen in Jesu Blick auf Levi eine Haltung, die frei von Vorurteilen ist und aus Liebe und Wertschätzung heraus handelt. Sie entwickeln Kriterien für ein achtsames Miteinander und übertragen diese auf ihre eigenen Beziehungen. Damit erfüllen sie die vom Lehrplan geforderten Kompetenzen, Empathie zu entwickeln, Mitgefühl zu zeigen und Verantwortung für andere zu übernehmen.

Der Lehrplanbereich „Kirche und Gemeinde“ wird ebenfalls angesprochen, da Kinder erfahren, wie Gemeinschaft im Glauben gelebt wird – durch gemeinsame Feste, Rituale, Mahlzeiten und die Erfahrung des Eingeladenseins. Das Fest bei Levi, die Tischgemeinschaft als Symbol für das Reich Gottes und die Gestaltung eines gemeinsamen Buffets in der letzten Stunde greifen zentrale Rituale kirchlicher Gemeinschaft kindgerecht auf. Das abschließende Segensritual unterstützt das Verständnis dafür, dass christliche Gemeinschaft getragen ist von Annahme, Wertschätzung und gegenseitiger Stärkung.

Auch im Bereich der ästhetischen und kreativen Formen religiösen Lernens zeigt die Einheit eine starke Verbindung zum Lehrplan. Dieser fordert ausdrücklich anschauliche, handelnde, kreative und symbolische Zugänge. Die Einheit erfüllt dies durch Bodenbilder, Rollenspiele, Einladungskarten, Mittegestaltung, Musik und Rituale. Die Kinder erleben religiöse Inhalte mit Kopf, Herz und Hand – exakt im Sinne der saarländischen Vorgaben.

Darüber hinaus wird die zentrale Kompetenz gefördert, Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und zu deuten. Der Lehrplan betont die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, Empathie zu entwickeln und eigene emotionale Erfahrungen in Beziehung zu religiösen Geschichten zu setzen. Die intensive emotionale Arbeit mit Levifiguren, Körperhaltungen, Gesprächskreisen und Reflexionsphasen knüpft hier direkt an.

Schließlich erfüllt die Einheit den im Saarland besonders hervorgehobenen Anspruch, Kinder zu einer Haltung der Offenheit, Toleranz und Wertschätzung zu führen. Die Vielfalt der Kinder wird nicht nur thematisiert, sondern als Reichtum erlebt. Jesu Haltung gegenüber Levi dient als religiös-ethisches Modell für einen respektvollen Umgang miteinander, wie es der Lehrplan ausdrücklich fordert.

Insgesamt entspricht die Einheit dem saarländischen Lehrplan in allen zentralen Kompetenz- und Inhaltsbereichen. Sie verbindet biblische Orientierung, soziales Lernen, symbolische Ausdrucksformen und religiöse Praxis in einer Weise, die die Lehrplanintentionen vollständig erfüllt und die personale wie religiöse Entwicklung der Kinder nachhaltig unterstützt.

Quelle: Ministerium für Bildung und Kultur Saarland: Lehrplan Katholische Religion – Grundschule.

Sachsen

Der sächsische Lehrplan Katholische Religion (2019) für die Grundschule ist klar kompetenzorientiert konzipiert und verbindet die Lebenswelt der Kinder mit biblischen Erzählungen, theologischen Grundgedanken und sozialem Lernen. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ lässt sich in allen zentralen Kompetenz- und Inhaltsbereichen dieses Lehrplans sehr gut verorten.

Bereits der Einstieg der Einheit entspricht dem Kompetenzbereich „Menschsein in Gemeinschaft“. Der Lehrplan betont, dass Kinder ihre eigene Einzigartigkeit wahrnehmen, Gefühle ausdrücken, Unterschiede erkennen und respektvoll miteinander umgehen sollen. Die Bewegungsaufstellung zur Vielfalt, die Gespräche über Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung sowie das gemeinsame Erstellen eines Plakats zur „gelingenden Gemeinschaft“ greifen diese Ziele exakt auf. Die Kinder übernehmen Verantwortung füreinander, reflektieren Beziehungen und erkennen, dass Gemeinschaft aktiv gestaltet werden muss – eine zentrale Forderung des sächsischen Lehrplans.

Eine besonders enge Passung besteht im Kompetenzbereich „Jesus Christus – Jesus begegnet Menschen“. Der Lehrplan sieht vor, dass Kinder exemplarische biblische Erzählungen kennenlernen, in denen Jesus Menschen annimmt, berührt, heilt, tröstet und ihnen neue Hoffnung gibt. Die Berufung Levis ist hierfür ein ideales Beispiel: Levi ist gesellschaftlich ausgegrenzt, unsicher und von Schuldgefühlen geprägt – eine Situation, die Kinder emotional nachvollziehen können. Die Einheit zeigt eindrucksvoll, wie Jesus Levi sieht, wertschätzt und einlädt. Die symbolische Aufrichtung Levis im Bodenbild, die Rollenspiele und die körperliche Darstellung der Veränderung greifen die Lehrplananforderung auf, biblische Geschichten nicht nur zu hören, sondern mit allen Sinnen zu erschließen. Der Lehrplan hebt zudem hervor, dass Kinder lernen sollen, Jesu Verhalten als Orientierung für ihr eigenes Handeln zu verstehen. Genau dies geschieht, wenn die Kinder diskutieren, wie auch sie andere einladen, stärken oder ermutigen können.

Der theologische Bereich „Gott – Gottesglauben im Leben von Menschen“ wird ebenfalls intensiv angesprochen. Der Lehrplan fordert, dass Kinder erfahren, dass Gott Menschen annimmt, begleitet und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Die Einheit vermittelt diese Botschaft kindgerecht, indem die Zuwendung Jesu zu Levi explizit mit Gottes Liebe und Annahme verbunden wird. Die Tischgemeinschaft als Symbol für das Reich Gottes, das gemeinsam gefeierte Fest und das Segensritual in der letzten Stunde machen diese theologische Dimension sichtbar und erlebbar.

Der Kompetenzbereich „Kirche – gelebter Glaube“ wird in der Einheit ebenfalls umgesetzt. Der sächsische Lehrplan betont, dass Kinder Grundformen christlicher Gemeinschaft kennenlernen sollen – gemeinsame Feste, Rituale, Tischgemeinschaften, Zeichenhandlungen. Die Einheit macht all diese Elemente erfahrbar: Das Fest bei Levi, die Einladungskarten, die Mittegestaltung, Rituale wie „Du bist willkommen“ oder das Segensritual greifen liturgische und kirchliche Formen auf kindgerechte Weise auf. Die Kinder erleben, wie Gemeinschaft im Glauben gelebt wird und welche Bedeutung Zugehörigkeit, Teilen und Feiern haben.

Die prozessbezogenen Kompetenzen des sächsischen Lehrplans – wahrnehmen, deuten, gestalten, kommunizieren, urteilen – werden systematisch gefördert:

  • Die Kinder nehmen Gefühle wahr, erkennen Unterschiede in der Gruppe und deuten Levis innere Situation.

  • Sie deuten biblische Texte, Symbole und Handlungen und setzen sie mit ihrem Leben in Beziehung.

  • Sie gestalten Bodenbilder, Einladungskarten, symbolische Handlungen und gemeinschaftliche Feste.

  • Sie kommunizieren im Gesprächskreis, in Partnerarbeit und in der Reflexion über ihre Gemeinschaft.

  • Sie urteilen, wenn sie Kriterien für ein wertschätzendes Miteinander entwickeln oder Verhalten biblischer und realer Personen reflektieren.

Besonders hervorzuheben ist, dass der sächsische Lehrplan großen Wert auf ästhetische und symbolische Lernformen legt. Die Einheit erfüllt diesen Anspruch in exemplarischer Weise durch Bodenbilder, Musik, Rituale, Rollenspiele, kreative Aufgaben und gestalterische Lernangebote. Dies entspricht der Lehrplanforderung, religiöse Lernprozesse ganzheitlich zu gestalten und Kindern vielfältige Ausdruckswege zu eröffnen.

Schließlich trägt die Einheit dem im Lehrplan betonten Anliegen Rechnung, Kinder zu einer Haltung von Toleranz, Wertschätzung und Solidarität zu führen. Vielfalt wird sichtbar gemacht und positiv besetzt, Jesu Umgang mit Levi dient als religiös-ethisches Vorbild, und die Kinder lernen, wie sie selbst zu einem respektvollen Zusammenleben beitragen können. Dies entspricht der sächsischen Leitperspektive eines inklusiven, sozialen und friedensorientierten Religionsunterrichts.

Insgesamt zeigt sich, dass die Unterrichtseinheit die Ziele des sächsischen Lehrplans vollständig erfüllt: Sie verbindet biblische Orientierung, theologische Grundgedanken, personales und soziales Lernen sowie symbolische und kreative Ausdrucksformen zu einem dichten und kindgerechten Lernangebot, das hervorragend in die Kompetenzstruktur des Lehrplans eingebettet ist.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Katholische Religion – Grundschule (2019).

Sachsen-Anhalt

Der Lehrplan Katholische Religion für die Grundschule in Sachsen-Anhalt (2019) ist klar struktur- und kompetenzorientiert und verbindet drei große Lernfelder miteinander: Mensch, Gott und Jesus Christus. Die vorliegende Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ korrespondiert in allen drei Bereichen inhaltlich wie methodisch in besonders stimmiger Weise. Sie setzt zentrale Lehrplanforderungen um, indem sie biblische Erzählungen erschließt, personale und soziale Kompetenz fördert sowie religiöse Ausdrucks- und Deutungsfähigkeit in kindgerechter Form entwickelt.

Bereits der Einstieg der Einheit entspricht dem Lernfeld „Mensch“, das im Lehrplan als Schwerpunkt für die Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen beschrieben wird. Kinder sollen lernen, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu benennen, angemessen auszudrücken und Beziehungen verantwortungsvoll zu gestalten. Genau dort setzt die Einheit an: Die Bewegungsaufstellung zur Vielfalt, Gespräche über Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Freundschaft sowie das gemeinsame Plakat „So wünschen wir uns unsere Gemeinschaft“ fördern die Fähigkeit, Unterschiede zu erkennen, gegenseitige Rücksichtnahme zu entwickeln und ein gutes Miteinander aktiv zu gestalten. Diese Stärkung sozialer Sensibilität entspricht zentralen Anforderungen des Lehrplans, der ausdrücklich betont, dass Kinder angeleitet werden sollen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Im Lernfeld „Jesus Christus“ zeigt sich eine besonders große Passung. Der Lehrplan benennt die Begegnungen Jesu mit Menschen – besonders mit Ausgegrenzten, Kranken oder Verachteten – als zentrales Unterrichtsthema. Kinder sollen erkennen, wie heilsam Jesu Blick und Zuwendung wirken und wie sie Menschen verändern. Die Erzählung von der Berufung Levis eignet sich hierfür in idealer Weise: Levi ist einsam, bedrückt, verachtet und innerlich zerrissen – alles Aspekte, die der Lehrplan als kindgerecht erschließbar hervorhebt. Die Einheit macht Jesu zugewandte Haltung über vielfältige Methoden zugänglich: in der Erzählung, durch Levifiguren in verschiedenen Emotionen, durch die symbolische Aufrichtung Levis im Bodenbild, durch Rollenspiele und körperliches Nachspüren. Die Kinder erfahren, dass Jesu Zuwendung neue Lebensperspektiven eröffnet und Gemeinschaft stiftet – eine Kernbotschaft des Lehrplans, der betont, dass Kinder im Leben Jesu eine Orientierung für eigenes Handeln finden sollen.

Im Lernfeld „Gott“ fordert der Lehrplan, dass Kinder Gottes Nähe und Zuwendung in biblischen Geschichten und im eigenen Leben entdecken. Die Einheit führt diese Grunderfahrung exemplarisch vor Augen, indem sie zeigt, dass die Annahme Jesu Ausdruck von Gottes Liebe zu jedem Menschen ist – unabhängig von Herkunft, Fehlern oder gesellschaftlichen Zuschreibungen. Die gemeinsame Reflexion über die Bedeutung dieser göttlichen Annahme, das Fest bei Levi als Symbol des Reiches Gottes und das Segensritual am Ende der Einheit ermöglichen den Kindern, die religiöse Grundbotschaft „Gott nimmt jeden Menschen an“ emotional und symbolisch zu erfahren.

Auch das Lernfeld „Kirche“, das Rituale, Symbole und Gemeinschaftsformen des Glaubens umfasst, wird angesprochen. Der Lehrplan betont die Bedeutung von Festen, Tischgemeinschaft, religiösen Symbolen und liturgischen Gesten. Die Einheit setzt diese Anforderungen konsequent um: Das Fest-Bodenbild, die Einladungskarten, die Gestaltung eines gemeinsamen Buffets als Tischgemeinschaft und das Segensritual schaffen Erfahrungsräume, in denen Kinder erleben, wie religiöse Gemeinschaft aussieht und sich anfühlt. Sie erkennen, dass Feiern, Teilen und Einladen wesentliche Ausdrucksformen christlichen Glaubens sind – ein zentrales Anliegen des Lehrplans in Sachsen-Anhalt.

Darüber hinaus erfüllt die Einheit die prozessbezogenen Kompetenzen des Lehrplans in exemplarischer Breite. Die Kinder nehmen wahr (Gefühle, Unterschiede, Situationen), deuten (biblische Texte, symbolische Handlungen, religiöse Zeichen), kommunizieren (Gespräche, Reflexionen, Partnerarbeit), gestalten (Bodenbilder, Einladungskarten, Rituale, Feste) und urteilen (über gelingende Gemeinschaft, über Verhaltensweisen in biblischen und realen Situationen). Die Vielfalt der Unterrichtsmethoden – ästhetisch, erzählerisch, dialogisch, symbolisch, bewegungsorientiert – entspricht vollständig den Lehrplananforderungen, religiöses Lernen ganzheitlich anzulegen.

Besonders hervorzuheben ist die starke Orientierung an Inklusion, Heterogenität und Wertschätzung, die der Lehrplan ausdrücklich einfordert. Die Einheit begegnet allen Kindern offen, ermöglicht differenzierte Zugänge (z. B. zweistufige Texte, kreative und sprachliche Aufgaben, bewegungsorientierte Impulse) und setzt Jesu Haltung gegenüber Levi als Modell für ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander. Damit erfüllt sie das Lehrplananliegen, religiöse Bildung so zu gestalten, dass alle Kinder daran teilhaben können – unabhängig von Lerntempo, sprachlichen Fähigkeiten oder religiösen Hintergründen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Unterrichtseinheit die Anforderungen des Lehrplans Sachsen-Anhalt inhaltlich, methodisch und kompetenziell in sehr hohem Maße erfüllt. Sie verbindet biblische Orientierung, emotionale Sensibilisierung, soziales Lernen und symbolische Gestaltung zu einem didaktisch durchdachten und lehrplankonformen Lernprozess, der Kinder in ihrer religiösen und sozialen Entwicklung nachhaltig stärkt.

Quelle: Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt: Lehrplan Katholische Religion – Grundschule (2019).

Schleswig-Holstein

Die Fachanforderungen Katholische Religion in Schleswig-Holstein (2020) betonen eine starke Kompetenzorientierung, die Verbindung zwischen biblischen Geschichten und der Lebenswelt der Kinder, das soziale Lernen in heterogenen Gruppen sowie symbolisch-ästhetische Ausdrucksformen religiöser Erfahrungen. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ entspricht diesen Anforderungen in besonders umfassender Weise und kann klar mehreren Kompetenzbereichen der Fachanforderungen zugeordnet werden.

Bereits im Einstieg der Einheit zeigt sich eine enge Passung zum Kompetenzbereich „Menschsein in Gemeinschaft“, der im Lehrplan fordert, dass Kinder unterschiedliche Formen menschlicher Beziehungen wahrnehmen, reflektieren und aktiv mitgestalten. Die Bewegungsaufstellung zur Vielfalt der Kinder, die Gespräche über Erfahrungen von Ausgrenzung oder Zugehörigkeit sowie das gemeinsame Erarbeiten eines Plakats zu Kriterien gelingender Gemeinschaft setzen diese Lernziele unmittelbar um. Die Kinder erweitern ihre Fähigkeit, Gefühle zu erkennen und zu benennen, Perspektiven zu wechseln und Verantwortung für ein wertschätzendes Miteinander zu übernehmen – alles zentrale Kompetenzen, die der Lehrplan ausdrücklich hervorhebt.

Die Passung zum Kompetenzbereich „Jesus Christus – Begegnungen verstehen“ ist besonders stark. Die Fachanforderungen sehen vor, dass Kinder exemplarische Begegnungsgeschichten Jesu kennenlernen, deren Bedeutung erfassen und daraus Ableitungen für ihr eigenes Verhalten entwickeln. Die Berufung Levis ist ein hervorragend geeignetes Beispiel: Levi ist ausgegrenzt, verachtet und innerlich belastet – Aspekte, die der Lehrplan als emotional zugänglich für Kinder benennt. Die Einheit führt die Kinder mithilfe von Erzählungen in differenzierten Niveaustufen, Levifiguren, Bodenbildern, Rollenspielen und Körperhaltungen systematisch an die Frage heran, wie Jesu Blick und Zuwendung Veränderung ermöglicht. Damit erfüllt die Einheit die zentrale Kompetenz, dass Kinder erfahren, wie Jesus Menschen annimmt und stärkt.

Auch im Kompetenzbereich „Gott – Vertrauen und Zuspruch“ zeigt sich eine klare Übereinstimmung. Der Lehrplan fordert, dass Kinder von Gottes Liebe hören, erfahren und deuten lernen. Die Einheit vermittelt diese grundlegende Botschaft durchgehend: Die Zuwendung Jesu zu Levi wird als Ausdruck göttlicher Annahme interpretiert, das Fest als Symbol für neue Gemeinschaft und das Segensritual als Zeichen dafür, dass jeder Mensch wertvoll und angenommen ist. Kinder erkennen und erleben damit zentrale theologische Inhalte des Lehrplans – Gottes Nähe, Zuspruch und befreiende Kraft.

Darüber hinaus erfüllt die Einheit Anforderungen des Kompetenzbereichs „Kirche und religiöse Gemeinschaft“. Die Fachanforderungen betonen, dass Kinder Grundformen kirchlicher Gemeinschaft wie Feste, Rituale und gemeinsames Feiern kennenlernen sollen. Das Fest-Bodenbild, die Gestaltung eines gemeinsamen Buffets, das Teilen von Speisen, die Einladungskarten und das Segensritual entsprechen diesen Erwartungen auf eine besonders kindgerechte Weise. Die Einheit zeigt auf, wie Gemeinschaft im Glauben gelebt wird, ohne liturgische Überforderung, und macht religiöse Gemeinschaftsformen als sinnliche und emotionale Erfahrungen zugänglich.

Auch die ästhetisch-symbolischen Zugänge, die der Lehrplan ausdrücklich fordert, werden vielfältig umgesetzt: Bodenbilder, Mittegestaltung, kreative Schreib- und Bastelaufgaben, Musik und Bewegung sowie die Verwendung religiöser Symbole (Tisch, Licht, Einladung, figurative Darstellungen). Der Lehrplan legt Wert darauf, religiöse Bildungsprozesse mit Hand, Herz und Kopf zu gestalten – eine Grundhaltung, die die Einheit konsequent verwirklicht.

Prozessbezogen erfüllt die Einheit die Anforderungen des Lehrplans vollständig:

  • Wahrnehmen: Gefühle, Unterschiede, biblische Situationen.

  • Deuten: biblische Geschichten, Symbole, menschliche Erfahrungen.

  • Kommunizieren: Austausch im Gesprächskreis, Reflexion, Partnerarbeit.

  • Gestalten: Bodenbilder, Einladungskarten, Rituale, kreative Elemente.

  • Urteilen: Kriterien gelingender Gemeinschaft entwickeln, Verhalten reflektieren.

Die Einheit berücksichtigt zudem den hohen Stellenwert von Inklusion, Heterogenität und religiöser Vielfalt, der im schleswig-holsteinischen Lehrplan betont wird. Differenzierte Materialien, multiperspektivische Zugänge, Rituale der Anerkennung und eine Atmosphäre der Wertschätzung ermöglichen allen Kindern, unabhängig von religiöser Vorerfahrung, aktiv teilzunehmen. Jesu Haltung gegenüber Levi wird zum Leitbild einer offenen und wertschätzenden Lernkultur, wie es der Lehrplan fordert.

Insgesamt zeigt sich eine sehr hohe Übereinstimmung zwischen der Unterrichtseinheit und den Fachanforderungen Schleswig-Holsteins. Die Einheit verbindet biblische Orientierung, symbolisches Lernen, soziale Kompetenzentwicklung und religiöse Ausdrucksfähigkeit und setzt damit zentrale Anliegen des Lehrplans vollständig um.

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein: Fachanforderungen Katholische Religion – Primarstufe (2020).

Thüringen

Der Thüringer Lehrplan für das Fach Katholische Religionslehre in der Grundschule legt einen starken Schwerpunkt auf die Verbindung von personal-sozialem Lernen, biblischer Orientierung, religiöser Ausdrucksfähigkeit und der Erschließung grundlegender theologischer Motive. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ korrespondiert in allen wesentlichen Bereichen äußerst eng mit diesen Vorgaben und setzt die im Lehrplan beschriebenen Kompetenzen in vorbildlicher Weise um.

Bereits der Einstieg der Einheit greift zentrale Ziele des Lehrplans im Bereich „Der Mensch – Beziehungen leben, Gemeinschaft gestalten“ auf. Der Thüringer Lehrplan fordert, dass Kinder sich ihrer eigenen Einzigartigkeit bewusst werden, Gefühle wahrnehmen und ausdrücken können, Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung reflektieren und soziale Verantwortung übernehmen. Die Bewegungsaufstellung zur Vielfalt, die Klassengespräche über Freundschaft, Streit und Ausgeschlossensein sowie das gemeinsam erarbeitete Plakat zu gelingender Gemeinschaft entsprechen diesen Zielsetzungen exakt. Die Kinder lernen, Unterschiede wahrzunehmen, Rücksicht zu nehmen und aktiv zu einem guten Miteinander beizutragen – zentrale personale und soziale Kompetenzen des Lehrplans.

Mit der biblischen Erzählung von der Berufung Levis greift die Einheit ein Thema auf, das im Bereich „Jesus Christus – Jesus begegnet Menschen“ des Lehrplans ausdrücklich angelegt ist. Der Thüringer Lehrplan betont, dass Kinder biblische Begegnungsgeschichten Jesu kennenlernen sollen, insbesondere solche, in denen Jesus Ausgegrenzte sieht, ihnen Wert zuspricht, sie heilt oder versöhnt. Die Beschäftigung mit Levi entspricht diesem Profil in idealer Weise: Levi erfährt Ablehnung und Einsamkeit, wird jedoch von Jesus gesehen, gerufen und in die Gemeinschaft hineingenommen. Die Einheit setzt diese heilende und befreiende Erfahrung über sehr kindgerechte Methoden um – durch Perspektivübernahme mit Levifiguren, durch erzählendes Lernen auf zwei Sprachniveaus, durch das Bodenbild und durch die körperliche Erfahrung des „Aufrichtens“. Damit werden die im Lehrplan formulierten Kompetenzen wie „biblische Geschichten deuten“, „Jesu Handeln für das eigene Leben erschließen“ und „Zuwendung als Ausdruck der Nähe Gottes verstehen“ umfassend erfüllt.

Auch der theologische Bereich „Gott – Gottes Nähe und Zuwendung erfahren“ wird im Sinne des Lehrplans tiefgehend angesprochen. Die Unterrichtseinheit vermittelt, dass Gottes Liebe bedingungslos ist und jedem Menschen gilt – unabhängig von Fehlern, Herkunft oder gesellschaftlichen Zuschreibungen. Die Tischgemeinschaft bei Levi, das Fest, symbolische Zeichen und das Segensritual machen diese göttliche Annahme sinnlich erfahrbar. Der Thüringer Lehrplan fordert ausdrücklich, dass Kinder religiöse Symbole wie Tisch, Licht, Segen oder Gemeinschaft kennenlernen und deuten lernen – ein Anliegen, das in der Einheit systematisch und methodisch abwechslungsreich umgesetzt wird.

Der Bereich „Kirche – Gemeinschaft des Glaubens erleben“ wird ebenfalls berührt. Der Lehrplan sieht vor, dass Kinder Grundformen christlicher Gemeinschaft, Rituale, Feste und Feiern kennenlernen. Die Einheit integriert diese Aspekte kindgerecht: Einladungskarten, Fest-Bodenbild, gemeinsames Essen, Mittegestaltung, Rituale der Zugehörigkeit und das abschließende Segensritual ermöglichen den Lernenden, die Bedeutung gelebter Gemeinschaft in der Kirche zu verstehen und emotional nachzuvollziehen.

Prozessbezogene Kompetenzen wie Wahrnehmen, Deuten, Gestalten, Kommunizieren und Urteilen, die im Lehrplan ausdrücklich genannt sind, werden in der Einheit umfassend gefördert:

  • Die Kinder nehmen Gefühle, biblische Situationen und Symbole bewusst wahr.

  • Sie deuten biblische Erzählungen, religiöse Symbole und Erfahrungen aus ihrem Alltag.

  • Sie gestalten Bodenbilder, Einladungskarten, Feste und Rituale.

  • Sie kommunizieren über Gefühle, ihre Lernerfahrungen und über die Bedeutung religiöser Inhalte.

  • Sie urteilen, wenn sie Kriterien für gelingende Gemeinschaft entwickeln und ihr eigenes Verhalten reflektieren.

Ein besonderes Anliegen des Thüringer Lehrplans ist die Förderung sozialer Sensibilität und gelebter Wertschätzung. Die Einheit unterstützt diesen Anspruch nachhaltig: Kindern wird Raum gegeben, über Erfahrungen von Ausgrenzung zu sprechen, sich in Levi hineinzuversetzen, Unterschiede zu akzeptieren und zu erkennen, dass Zuwendung Menschen verändert. Jesu Haltung gegenüber Levi dient als religiös-ethisches Modell, das die Kinder auf ihre eigene Klassengemeinschaft übertragen. Die inklusive und heterogenitätssensible Gestaltung der Einheit – vielfältige Zugänge, Differenzierung, Rituale der Anerkennung – entspricht ebenfalls den Anforderungen des Thüringer Lehrplans.

Insgesamt setzt die Unterrichtseinheit die Zielsetzungen des Thüringer Lehrplans sehr vollständig um. Sie verbindet biblische Orientierung mit sozialem Lernen, schafft symbolisch-ästhetische Ausdrucksformen, ermöglicht existenzielle Erfahrungen und fördert grundlegende religiöse Kompetenzen. Damit ist sie für den Religionsunterricht in Thüringen hervorragend geeignet.

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Lehrplan Katholische Religionslehre Grundschule (2010).

Die kirchlichen Bildungsstandards bzw. curricularen Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bilden einen übergeordneten Orientierungsrahmen, an dem sich alle diözesanen und staatlichen Lehrpläne für den katholischen Religionsunterricht in Deutschland ausrichten. Sie formulieren grundlegende Kompetenzen in fünf zentralen Kompetenzbereichen: Wahrnehmen, Deuten, Kommunizieren, Gestalten und Urteilen, sowie inhaltliche Standards in den Bereichen Mensch, Christlicher Glaube, Bibel, Jesus Christus, Kirche und Welt und Verantwortung.

Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt – Gott nimmt jeden Menschen an“ zeigt eine sehr hohe Übereinstimmung mit diesen Richtlinien und setzt zentrale Standards der DBK vorbildlich um.

Kompetenzbereich Wahrnehmen

Die DBK fordert, dass Kinder eigene Erfahrungen, Gefühle, Beziehungen und religiöse Ausdrucksformen bewusst wahrnehmen.
Passung der Einheit:
Die Kinder beobachten Vielfalt in der Klasse, erkennen Gefühle (eigene und fremde), entdecken Ausgrenzung und Zugehörigkeit, nehmen Levis innere Situation wahr und erschließen nonverbale Zeichen wie Körperhaltungen, Symbole und Rituale. Durch Levifiguren, emotionale Bildimpulse und Gespräche werden diese Wahrnehmungsprozesse intensiv gefördert. Die Einheit erfüllt diesen Kompetenzbereich voll.

Kompetenzbereich Deuten

Die DBK betont die Fähigkeit, religiöse Erfahrungen, Symbole und biblische Geschichten zu erschließen und zu interpretieren.
Passung der Einheit:
Die Kinder deuten die Begegnung Jesu mit Levi, erkennen deren heilende und verwandelnde Bedeutung, interpretieren das Fest als Zeichen der Gemeinschaft und verstehen den Tisch als Symbol des Reiches Gottes. Auch das Aufrichten Levis und die Einladungskarten werden symbolisch gedeutet. Die Einheit bietet exemplarische Anlässe zur religiösen Deutung und setzt die DBK-Vorgabe vollständig um.

Kompetenzbereich Kommunizieren

Die Richtlinien betonen dialogische Fähigkeiten: über Glauben, Gefühle und Erfahrungen sprechen, zuhören, Perspektiven austauschen.
Passung der Einheit:
Gesprächskreise, Partnerarbeit, Rollenspiele, Reflexionen über Ausgrenzung und Gemeinschaft sowie das Deuten biblischer Szenen unterstützen kommunikative Kompetenz. Kinder üben, religiöse und soziale Erfahrungen zu verbalisieren und in Beziehung zu setzen. Damit wird dieser Kompetenzbereich in zentraler Weise gefördert.

Kompetenzbereich Gestalten

Die DBK hebt hervor, dass Kinder Glauben kreativ ausdrücken und Symbole handelnd erschließen können sollen.
Passung der Einheit:
Die Einheit bietet reiche ästhetische und kreative Lernformen: Bodenbilder, emotionale Figuren, Einladungskarten, Festgestaltung, Mittegestaltung, Rituale, Bewegungsaufgaben, Musik. Kinder erleben religiöse Symbole „mit Kopf, Herz und Hand“ – ein Kernanliegen der kirchlichen Standards. Dieser Bereich wird außergewöhnlich stark umgesetzt.

Kompetenzbereich Urteilen

Nach DBK sollen Kinder ethische und religiöse Entscheidungen reflektieren, Kriterien entwickeln und Verantwortung übernehmen.
Passung der Einheit:
Kinder überlegen, was eine gute Gemeinschaft ausmacht, hinterfragen Ausgrenzung, beurteilen die Haltung der Beteiligten (Levi, Jesus, Pharisäer) und entwickeln eigene Verhaltensweisen. Jesu Blick auf Levi wird zum Maßstab für das eigene Handeln. Damit setzt die Einheit den Urteilsbildungsprozess in vorbildlicher Weise um.

Inhaltsbezogene Kompetenzbereiche gemäß DBK

Mensch – Würde, Gefühle, Beziehungen

Die Einheit thematisiert die Einzigartigkeit jedes Kindes, Gefühle wie Einsamkeit oder Freude, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Empathie und soziale Verantwortung. Damit erfüllt sie vollständig die personalen und sozialen Standards der DBK.

Bibel – Biblische Geschichten deuten

Die Berufung Levis ist ein klassisches Beispiel für Jesu Zuwendung zu Ausgegrenzten. Die Kinder erschließen die Erzählung methodisch vielfältig und deuten sie existenziell – exakt im Sinne der biblischen Standards der DBK.

Jesus Christus – Begegnung, Heilung, Zuwendung

Die Begegnung Jesu mit Levi verkörpert die DBK-Ziele: Jesus sieht, stärkt, heilt und führt in Gemeinschaft. Die Kinder erkennen in Jesu Verhalten eine Lebensperspektive für heute. Dieser Standard wird vollständig erfüllt.

Gott – Annahme, Liebe, Nähe

Kinder erfahren Gottes Zuwendung in der Geschichte Levis, im Fest und im Segen. Die Einheit vermittelt Gottes bedingungslose Annahme – eines der zentralsten Anliegen der kirchlichen Richtlinien.

Kirche – Gemeinschaft leben und feiern

Die Tischgemeinschaft, Rituale, Segensformen und das gemeinsame Fest entsprechen den kirchlichen Standards, die das Erleben christlicher Gemeinschaft fordern.

Welt und Verantwortung – Solidarität und Gerechtigkeit

Jesu Umgang mit Levi wird als Beispiel gelebter Nächstenliebe erschlossen. Die Kinder übertragen diese Haltung auf ihren Alltag und übernehmen Verantwortung für ein wertschätzendes Miteinander.

Zusammenfassung der Passung zur DBK

Die Unterrichtseinheit erfüllt die kirchlichen Richtlinien curricularer Standards der DBK in allen Bereichen in außergewöhnlich hohem Maße. Sie

  • stärkt personale und soziale Kompetenzen,

  • erschließt eine zentrale biblische Begegnungsgeschichte,

  • vermittelt elementare theologische Grundbotschaften,

  • nutzt Symbole und Rituale,

  • fördert kommunikative, ästhetische und kreative Ausdrucksformen,

  • bildet ethische Urteilsfähigkeit im Sinne des Evangeliums.

Sie ist damit lehrplankonform, kirchlich fundiert und religionspädagogisch hoch geeignet.

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz: Kirchliche Richtlinien / Bildungsstandards für den katholischen Religionsunterricht in der Grundschule.

Anmerkungen:
* Die Zuordnung für die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Berlin und Brandenburg basieren auf dem gemeinsam entwickelten Rahmenplan Grundschule – Katholische Religion, herausgegeben Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
** Mit dem Schuljahr 2025/2026 beginnt die schrittweise Einführung des christlichen Religionsunterrichts (CRU) in Niedersachsen, das noch nicht in Kraft getretene Kerncurriculum ist noch nicht bedacht!

Konfessionelle Kooperation

Bezüge zu exemplarischen Arbeitsplänen & -hilfen

Die Bezüge auf die Arbeitshilfen dienen dir zur Gestaltung von Religionsunterricht in konfessioneller Kooperation.

Die Unterrichtseinheit weist eine sehr enge und tiefgehende Passung zu den Beispielcurricula A und B für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in Baden-Württemberg (Klassen 1/2) auf. Sie verbindet zentrale Aspekte des sozialen Lernens – wie Gemeinschaft, Vielfalt, Gefühle, Annahme und wertschätzende Kommunikation – mit biblischen Begegnungen Jesu und entspricht damit wesentlichen Vorgaben beider Curriculumsvarianten.

In Beispielcurriculum A findet sich eine besonders klare Anbindung an die Unterrichtseinheit „Du bist einmalig – wir sind eine Gemeinschaft“. Diese Einheit fordert, dass Kinder ihre eigenen Gedanken und Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Erfahrungen miteinander vergleichen, unterschiedliche Sicht- und Verhaltensweisen in der Lerngruppe darstellen und in herausfordernden Situationen Handlungsalternativen prüfen. Die vorliegende Unterrichtseinheit erfüllt diese Ansprüche umfassend: Die Kinder sprechen über Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung, deuten Gefühle der Figur Levi und setzen diese mit eigenen Erlebnissen in Beziehung. Sie entwickeln Regeln für ein gelingendes Miteinander und prüfen gemeinsam, wie einladendes, respektvolles Handeln im Alltag aussehen kann. Zudem greift die Einheit den inhaltlichen Schwerpunkt des Curriculums auf, nach dem Kinder erkennen sollen, dass Gott jeden Menschen annimmt, begleitet und liebt, unabhängig von Herkunft oder Verhalten. Die Begegnung Jesu mit Levi macht diese Annahme sichtbar und wird im Unterricht als Modell für heutige Beziehungen interpretiert. Dadurch wird auch die im Curriculum formulierte Kompetenz gestärkt, achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen und christliche Grundhaltungen wie Selbst- und Nächstenliebe zu entwickeln.

Auch zum Beispielcurriculum B besteht eine hohe Passung. Dort wird besonders betont, dass Kinder Erfahrungen von Menschen mit Gott mit eigenen Erfahrungen verbinden sollen. Genau dies geschieht, wenn die Schülerinnen und Schüler Levis Einsamkeit, seine Suche nach Wertschätzung und seine Veränderung durch Jesus mit ihren eigenen Lebenssituationen vergleichen. Die Einheit führt Kinder zudem an religiöse Ausdrucksformen heran, indem sie Rituale, Segenselemente, symbolische Handlungen und gemeinsames Feiern nutzt. Dies entspricht dem Auftrag des Curriculums, dass Kinder an religiösen und liturgischen Ausdrucksformen teilhaben und deren Bedeutung erschließen. Darüber hinaus unterstützt die Einheit das Ziel, Verantwortung für das soziale Miteinander zu übernehmen und Vielfalt als Bereicherung zu verstehen. Methoden wie Bodenbilder, Rollenspiele und kreative Gestaltung verdeutlichen den Kindern, dass Gemeinschaft aktiv gestaltet werden muss — ein Gedanke, der im kooperativen Curriculum mehrfach betont wird.

Für den katholischen Blickwinkel, der in beiden Curricula ausgewiesen ist, zeigt die Unterrichtseinheit eine vorbildliche Umsetzung. Die katholische Perspektive hebt hervor, dass jeder Mensch von Gott mit unverlierbarer Würde ausgestattet ist und dass Gottes Liebe und Zuwendung Menschen verändern kann. Die Szene der Berufung Levis spiegelt diese Grundüberzeugung: Jesus nimmt Levi trotz sozialer Vorbehalte an, schenkt ihm neue Perspektiven und ruft ihn in eine Gemeinschaft, die ihn trägt und ihm neue Hoffnung gibt. Die Einheit überträgt diese theologische Botschaft konsequent in Alltagssituationen der Kinder und fördert damit das Bewusstsein für empathisches, wertschätzendes und solidarisches Handeln.

In der Gesamtschau fördert die Unterrichtseinheit zahlreiche prozessbezogene Kompetenzen der Beispielcurricula: Gefühle ausdrücken und deuten, Perspektiven wechseln, biblische Texte erschließen, Handlungsmöglichkeiten reflektieren, Verantwortung übernehmen und Impulse für ein gelingendes Zusammenleben entwickeln. Ebenso stärkt sie zentrale inhaltsbezogene Kompetenzen wie das Verständnis von Gottes liebevoller Zuwendung, das Erkennen von Jesu Haltung der Annahme, die Gestaltung sozialer Gemeinschaft und die Deutung biblisch geprägter Lebenssituationen. Damit entspricht sie in besonderem Maße dem Bildungsanspruch Baden-Württembergs, christliche Haltungen in lebensweltlichen Bezügen erfahrbar zu machen.

Quelle:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Beispielcurriculum A (Stand 07.03.2024) und Beispielcurriculum B (Stand 12.04.2024) für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht in der Grundschule, Klassen 1/2.

t.b.a.

t.b.a.

Für Rheinland-Pfalz stehen im Projekt die „Beispiel-Arbeitspläne für konfessionelle Kooperation“ zur Verfügung. Diese enthalten für Klasse 1 exemplarische Unterrichtskomplexe, die sowohl prozessbezogene als auch inhaltsbezogene Kompetenzen des katholischen Religionsunterrichts berücksichtigen. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ lässt sich in mehreren Bereichen sehr deutlich verorten.

Im Bereich „Ich bin einmalig – du bist einmalig“ wird betont, dass Kinder ihre Einmaligkeit entdecken, Gefühle benennen, von frohen und traurigen Erfahrungen erzählen und verstehen, dass jeder Mensch wertvoll ist. Genau diese Fähigkeiten werden in der Levi-Einheit vertieft, wenn Kinder Gefühle ausdrücken, Perspektiven wechseln, eigene Erfahrungen von Ausgrenzung reflektieren und erkennen, dass jeder Mensch Anerkennung braucht. Die Förderung von Empathie, Selbstwert und gegenseitigem Respekt bildet sowohl im rheinland-pfälzischen Arbeitsplan als auch in der Einheit ein zentrales Fundament.

Ein zweiter wichtiger Bezugspunkt ist der Themenkomplex „Jesus begegnet Menschen“. Der Arbeitsplan sieht vor, dass Kinder darstellen, wie Jesus Menschen sieht, annimmt und begleitet. Die Berufung Levis passt dazu ideal, weil sie exemplarisch zeigt, wie Jesus einen ausgegrenzten Menschen wahrnimmt und ihm neue Würde zuspricht. Die Kinder erleben in der Einheit, dass Jesu Blick Gemeinschaft verändert und Menschen neu aufrichten kann – genau jene theologische Grundbotschaft, die der Arbeitsplan als Kern des katholischen Religionsunterrichts betont. Zudem wird die Kompetenz aufgebaut, biblische Erzählungen zu deuten und auf die eigene Lebenswirklichkeit zu beziehen.

Auch der Bereich des sozialen Lernens ist in Rheinland-Pfalz zentral verankert. Die Arbeitspläne heben hervor, dass Kinder lernen sollen, wie Zusammenleben gelingt, wie Regeln gefunden werden und wie Gemeinschaft gestaltet wird. Die Unterrichtseinheit stärkt diese Kompetenzen umfassend, indem die Kinder konkrete Regeln und Verhaltensweisen für eine wertschätzende Klassengemeinschaft erarbeiten, Situationen der Ausgrenzung besprechen und eigene Beiträge zu einem gelingenden Miteinander formulieren. Symbole wie die Tischgemeinschaft, Rituale oder Einladungskarten greifen zugleich den Auftrag auf, religiöse Ausdrucksformen kennen- und gestaltend nutzen zu lernen.

Darüber hinaus finden sich Verbindungen zu Bereichen wie „Verantwortlich handeln“, „Fragen nach Gott“ und „Symbolische Ausdrucksformen gestalten“. Die Einheit ermöglicht, eigene spirituelle Erfahrungen zu thematisieren, etwa im Segensritual oder in der gestalteten Mitte, und sie fördert die Kompetenz, religiöse Symbole wie den gemeinsamen Tisch oder ein Segenszeichen in ihrer Bedeutung zu verstehen und zu gestalten.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit in Rheinland-Pfalz eine außerordentlich hohe Passung aufweist, da sie sowohl die sozialen als auch die theologischen und symbolischen Lernziele des Arbeitsplans umsetzt. Sie ermöglicht ein tiefes Verständnis für Nächstenliebe, Annahme und Gemeinschaft – zentrale Anliegen des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts in diesem Bundesland.

Quelle:
Beispiel-Arbeitsplan für konfessionell-kooperativen Religionsunterricht – Grundschule Rheinland-Pfalz (Klasse 1).

Die Unterrichtseinheit passt im Saarland sehr gut zu den ausgewiesenen Kompetenz- und Inhaltsbereichen der „Vorarbeiten für eine Handreichung Koko GS Saarland“. Besonders klar wird die Verbindung zum ersten Quartal, in dem grundlegende Kompetenzen zur Wahrnehmung der eigenen Einmaligkeit, zu Regeln gelingenden Miteinanders und zu Ausdrucksformen von Gefühlen und Erlebnissen benannt werden. Die Kinder sollen laut Vorgaben erkennen, „wie gelingt Zusammenleben?“, Klassenregeln entwickeln und die Einmaligkeit jedes Menschen wahrnehmen. Dies korrespondiert direkt mit den Inhalten der Unterrichtseinheit, in der die Kinder Vielfalt in der Klassengemeinschaft entdecken, Erfahrungen von Zugehörigkeit und Ausschluss besprechen und Kriterien einer wertschätzenden Gemeinschaft erarbeiten.

Inhaltlich schließt die Einheit auch an die Kompetenzbereiche des ersten und zweiten Quartals an, in denen sowohl das Begegnen Jesu als auch Geschichten von Menschen, die die Nähe Gottes erfahren haben, thematisiert werden. Die Begegnung Jesu mit Levi bildet ein zentrales Element der saarländischen Vorgaben, die betonen, dass Kinder erzählen können sollen, „wie Jesus Menschen begegnet ist“ und wie Lebensveränderungen durch Vertrauen auf Gott möglich werden. Die Einheit greift diesen theologischen Kern auf, indem sie zeigt, wie Jesus Levi ansieht, annimmt und in Gemeinschaft führt. Diese Erzählung macht für die Kinder erfahrbar, wie Zuwendung, Anerkennung und ein neuer Blick auf sich selbst und andere heilsam wirken können – ein wesentliches Ziel des saarländischen Religionsunterrichts.

Auch im Kompetenzfeld „Gefühle, Geschwister und Vergebung“, das im Zusammenhang mit Josef und seinen Brüdern genannt wird, ergeben sich deutliche Übereinstimmungen. Die Kinder deuten Gefühle, reflektieren Beziehungen, erkennen Verletzungen und schöpfen Hoffnung aus neuen Anfangsmöglichkeiten. Diese sozial-emotionalen Lernprozesse decken sich mit der Arbeit an Levis Einsamkeit und seiner inneren Veränderung. Hinzu kommt, dass die saarländischen Vorgaben betonen, wie wichtig es ist, auszudrücken, wo Kinder Geborgenheit, Angst, Freude oder Unsicherheit erleben – Fähigkeiten, die in der Unterrichtseinheit konsequent eingeübt werden.

Auch die Kompetenzbereiche des zweiten Quartals – etwa „Leben in der Gemeinschaft“, „Regeln beachten“, „Bedürfnisse erkennen“, oder „Handeln wie vorbildliche Menschen“ – passen inhaltlich hervorragend zur Einheit. Wenn die Kinder überlegen, wer in ihrer Klasse manchmal am Rand steht, und Schritte erarbeiten, wie sie einladender handeln können, setzen sie zentrale Impulse des Saarland-Curriculums um: verantwortliches Handeln, Rücksichtnahme und die Orientierung an biblischen Vorbildern wie Jesus oder dem barmherzigen Samariter.

Insgesamt zeigen sich im Saarland eine sehr hohe thematische Übereinstimmung und eine breite kompetenzorientierte Passung. Die Einheit unterstützt auf vorbildliche Weise das Anliegen, Kinder zu einem empathischen, beziehungsfähigen und aus christlicher Haltung heraus wertschätzenden Miteinander zu befähigen.

Quelle:
Vorarbeiten für eine Handreichung – Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht Grundschule Saarland (Klassen 1–4).

Bezüge zum evangelischen Religionsunterricht

Sie dienen dir und deinen Kolleg:innen als Hilfe zur Erstellung schuleigener Arbeitspläne für konfessionellen Religionsunterricht in Kooperation (bspw. in Nordrhein-Westfalen) und Unterricht in gemischt-konfessionellen Lerngruppen.

Baden-Württemberg

Die Unterrichtseinheit weist eine sehr hohe Passung zum Bildungsplan Evangelische Religionslehre in Baden-Württemberg auf. In der Gesamtstruktur des Bildungsplans stehen die Kompetenzbereiche „Mensch“, „Welt und Verantwortung“, „Bibel“ und „Jesus Christus“ im Zentrum. Alle vier Bereiche werden in dieser Einheit auf beispielhafte Weise aufgegriffen und miteinander verzahnt.

Im Kompetenzbereich „Mensch“ wird im Bildungsplan gefordert, dass Kinder sich selbst und andere in ihrer Einzigartigkeit wahrnehmen, Gefühle ausdrücken, Erfahrungen von Freude, Angst, Ausgrenzung oder Zugehörigkeit benennen und ein Gefühl für Verantwortung im Zusammenleben entwickeln. Die Unterrichtseinheit setzt diesen Bereich unmittelbar um: Die Kinder begegnen der Gefühlswelt Levis, identifizieren Momente der Einsamkeit und Ablehnung und übertragen diese Erfahrungen auf ihr eigenes Leben. Durch Levifiguren, Gesprächssituationen, Perspektivwechsel und die gemeinsame Arbeit am Plakat „So wünschen wir uns unsere Gemeinschaft“ werden alle grundlegenden Teilkompetenzen dieser Kategorie gefördert. Die Kinder erleben sich als wertvoll, erkennen die Gefühle anderer und entwickeln Sensibilität dafür, wie das eigene Handeln Gemeinschaft stärken oder schwächen kann.

Der Kompetenzbereich „Welt und Verantwortung“ fordert, dass Kinder ihre Welt in ihrer Vielfalt wahrnehmen, Unterschiede erkennen, wertschätzend miteinander umgehen und Verantwortung für gelingende Beziehungen übernehmen. Dieses Anliegen ist der zentrale rote Faden der Einheit. Die Bewegungsaufstellungen zu Vielfalt, das gemeinsame Gespräch über Ausgrenzung und Zugehörigkeit, das Entwerfen konkreter Regeln für das Zusammenleben sowie symbolische Handlungen wie Einladungskarten oder das offene Bodenbild von Levis Haus verbinden religiöse und soziale Lernprozesse. Die Kinder erfahren, dass Gemeinschaft gestaltet werden muss und dass jedes Kind eine Rolle dabei spielt. Damit trifft die Einheit genau die Bildungsplanintention, religiöse Bildung immer auch als sozial-ethische Bildung im Alltag zu verstehen.

Eine besonders starke Passung zeigt sich im Bereich „Bibel“. Der Bildungsplan betont, dass Kinder biblische Texte kennenlernen, erschließen und als Ausdruck von Gottes Begleitung und Zuwendung deuten sollen. Die Levi-Geschichte bietet einen klaren Bezug zu diesen Zielen: Die Kinder erschließen den Text über Bodenbilder, Erzählungen in zwei Niveaustufen, Rollenspiele, Körperübungen und Musik. Die geforderte Vielfalt an Zugängen – Bodenbilder, Standbilder, Lieder, Gespräche – wird vollständig erfüllt. Auch die Kompetenz, an biblischen Texten zu erkennen, wie Gott Menschen liebt, annimmt und begleitet, tritt deutlich hervor: Levi wird durch die Begegnung mit Jesus innerlich und äußerlich aufgerichtet. Die Kinder erfassen diese Veränderung über Symbolarbeit und übertragen sie in ihre eigene Lebenswelt.

Im Kompetenzbereich „Jesus Christus“ entspricht die Einheit nahezu ideal den Anforderungen des Bildungsplans. Dieser fordert, dass Kinder Geschichten vom Leben und Wirken Jesu erzählen können, verstehen, wie Jesus Menschen begegnet und darstellen, wie diese Begegnungen Menschen verändern. Genau dies geschieht in der Einheit: Die Kinder lernen Levi als ausgegrenzte Figur kennen, analysieren Jesu Blick und seine einladende Haltung und gestalten die Veränderung Levis symbolisch, indem sie die gebeugte Figur durch eine aufgerichtete ersetzen. Das gemeinsame Singen des Liedes „Komm mit mir, spricht Jesus“ und das nacherzählte Fest machen Jesu Zuwendung performativ erfahrbar. Die Einheit transportiert so das evangelische Grundmotiv, dass Gottes Annahme Menschen stärkt und Gemeinschaft schenkt, und erfüllt exemplarisch die Bildungsplanforderung, diese Botschaft kindgerecht erfahrbar zu machen.

Auch die prozessbezogenen Kompetenzen, die der Bildungsplan über alle Bereiche hinweg fordert – Wahrnehmen und Beschreiben, Verstehen und Deuten, Kommunizieren und Teilhaben, Gestalten und Handeln – werden vollständig abgedeckt. Die Kinder nehmen Gefühle wahr, beschreiben Situationen, deuten biblische Erzählungen, kommunizieren in Gesprächskreisen, gestalten Symbole und Rituale und handeln aktiv, indem sie Gemeinschaft im Klassenraum aufbauen.

Schließlich greift die Einheit auch Aspekte des Kompetenzbereichs „Religionen – Vielfalt und respektvolle Begegnung“ auf. Der Bildungsplan hebt hervor, dass Kinder Vielfalt wahrnehmen, eigene Fremdheitserfahrungen artikulieren und respektvoll mit unterschiedlichen religiösen oder weltanschaulichen Hintergründen umgehen sollen. Die Einheit versteht Vielfalt ausdrücklich als Ressource, arbeitet mit biografischen und sozialen Unterschieden innerhalb der Lerngruppe und fördert Respekt und Wertschätzung durch Rituale, Gesprächsformen und Einladungssymbolik. Damit erfüllt sie auch dieses Anliegen des Bildungsplans in herausragender Weise.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ in allen relevanten Kompetenz- und Inhaltsbereichen vollständig mit dem Bildungsplan für Baden-Württemberg übereinstimmt. Sie setzt die Intention des Bildungsplans – religiöse Bildung als personale, soziale, biblische und ethische Bildung – kohärent, vielfältig und kindgemäß um.

Quelle:
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg: Bildungsplan 2016 – Evangelische Religionslehre Grundschule, Stuttgart 2016.

Bayern

Die Unterrichtseinheit passt inhaltlich wie kompetenzorientiert sehr präzise zu den Anforderungen des LehrplanPLUS für Evangelische Religionslehre in Bayern. Der Lehrplan ist stark lebensweltorientiert, betont die Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten im Hinblick auf Identität, Gemeinschaft, Empathie und Nächstenliebe und beschreibt für die Jahrgangsstufen 1/2 klar definierte Lernbereiche und Kompetenzerwartungen, die durch die vorliegende Einheit in allen Dimensionen erreicht werden.

Besonders eng knüpft die Einheit an den Lernbereich an, der im Lehrplan unter Formulierungen wie „Andere in ihrer Vielfalt wahrnehmen“ und „Mit anderen gut zusammenleben“ für die Jahrgangsstufen 1/2 beschrieben ist. Dort sollen Kinder lernen, Verschiedenheit als Bereicherung kennenzulernen, sich selbst und andere mit Stärken und Schwächen wahrzunehmen, Konflikte zu reflektieren und Kriterien für ein gelingendes Miteinander zu entwickeln. Genau diese Ziele bilden den Ausgangspunkt der Einheit: Die Kinder bringen eigene Erfahrungen von Freundschaft, Ausschluss oder Unsicherheit ein, erkennen ihre Unterschiedlichkeit und entwickeln gemeinsam Regeln und Haltungen, die eine wertschätzende Gemeinschaft tragen. Die Bewegungsaufstellungen, Gesprächsimpulse, Reflexionsrunden und das gemeinsame Plakat zur Klassengemeinschaft entsprechen genau diesem Anspruch, Vielfalt zu verstehen und sozial verantwortliches Handeln zu üben.

Der LehrplanPLUS legt außerdem großen Wert darauf, dass Kinder biblische Geschichten deuten und auf ihre Lebenswelt beziehen. Dies wird in der Einheit besonders deutlich an der Erzählung von Levi. Die Kinder lernen Levi zunächst als ausgegrenzten Menschen kennen, versetzen sich durch Levifiguren, Gefühle-Karten und Perspektivwechselübungen in seine Situation hinein und verbinden seine Erfahrungen mit ihren eigenen Situationen. Damit erfüllen sie grundlegende Kompetenzen des Lehrplans, wie Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Einfühlungsvermögen entwickeln und biblische Texte als Deutungsangebote für das eigene Leben zu verstehen. Die kindgerechte Erzählweise, das Bodenbild, szenische Interpretationen und das anschließende Gespräch über Veränderungen im Leben Levis decken explizit die geforderte Kompetenz ab, dass biblische Geschichten Orientierung für moralische Entscheidungen und soziale Situationen geben.

Ein weiterer Lernbereich des LehrplanPLUS befasst sich mit der Frage, wie Menschen Gemeinschaft gestalten. Dieser Bereich wird in der Einheit auf vielfältige Weise umgesetzt. Die Kinder gestalten Einladungskarten, legen gemeinsam ein Bodenbild von Levis Haus, setzen sich mit offenen Türen und Grenzen auseinander und erleben in einem Fest- oder Tischgemeinschaftsritual, wie es sich anfühlt, einander einzuladen und Verantwortung für ein harmonisches Miteinander zu übernehmen. Solche performativen und gestalterischen Zugänge entsprechen dem Kompetenzziel, religiöse Inhalte nicht nur kognitiv, sondern auch handelnd zu erschließen. Der Lehrplan legt besonderen Wert darauf, religiöse Symbole – wie Tischgemeinschaft, Einladung oder Annahme – kindgerecht erfahrbar zu machen. Die Einheit verknüpft diese Symbole eng mit der Lebenswelt der Kinder und erfüllt damit zentrale Vorgaben des Lehrplans zum performativen religiösen Lernen.

Auch der Bereich „Nächstenliebe“ – ein wiederkehrendes Motiv im bayerischen Lehrplan – wird von der Einheit hervorragend abgedeckt. Die Kinder erkennen, dass Jesu Zuwendung zu Levi eine Form gelebter Nächstenliebe ist, die bestehende soziale Grenzen überwindet. Sie reflektieren, wie Annahme das Leben eines Menschen verändern kann, und übertragen dies auf konkrete Alltagssituationen ihrer Klasse. Solche Schritte erfüllen die intendierte Kompetenz, aus biblischen Texten Orientierung für eigenes Handeln abzuleiten und zu überlegen, wie man selbst einladend, rücksichtsvoll oder helfend sein kann.

Im LehrplanPLUS sind prozessbezogene Kompetenzen wie Wahrnehmen, Deuten, Kommunizieren und Gestalten fest verankert. Diese werden in der Einheit strukturiert und methodisch reich umgesetzt: Die Kinder nehmen Gefühle wahr (durch Levifiguren und Reflexionsgespräche), deuten biblische Inhalte, kommunizieren in Gesprächskreisen, Partnerphasen und Gruppenarbeiten, und gestalten Symbole und Rituale, die das Gelernte erfahrbar machen. Damit entspricht die Einheit exakt der bayerischen Konzeption, die religiöse Bildung als Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand versteht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit in allen wesentlichen Bereichen – Lebensweltorientierung, Umgang mit biblischen Geschichten, Förderung von Empathie und Gemeinschaft, Nächstenliebe, religiöse Symbole und Rituale sowie prozessbezogene Kompetenzen – vollständig mit dem LehrplanPLUS Bayern übereinstimmt. Sie setzt die Intentionen des Lehrplans vorbildlich um, indem sie religiöse Inhalte tief mit dem sozialen Lernen der Kinder verbindet und ihnen ermöglicht, Gemeinschaft aktiv und verantwortungsvoll zu gestalten.

Quelle:
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: LehrplanPLUS Evangelische Religionslehre Grundschule

Berlin

Die Unterrichtseinheit stimmt inhaltlich und kompetenzorientiert in hohem Maß mit dem Berliner Rahmenlehrplan Evangelische Religion überein. Der Rahmenlehrplan ist spiralcurricular aufgebaut und strukturiert die religiöse Bildung entlang von sieben „Lebensfragen“, die Kinder durch alle Jahrgangsstufen begleiten. Für die hier relevante Grundschule (Jahrgänge 1–6) ist die Einheit besonders eng mit der Lebensfrage verbunden, die nach einem gelingenden Miteinander fragt. Diese Lebensfrage ist stark lebensweltorientiert und thematisiert Konflikte, Ausgrenzung, Schuld, Versöhnung, Empathie, Formen des Streitens und des Friedens sowie Maßstäbe für gelingendes Zusammenleben. Die Einheit greift diese Themenfelder in nahezu idealtypischer Weise auf.

Die Erzählung rund um Levi, seine Ausgrenzung, seine Erfahrung von Annahme durch Jesus und die daraus folgende Veränderung bildet einen exemplarischen Zugang zu biblischen Narrationen, die – entsprechend dem Rahmenlehrplan – als Spiegel für zwischenmenschliche Erfahrungen dienen. Der Rahmenlehrplan fordert, biblische Geschichten so einzusetzen, dass Kinder an ihnen grundlegende Kriterien von Zusammenleben, Schuld, Angst, Vergebung und Annahme erkennen. Genau dies geschieht in der Unterrichtseinheit, indem die Kinder Levis Einsamkeit und innere Not nachvollziehen, die Zuwendung Jesu deuten und erkennen, wie diese eine neue Gemeinschaft ermöglicht. Die symbolische Gestaltung der Veränderung Levis (etwa durch die aufgerichtete Figur) und das Nacherleben der Tischgemeinschaft machen diesen Prozess auch performativ erfahrbar – ein Anspruch, den der Rahmenlehrplan ausdrücklich betont.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Berliner Rahmenlehrplans sind die vier Kompetenzbereiche: Wahrnehmen und Deuten, Erzählen und Darstellen, Urteilen und Kommunizieren sowie Teilhaben und Gestalten. Alle vier Kompetenzdimensionen werden in der Unterrichtseinheit umfassend umgesetzt. Die Kinder nehmen Gefühle, Ausschlusserfahrungen und religiöse Symbole wahr, deuten die Levi-Erzählung im Blick auf ihr eigenes Leben, erzählen die Geschichte weiter und stellen sie mit Symbolen, Bodenbildern und Rollenspielen dar. Gleichzeitig treten sie in die Kommunikation über ihr eigenes Handeln und ihre Verantwortung füreinander ein – etwa wenn sie gemeinsam Regeln für die Klassengemeinschaft formulieren oder konkrete Schritte entwickeln, wie Außenseiter einbezogen werden können. Die Einheit ermöglicht den Kindern darüber hinaus, aktiv gestaltend zu handeln: Sie entwickeln Einladungskarten, legen ein Bodenbild von Levis offenem Haus und feiern ein gemeinsames Fest, das Gemeinschaft sichtbar ausdrückt. Damit wird die vom Rahmenlehrplan geforderte Kompetenz, sich gestaltend und reflektierend in religiöse und soziale Situationen einzubringen, voll erfüllt.

Die im Berliner Rahmenlehrplan hervorgehobenen Dimensionen von interreligiöser Sensibilität, Wertschätzung von Vielfalt und Reflexion eigener und fremder Perspektiven werden in der Einheit ebenfalls vorbildlich aufgegriffen. Die Kinder erfahren, dass Vielfalt normal und bereichernd ist, und sie reflektieren unterschiedliche Lebenslagen, Sprachen und Hintergründe. Gleichzeitig knüpft die Einheit dort an, wo der Rahmenlehrplan das soziale Lernen als Kern religiöser Bildung versteht: Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen, anderen mit Respekt zu begegnen und ihren Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben zu leisten. Die Unterrichtseinheit übersetzt diese Anforderungen in konkrete Handlungssituationen: Kinder überlegen, wer in ihrer Klasse am Rand steht, was sie selbst verändern können, wie sich Gemeinschaft anfühlt und wie Einladung und Annahme in alltäglichen Gesten erfahrbar werden.

Schließlich entspricht auch die Arbeitsweise der Einheit dem Rahmenlehrplan, der großen Wert auf offene, kommunikative, kreative und erfahrungsbezogene Lernformen legt. Ob Gesprächskreise, Partner- und Gruppenarbeit, emotionale Symbole, Rituale oder ästhetische Zugänge – die Einheit bewegt sich vollständig innerhalb des methodischen Repertoires, das der Rahmenlehrplan für religiöse Lernprozesse empfiehlt. Sie macht Kindern religiöse Motive nicht abstrakt, sondern erlebbar, und unterstützt sie darin, im Licht biblischer Erzählungen eigene Maßstäbe für gelingendes Miteinander zu entwickeln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ die Ziele und Intentionen des Rahmenlehrplans für Berlin in hohem Maße erfüllt. Sie verbindet religiös-theologische Perspektiven mit sozialem Lernen, lässt Kinder biblische Erfahrungen deuten und eröffnet ihnen konkrete Wege, verantwortungsvoll und empathisch am Zusammenleben ihrer Klassengemeinschaft mitzuwirken.

Quelle:
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Rahmenlehrplan Evangelische Religionslehre, Teil C des Rahmenlehrplans der Länder Berlin und Brandenburg, 2. überarb. Auflage 2024.

Brandenburg

Der Evangelische Religionsunterricht in Brandenburg folgt dem Rahmenlehrplan der EKBO, der als Teil C in den staatlichen Rahmenlehrplan Berlin-Brandenburg integriert ist. Für Brandenburg gilt dieser Rahmenlehrplan in vollständiger Übereinstimmung, sodass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ auch für die brandenburgischen Vorgaben hervorragend geeignet ist. Die Struktur des Lehrplans – spiralcurricular angelegt und orientiert an den sieben Lebensfragen – bildet das Fundament für die Passung der Unterrichtseinheit, die insbesondere in der Lebensfrage nach einem gelingenden Miteinander verankert ist. Diese Lebensfrage wird im brandenburgischen Kontext stark betont, da Schülerinnen und Schüler gerade in heterogenen Lerngruppen soziale Erfahrungen, Konflikte und Fragen nach Zugehörigkeit besonders intensiv erleben. Die Einheit stellt auf diese Weise einen passenden, kindgerechten und lebensweltlich relevanten Baustein für den Religionsunterricht dar.

Zentral ist, dass Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Religionsunterrichts lernen, Konflikte wahrzunehmen, Gefühle auszudrücken, Empathie zu entwickeln und Kriterien für gelingende Beziehungen zu erkennen. Die Unterrichtseinheit erfüllt all diese Ziele in strukturierter Weise: Die Kinder nähern sich Levis Erfahrungen von Ausgrenzung und Einsamkeit an, reflektieren eigene Gefühle, erzählen von Situationen aus ihrem eigenen schulischen Umfeld und erkennen Parallelen zwischen biblischer Erfahrung und eigener Lebenswelt. Im brandenburgischen Rahmenlehrplan wird ausdrücklich gefordert, dass biblische Geschichten als Lernorte dienen, um menschliche Erfahrungen wie Streit, Schuld, Angst und Annahme zu thematisieren. In der Einheit wird dies exemplarisch sichtbar, da die Kinder zunächst Levis emotionale Situation erkunden, den veränderten Blick Jesu auf Levi wahrnehmen und anschließend mithilfe von Symbolen, Bildern und Ritualen deuten, wie Annahme gemeinschaftsstiftend wirkt.

Die vier Kompetenzbereiche des Rahmenlehrplans – Wahrnehmen und Deuten, Erzählen und Darstellen, Urteilen und Kommunizieren sowie Teilhaben und Gestalten – werden vollständig abgedeckt. Durch Gespräche, kreative Bodenbilder, szenische Elemente und persönliche Reflexionsphasen nehmen die Schülerinnen und Schüler religiös bedeutsame Situationen wahr und deuten sie vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenswirklichkeit. Sie erzählen biblische Geschichten in unterschiedlichen Darstellungsweisen weiter und entwickeln in Austauschphasen ein Urteil darüber, was Gemeinschaft fördert oder hindert. Die Einheit ermöglicht den Kindern darüber hinaus, aktiv gestaltend tätig zu werden: Sie entwickeln Einladungskarten, legen ein offenes Bodenbild von Levis Haus als Symbol für Einladung und Annahme und führen gemeinsame Rituale durch. Diese Handlungsformen erfüllen genau die brandenburgische Anforderung, dass Kinder religiöse Lernprozesse nicht nur kognitiv, sondern auch handelnd und gemeinschaftlich vollziehen sollen.

Auch die im Rahmenlehrplan für Brandenburg besonders hervorgehobene Perspektive der interreligiösen Sensibilität, der Wertschätzung von Vielfalt und der Dialogfähigkeit findet in der Einheit einen klaren Niederschlag. Durch die Bewegungsaufstellungen zur Vielfalt, Gespräche über unterschiedliche familiäre Hintergründe und die Betonung, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft oder Fähigkeiten angenommen ist, wird religiöse und kulturelle Pluralität positiv aufgegriffen. Die Lerngruppe wird dazu ermutigt, Unterschiede bewusst wahrzunehmen, sie zu respektieren und als Ressource für eine vielfältige Gemeinschaft zu entdecken. Gerade für Brandenburg, das im Rahmenlehrplan auf eine Schule der Vielfalt verweist, entspricht diese Einheit vorbildlich den intendierten Zielen.

Darüber hinaus erfüllt die Einheit die brandenburgische Vorgabe, religiöse Symbole, Feste und Rituale sowohl im christlichen Kontext als auch als allgemeine Ausdrucksformen menschlicher Sinnsuche zu erschließen. Die Kinder erleben Tischgemeinschaft als religiöses und soziales Symbol und erkennen in Einladungsritualen Elemente, die im Rahmenlehrplan als bedeutsam beschrieben werden – insbesondere im Hinblick auf die Frage, wie Menschen Zugehörigkeit erfahren. Die Einheit nutzt diese Symbole kindgemäß und wirkungsvoll und macht religiöse Bedeutungen durch Handlung, Gestaltung und gemeinschaftliche Erfahrung spürbar.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit in allen relevanten Kompetenzbereichen und Lebensfragen eine vollständige Übereinstimmung mit dem brandenburgischen Rahmenlehrplan aufweist. Sie verbindet religiöse Bildung, emotionale Entwicklung und soziales Lernen in einer Weise, die im brandenburgischen Religionsunterricht ausdrücklich gewünscht ist. Die Einheit bietet eine klare, lebensnahe und theologisch fundierte Antwort auf die Frage nach gelingendem Miteinander – eine zentrale Leitfrage für den Evangelischen Religionsunterricht im Land Brandenburg.

Quelle:
Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: Rahmenlehrplan Evangelische Religionslehre, Teil C des Rahmenlehrplans der Länder Berlin und Brandenburg, 2. überarb. Auflage 2024.

Hessen

Die Unterrichtseinheit knüpft inhaltlich wie kompetenzorientiert sehr eng an das hessische Kerncurriculum Evangelische Religion für die Primarstufe an. Das Kerncurriculum formuliert eine grundlegende Kompetenzorientierung, die sich auf vier zentrale Kompetenzbereiche stützt: Kommunizieren und Anteil nehmen, Ausdrücken und Gestalten, Handeln und Teilhaben sowie Welt und Glauben deuten. Alle diese Bereiche werden in der Einheit umfassend angesprochen und didaktisch in kindgerechte Lernprozesse übersetzt.

Ein erster starker Anknüpfungspunkt liegt im Kompetenzbereich „Kommunizieren und Anteil nehmen“. Das Kerncurriculum beschreibt Kommunikation, Zuhören, Mitteilen und Verstehen als zentrale Fähigkeiten für ein gelingendes Zusammenleben. Die Unterrichtseinheit entspricht diesem Anspruch vollständig: Kinder sprechen über eigene Erfahrungen von Ausschluss oder Zugehörigkeit, hören einander in Gesprächs- und Reflexionskreisen zu und üben aktiv Perspektivenübernahme ein – sowohl durch die Identifikation mit Levi als auch durch das Aufgreifen eigener Erlebnisse aus dem Schulalltag. Die Begegnung mit Levi dient dabei als Brücke zwischen biblischer Tradition und sozialem Lernen: Die Kinder erfahren, wie bedeutsam es ist, die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu respektieren, und entwickeln eine wachere Sensibilität für die Bedürfnisse ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Damit erfüllt die Einheit zentrale kommunikative und interaktive Zielsetzungen des hessischen Curriculums.

Im Kompetenzbereich „Ausdrücken und Gestalten“ fordert das Kerncurriculum, dass Kinder religiöse Themen und Deutungen auf performative, kreative und symbolische Weise gestalten. Auch hier schließt die Einheit direkt an: Kinder gestalten Bodenbilder, bewegen Levifiguren, richten Levi körperlich auf, entwerfen Einladungskarten, gestalten ein gemeinsames Fest und nehmen an Ritualen wie dem Segenskreis teil. All diese Elemente zeigen, dass die Kinder religiöse Inhalte nicht nur kognitiv erfassen, sondern handelnd und ästhetisch ausdrücken. Das Kerncurriculum betont ausdrücklich, dass religiöse Kompetenz sichtbar in der Performanz wird – genau dieses Lernverständnis prägt die Einheit, indem sie Kindern ermöglicht, biblische Erfahrungen sichtbar und körperlich erfahrbar zu machen.

Der Kompetenzbereich „Handeln und Teilhaben“ bildet einen weiteren zentralen Ankerpunkt. Hessen hebt hervor, dass Kinder ihr eigenes Handeln überdenken, ein menschenfreundliches Miteinander gestalten und sich als Teil einer Gemeinschaft erleben sollen. Die Unterrichtseinheit setzt diesen Bereich idealtypisch um. Die Kinder erkennen, wie Levis Leben sich durch Annahme verändert, und übertragen diese Erkenntnis auf den Umgang miteinander in ihrer eigenen Klassengemeinschaft. Sie entwickeln konkrete Ideen, wie sie andere einladen, ermutigen, einbeziehen oder unterstützen können. Im Fest, in der Tischgemeinschaft und im Segensritual erfahren sie Gemeinschaft als etwas Bewusstes, Gestaltbares und von jedem Kind Mitverantwortetes. So wird die Fähigkeit zu sozialem, wertschätzendem Handeln lebendig und nachhaltig angebahnt.

Auch die inhaltlichen Konzepte des Faches, wie sie das Kerncurriculum beschreibt, zeigen eine deutliche Passung. Hessen betont biblische Geschichten als Deutungsangebote für menschliche Erfahrungen wie Einsamkeit, Angst, Schuld, Hoffnung, Neuanfang oder Annahme. Die Levi-Erzählung ist ein klassisches Beispiel für diese theologischen und anthropologischen Grundthemen. Kinder erfahren, wie Jesus einen Menschen annimmt, der sich wertlos und ausgeschlossen fühlt; sie erkennen, dass diese Annahme Leben verändern und neue Perspektiven eröffnen kann. Damit arbeitet die Einheit genau im Sinne des hessischen Grundgedankens, dass Gottes Annahme von Menschen eine Orientierung für das menschliche Zusammenleben bietet. Auch Themen wie Gemeinschaft, Nächstenliebe, Vielfalt und Toleranz sind im hessischen Curriculum zentral verankert – und werden durch die Einheit nicht nur angesprochen, sondern konkret erfahrbar gemacht.

Im Leitfaden wird darüber hinaus betont, dass Religionsunterricht Räume schaffen soll, in denen Kinder über ihre Fragen, Gefühle und Erfahrungen sprechen können und in denen sie sich ernstgenommen fühlen. Genau diese Atmosphäre prägt die gesamte Einheit: Die Kinder dürfen eigene Verletzungen benennen, werden emotional wahrgenommen und erfahren, dass ihre Perspektiven zählen. Die Einheit schafft damit einen geschützten Lernraum, in dem spirituelle und soziale Fragen selbstverständlich nebeneinanderstehen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Unterrichtseinheit in allen zentralen Kompetenzbereichen des hessischen Kerncurriculums eine vollständige und inhaltlich überzeugende Passung aufweist. Sie verbindet kommunikative, soziale, ästhetische und theologische Lernprozesse und ermöglicht Kindern, die Kernbotschaft des Evangeliums – Gottes vorbehaltlose Annahme – im eigenen Leben und Zusammenleben zu deuten. Sie eignet sich somit in besonderem Maße für den hessischen Religionsunterricht der Primarstufe.

Quelle:
Hessisches Kultusministerium: Kerncurriculum Evangelische Religion Primarstufe (2011); Leitfaden Evangelische Religion.

Mecklenburg-Vorpommern

Der Rahmenplan Evangelische Religion Mecklenburg-Vorpommern ist kompetenzorientiert aufgebaut und betont über alle Jahrgangsstufen hinweg sowohl die Förderung personaler und sozialer Kompetenzen als auch die Erschließung biblischer Geschichten im Hinblick auf das eigene Leben der Kinder. In dieser Hinsicht besteht eine sehr enge Passung zur Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“, da sie biblische Deutung, soziales Lernen, Empathiefähigkeit und das Erleben von Gemeinschaft miteinander verbindet – alles zentrale Leitlinien des Rahmenplans.

Schon der allgemeine Teil des Rahmenplans hebt hervor, dass religiöse Bildung Kinder dazu befähigen soll, Gefühle auszudrücken, Verständnis füreinander zu entwickeln, Konflikte wahrzunehmen und das eigene Handeln zu reflektieren. Dies ist ein Grundpfeiler der Einheit: Die Kinder erkennen Levis Einsamkeit, setzen sich mit ihren eigenen Erfahrungen von Zugehörigkeit oder Ausgrenzung auseinander und lernen, Gefühle benennen und deuten zu können. Die zahlreichen Gesprächsphasen, Reflexionsrunden und Partnerarbeiten decken die im Rahmenplan geforderte personale Kompetenzentwicklung vollständig ab.

Inhaltsbezogen greift die Einheit mehrere Themenfelder des Rahmenplans auf. Besonders eng verknüpft ist sie mit den Bereichen „Miteinander leben“, „Gefühle ausdrücken“ sowie der Beschäftigung mit biblischen Geschichten, in denen Menschen Gottes Zuwendung erfahren. Der Rahmenplan nennt für die unteren Jahrgangsstufen explizit das Verarbeiten von Gefühlen wie Freude, Angst, Kummer oder Hoffnung sowie das Üben nonverbaler und verbaler Ausdrucksformen. Die Einheit erfüllt diese Vorgaben durch Perspektivwechselaufgaben, Gefühls-Levifiguren, Bodenbilder und kreative Ausdrucksformen wie Einladungskarten, Standbilder oder kleine Rituale. Kinder erleben, dass religiöse Themen durch Gesten, Symbole und gemeinschaftsstärkende Rituale erfahrbar werden – ein Aspekt, den der Rahmenplan ausdrücklich hervorhebt.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Rahmenplans ist die Auseinandersetzung mit religiösen Symbolen und Ritualen, nicht nur im christlichen Kontext, sondern als Ausdruck menschlicher Erfahrung überhaupt. Die Einheit greift diese Perspektive umfassend auf: Die Tischgemeinschaft bildet ein religiöses Symbol für Zugehörigkeit, Einladung und Annahme. Das gemeinsame Fest, das Weitergeben eines Segenssymbols oder das Aufrichten der Levifigur machen religiöse Erfahrungen körperlich und emotional zugänglich. Der Rahmenplan betont, dass Kinder solche Rituale als Ausdruck von Gemeinschaft, Dank, Bitte oder Freude wahrnehmen und eigene Ausdrucksmöglichkeiten erproben sollen. Genau das wird in der Einheit konsequent umgesetzt.

Auch die im Rahmenplan betonte dialogische Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten findet in der Einheit ihren Platz. Biblische Erzählungen werden nicht nur vermittelt, sondern gedeutet und auf das Leben der Kinder bezogen. Die Levi-Geschichte ist dafür besonders geeignet, da sie Themen wie Ausgrenzung, Neubeginn und Annahme aufgreift – Themen, die in Mecklenburg-Vorpommern in verschiedenen Jahrgangsstufen unter Überschriften wie „Miteinander leben“, „Gemeinschaft erfahren“ oder „Begegnungen auf dem Weg“ verankert sind. Die Kinder erleben, wie Jesu Blick auf Levi Veränderung ermöglicht, und übertragen diese Erfahrung auf ihre Klassengemeinschaft: Wer braucht eine Einladung? Wer steht am Rand? Welche Gesten schaffen Nähe? Damit erfüllt die Einheit die im Rahmenplan geforderte Fähigkeit, biblische Texte als Orientierung für das eigene Handeln zu erschließen.

Darüber hinaus weist der Rahmenplan Mecklenburg-Vorpommern immer wieder auf fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen hin. Gemeinschaft, Vielfalt, Gefühle, Konflikte und das Zusammenleben sind explizit als übergreifende Themen der Grundschule benannt. Die Einheit knüpft an diese Vorgaben an, indem sie Inhalte der Lebenswelt der Kinder, sozial-emotionale Bildung und religiöse Deutung integriert. Die Bewegungsaufstellungen zu Vielfalt, das Erstellen eines Klassenplakats oder das gemeinsame Fest verbinden religiöse Themen mit sozialem Lernen, sprachlicher Bildung, ästhetischer Gestaltung und Ritualkompetenz. Diese Form des Lernens entspricht exakt dem Anspruch des Rahmenplans, komplexe Erfahrungsräume zu eröffnen, die Fächergrenzen überschreiten.

Besonders deutlich wird die Passung im Bereich der Gestaltung von Ausdrucksmöglichkeiten: Der Rahmenplan nennt als Mindestanforderung, dass Kinder Gesten, Klänge, Bilder und Geschichten nutzen können, um Gefühle und religiöse Erfahrungen auszudrücken. Die Einheit realisiert dies durch Symbolarbeit, kreative Gestaltungsphasen und performative Elemente. Das Aufrichten Levis, das Bodenspielfeld mit Figuren oder das Legen eines offenen Hauses sind Beispiele dafür, wie Kinder religiöse Deutung handelnd und sichtbar vollziehen – ein direkter Bezug zu den Anforderungen des Rahmenplans.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit die Intentionen des Rahmenplans Mecklenburg-Vorpommern in hohem Maße erfüllt. Sie verbindet biblische Erzählung, soziales Lernen, Symbol- und Ritualarbeit und ästhetische Ausdrucksformen zu einer stimmigen, kompetenzorientierten Lernerfahrung. Besonders die Themen Empathie, Gemeinschaft, Anerkennung von Vielfalt und die Deutung religiöser Erfahrungen im eigenen Leben stehen im Zentrum – und entsprechen damit exakt den grundlegenden Zielen des Religionsunterrichts in Mecklenburg-Vorpommern.

Quelle:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern: Rahmenplan Evangelische Religion Grundschule, Rostock

Nordrhein-Westfalen

Der Lehrplan Evangelische Religionslehre für die Primarstufe in Nordrhein-Westfalen orientiert sich an vier zentralen Kompetenzbereichen – Wahrnehmungs-, Deutungs-, Kommunikations- und Handlungskompetenz – und an inhaltsbezogenen Bereichen wie „Ich – Du – Wir“, „Gott und die Menschen“ sowie der Beschäftigung mit biblischen Geschichten, insbesondere mit Jesus und seinen Begegnungen mit Menschen. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ fügt sich hervorragend in diese Struktur ein und erfüllt die intendierten Ziele des Lehrplans in allen Bereichen sehr umfassend.

Besonders deutlich ist die Passung im inhaltlichen Bereich „Ich – Du – Wir“, der im Lehrplan für die Schuleingangsphase eine zentrale Rolle spielt. Kinder sollen ihre eigene Einmaligkeit erkennen, Unterschiede zwischen Menschen wertschätzen, Gefühle ausdrücken und wahrnehmen sowie Erfahrungen von Freundschaft, Streit, Ablehnung und Zugehörigkeit reflektieren können. Genau diese Aspekte stehen im Mittelpunkt der Unterrichtseinheit: Die Kinder benennen Gefühle, die sie mit Levi teilen, schildern eigene Erlebnisse von Ausschluss und Zugehörigkeit und setzen sich mit der Frage auseinander, was eine tragende Gemeinschaft ausmacht. Die Bewegungsaufstellungen zu Vielfalt, die Gespräche über das Miteinander in der Klasse und das gemeinsame Plakat „So wünschen wir uns unsere Gemeinschaft“ entsprechen vollständig den Anforderungen des Lehrplans an eine sozialorientierte religiöse Bildung.

Der Lehrplan NRW betont außerdem die besondere Bedeutung der Begegnung Jesu mit Menschen in schwierigen Lebenslagen. Biblische Geschichten sollen Kindern ermöglichen, Vertrauen, Annahme, Mut und Hoffnung zu entdecken. Die Levi-Erzählung passt ideal in diesen Kontext: Die Kinder erfahren, wie Jesus jemanden ansieht, der von seiner Umwelt abgelehnt und ausgegrenzt wird, und wie Zuwendung und Wertschätzung Veränderung ermöglichen. Die Einheit arbeitet diese theologische Linie kindgerecht heraus – durch das Aufrichten der Levifigur, das Gespräch über Jesu Blick und durch das gemeinsame Singen des Liedes „Komm mit mir, spricht Jesus“. Damit wird die im Lehrplan betonte Botschaft, dass Gott Menschen annimmt und stärkt, sinnlich, emotional und kognitiv erfahrbar.

Auch im Bereich der handlungskompetenzorientierten Lernprozesse zeigt die Einheit eine enge Passung: Kinder sollen laut Lehrplan lernen, Verantwortung für das Zusammenleben zu übernehmen, neue Schritte im Umgang miteinander zu wagen und soziale Beziehungen aktiv zu gestalten. Die Einheit erfüllt diese Vorgabe vorbildlich, indem die Kinder konkrete Ideen formulieren – jemanden in der Pause einzuladen, das offene Bodenbild von Levis Haus zu gestalten, andere bewusst einzubeziehen oder ein gemeinsames Fest vorzubereiten. Diese Aktivitäten machen nachvollziehbar, dass religiöse Bildung in NRW nicht nur Wissensvermittlung bedeutet, sondern zur Gestaltung eines wertschätzenden Miteinanders beiträgt.

Die vier prozessbezogenen Kompetenzen des Lehrplans werden ebenfalls klar erreicht.

  • Wahrnehmungskompetenz: Die Kinder erkennen Gefühle bei sich und anderen, deuten Levis Einsamkeit und ihre eigenen Erfahrungen.

  • Deutungskompetenz: Sie setzen die biblische Geschichte in Beziehung zu ihrer Lebenswelt und verstehen Jesu Handeln als Ausdruck von Annahme und Nächstenliebe.

  • Kommunikationskompetenz: In Partner- und Gruppenarbeiten, Gesprächskreisen und Reflexionsphasen üben sie aktiv Zuhören, Austauschen und Begründen eigener Deutungen.

  • Handlungskompetenz: Durch Einladungskarten, Rituale, das gemeinsame Fest und konkrete Schritte im Alltag wird die geforderte Fähigkeit, aus religiösen Einsichten heraus zu handeln, unmittelbar eingeübt.

Besonders gut entspricht die Einheit dem im Lehrplan mehrfach hervorgehobenen Anliegen, religiöse Symbole, Rituale und ästhetische Zugänge als Lernwege zu nutzen. Die Symbolarbeit – Tischgemeinschaft, aufgerichtete Levifigur, Segensritual – hilft Kindern, zentrale religiöse Botschaften intuitiv zu erfassen. Der Lehrplan fordert ausdrücklich, solche performativen Zugänge einzusetzen, um Verstehen und Erleben miteinander zu verbinden. Die Einheit realisiert diesen Anspruch auf eindrucksvolle Weise.

Auch der interkonfessionelle und interreligiöse Horizont, den der Lehrplan betont, wird berücksichtigt: Unterschiedliche familiäre Hintergründe und religiöse Zugehörigkeiten werden in der Einheit nicht nur akzeptiert, sondern aktiv wertgeschätzt. Vielfalt wird als Ressource der Klassengemeinschaft erlebt – ganz im Sinne der nordrhein-westfälischen Bildungsgrundsätze, die Offenheit, Toleranz und Inklusion betonen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ sowohl in ihren pädagogischen als auch in ihren theologischen und sozialen Schwerpunkten exakt mit den Zielen des Lehrplans NRW übereinstimmt. Sie verbindet biblische Erzählung, soziales Lernen, Empathieförderung, Symbolarbeit und gemeinschaftsbildende Rituale in einer Weise, die den Anforderungen einer modernen, kompetenzorientierten Religionspädagogik in Nordrhein-Westfalen vollständig entspricht.

Quelle:
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen: Lehrplan Evangelische Religionslehre für die Primarstufe

Rheinland-Pfalz

Der Teilrahmenplan Evangelische Religion Rheinland-Pfalz legt großen Wert auf eine ganzheitliche, lebensweltorientierte religiöse Bildung, die Kinder in der Entwicklung ihrer personalen, sozialen und religiösen Kompetenzen unterstützt. Zentrale Anliegen sind das Entdecken eigener Gefühle, das Wahrnehmen von Gemeinschaft, die Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten sowie das wachsende Verständnis für Gottes Zuwendung zu allen Menschen. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ knüpft in allen diesen Bereichen eng an das Profil des Teilrahmenplans an und erfüllt die dort formulierten Kompetenzziele sehr umfassend.

Ein Schwerpunkt des rheinland-pfälzischen Curriculums liegt auf dem Beziehungslernen: Kinder sollen sich selbst und andere wahrnehmen, Unterschiede wertschätzen, Empathie entwickeln und Verantwortung für gelingende Gemeinschaft übernehmen. Diese Zielsetzung wird in der Unterrichtseinheit genau getroffen. Die Kinder reflektieren Situationen von Ausschluss und Zugehörigkeit aus ihrer eigenen Lebenswelt, tauschen sich über Erfahrungen im Klassenalltag aus und entwickeln gemeinsam Kriterien für gutes Miteinander. Die Bewegungsaufstellungen zu Vielfalt, die Reflexionsgespräche und das gemeinsam gestaltete Klassenplakat entsprechen explizit dem Anspruch, soziale Sensibilität und Selbstwahrnehmung zu fördern.

Der Teilrahmenplan betont außerdem die Bedeutung biblischer Geschichten als Deutungsangebote für die Lebenswelt der Kinder. Die Levi-Erzählung eignet sich in besonderer Weise, um zentrale Themen des Religionsunterrichts – wie Annahme, Vergebung, neue Gemeinschaft und Wertschätzung jedes Menschen – zu bearbeiten. Die Einheit erschließt die Geschichte konsequent durch erzählendes, handelndes und symbolisches Lernen: Kinder hören die Erzählung in kindgerechten Varianten, identifizieren Gefühle, gestalten Levis Veränderung im Bodenbild und übertragen die Botschaft auf ihr eigenes Erleben. Dies entspricht der im Teilrahmenplan formulierten Zielsetzung, biblische Geschichten nicht nur zu kennen, sondern zu deuten und auf das eigene Leben zu beziehen.

Ein weiterer zentraler Bezugspunkt ist das im Teilrahmenplan hervorgehobene performative und ästhetische Lernen. Kinder sollen religiöse Inhalte nicht nur kognitiv erfassen, sondern sie emotional, körperlich und kreativ ausdrücken können. Die Einheit realisiert dies durch eine Vielfalt an Methoden: körperliche Übungen wie das Aufrichten Levis, kreative Gestaltungen wie Einladungskarten und Bodenbilder, musikalische Elemente wie das gemeinsame Singen eines Jesus-Liedes, und Rituale wie das Segenswort „Du bist willkommen“. Diese Handlungsformen entsprechen genau dem Anspruch, Symbol- und Ritualkompetenz aufzubauen und Kindern zu ermöglichen, religiöse Erfahrungen im Tun zu verinnerlichen.

Darüber hinaus spiegelt die Einheit den im Teilrahmenplan betonten Blick auf Gottes Zuwendung wider. Die Erzählung von Jesu Blick auf Levi macht erfahrbar, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Verhalten, seinem Ruf oder seiner Herkunft vor Gott wertvoll und angenommen ist. Die Einheit betont diese theologische Aussage bewusst und führt Kinder behutsam zu der Einsicht, dass Annahme neue Perspektiven eröffnet – sowohl für Levi als auch für sie selbst in ihrer Klassengemeinschaft. Damit wird der im Teilrahmenplan zentrale Gedanke aufgegriffen, dass Gottes Liebe Orientierung für menschliches Handeln bietet.

Auch im Bereich der kommunikativen Kompetenz, die im rheinland-pfälzischen Plan als Querschnittskompetenz deutlich hervorgehoben wird, zeigt die Einheit eine sehr gute Passung. Die zahlreichen Gesprächsphasen – vom Stuhlkreis über Partnerarbeit bis hin zu intensiven Austauschmomenten nach der Deutung des Jesuswortes – fördern aktives Zuhören, eigene Meinungsbildung, Perspektivübernahme und sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Dies entspricht den Anforderungen, über religiöse Fragen, Gefühle und Erfahrungen angemessen sprechen zu lernen.

Schließlich ist die Einheit auch in Bezug auf fächerübergreifende Lernprozesse anschlussfähig. Der Teilrahmenplan betont, dass religiöse Bildung stark mit sozialem Lernen, emotionaler Entwicklung, künstlerischen Ausdrucksformen sowie gemeinschaftlichem Handeln verbunden ist. Die Einheit nutzt diese Vernetzungsmöglichkeiten in besonderem Maße: Kunst im Gestalten von Karten und Bodenbildern, Musik im Lied, Deutsch im Erzählen und Beschreiben, Sachunterricht in der Auseinandersetzung mit Vielfalt und sozialen Beziehungen. Dadurch erfüllt sie den Anspruch einer integrierten religiösen Bildung im Sinne des rheinland-pfälzischen Rahmens.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ hervorragend mit den Zielen und Anforderungen des Teilrahmenplans Rheinland-Pfalz übereinstimmt. Sie verbindet biblisches Lernen, soziales Lernen, Empathieentwicklung, symbolisches Handeln und Gemeinschaftsbildung in einer Weise, die dem Profil des Religionsunterrichts im Land voll entspricht. Die Kinder erfahren religiöse Inhalte als lebensbedeutsam und erleben, wie biblische Geschichten Orientierung für ihr eigenes Zusammenleben geben können – ein zentrales Anliegen des Curriculums.

Quelle:
Evangelische Kirche der Pfalz / Evangelische Kirche im Rheinland u. a.: Teilrahmenplan Evangelische Religion für die Grundschule Rheinland-Pfalz.

Saarland

Der saarländische Lehrplan für den Evangelischen Religionsunterricht in der Grundschule legt einen deutlichen Schwerpunkt auf die Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen sowie auf das Einüben eines wertschätzenden, empathischen Miteinanders. Der Lehrplan ist thematisch insbesondere durch den Lernbereich „Ich – Du – Wir“ strukturiert, der für die Schuleingangsphase zentral ist. Genau hier zeigt die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ eine ausgesprochen hohe Passung, da sie die inhaltlichen und prozessbezogenen Kompetenzen des Saarlandes nahezu mustergültig umsetzt.

Im Lernbereich „Ich – Du – Wir“ sollen Kinder lernen, sich selbst und andere als einmalig wahrzunehmen, ihre Gefühle zu artikulieren, Perspektiven zu wechseln und Beziehungen aktiv zu gestalten. Die Einheit spricht all diese Anforderungen unmittelbar an: Die Kinder setzen sich mit der Figur Levi auseinander, erkennen seine Gefühle, deuten seine Veränderung durch die Begegnung mit Jesus und übertragen diese Erkenntnisse auf ihre eigene Lebenswelt. Das Gespräch über Erfahrungen von Ausschluss oder Zugehörigkeit fördert die Selbstwahrnehmung ebenso wie die emotionale Sensibilität gegenüber anderen – genau so, wie der Lehrplan es beschreibt.

Ein zentrales Anliegen des saarländischen Lehrplans ist die Vermittlung von Empathie und verantwortlichem Handeln im Kontext christlicher Nächstenliebe. Die Levi-Erzählung bietet dafür einen idealen biblischen Zugang, da sie exemplarisch zeigt, wie Jesus Menschen sieht, annimmt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Die Einheit arbeitet diese theologische Dimension kindgerecht heraus: Die Kinder erleben, wie Zuwendung und Annahme Levi verändern, und erkennen, dass auch sie selbst durch kleine Gesten des Einladens und Wertschätzens Gemeinschaft positiv gestalten können. Dadurch wird die theologische Grundhaltung des Lehrplans – Nächstenliebe als Maßstab für Zusammenleben – konkret eingeübt.

Darüber hinaus betont der saarländische Lehrplan die Bedeutung performativer und kreativer Zugänge. Kinder sollen religiöse Inhalte nicht nur hören, sondern durch Gesten, Rituale, ästhetische Gestaltung und szenische Elemente erfahren. Die Unterrichtseinheit erfüllt diese Vorgaben in besonderem Maße: Das Bodenbild, das Aufrichten der Levifigur, das gemeinsame Fest, das Segensritual und das Basteln von Einladungskarten entsprechen exakt dem performativen Anspruch des Lehrplans. Diese Methoden ermöglichen den Kindern, religiöse und soziale Bedeutungen körperlich und emotional zu verinnerlichen.

Auch der Kompetenzbereich „Verstehen und Deuten“ wird erreicht: Kinder deuten die Levi-Geschichte im Licht ihrer eigenen Erlebnisse, nutzen Symbole wie den Tisch der Gemeinschaft und erschließen die Botschaft der biblischen Erzählung mit Blick auf ihre Klassengemeinschaft. Dies entspricht der saarländischen Vorgabe, biblische Texte als Deutungsangebot zu verstehen und ihre Bedeutung für heutige Lebenssituationen zu reflektieren.

Zudem betont der Lehrplan die Bedeutung des gemeinsamen Lebens in Vielfalt. Kinder sollen Unterschiede erkennen, wertschätzen und lernen, dass Verschiedenheit eine Ressource für das Miteinander sein kann. Die Einheit greift dies nahtlos auf: Die Bewegungsaufstellungen zu Sprachen, Hobbys oder Familienkonstellationen fördern ein Bewusstsein für Vielfalt und machen sie zu einem positiv besetzten Ausgangspunkt für weitere Lernprozesse. Die Reflexion darüber, wie Gemeinschaft trotz oder gerade durch Unterschiede lebendig wird, entspricht genau dem Anliegen des Lehrplans, Vielfalt als Teil des christlichen Menschenbildes zu verstehen.

Nicht zuletzt entspricht die Einheit auch dem saarländischen Anspruch an kommunikative Kompetenz im Religionsunterricht. Offene Gesprächsformate, Partner- und Gruppenphasen sowie das gemeinsame Aushandeln von Regeln unterstützen die Kinder darin, ihre Gedanken auszudrücken, zuzuhören, zu argumentieren und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen – alles zentrale Elemente des Lehrplans.

Insgesamt zeigt sich eine ausgezeichnete inhaltliche, methodische und kompetenzbezogene Passung. Die Unterrichtseinheit verbindet biblische Deutung, empathisches Lernen, symbolische Gestaltung und soziale Verantwortung zu einer Lernumgebung, die dem saarländischen Lehrplan in idealer Weise entspricht. Sie bietet Kindern nicht nur Wissen über religiöse Inhalte, sondern ermöglicht ihnen konkrete Erfahrungen von Gemeinschaft, Annahme und Wertschätzung – genau die Werte, die der Lehrplan in den Mittelpunkt rückt.

Quelle:
Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes: Lehrplan Evangelische Religion für die Grundschule.

Sachsen

Der sächsische Lehrplan Evangelische Religion für die Grundschule ist klar kompetenzorientiert aufgebaut und verbindet biblisches Lernen, Wertebildung und soziale Entwicklung. Er betont für die Klassenstufen 1 und 2 grundlegende Fragen des Zusammenlebens, der eigenen Identität und der Begegnung mit biblischen Geschichten, insbesondere mit Jesus. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ erfüllt diese Anforderungen inhaltlich und methodisch in hohem Maß.

Zentral im Lehrplan ist die Auseinandersetzung mit dem Menschsein in Beziehungen. Kinder sollen lernen, sich selbst und andere wahrzunehmen, Gefühle zu deuten und Erfahrungen des Miteinanders zu reflektieren. Die Einheit greift diesen Anspruch genau auf: Die Kinder entdecken Levis Gefühle von Einsamkeit und Ausgrenzung, erkennen Ähnlichkeiten zu eigenen Erfahrungen und gewinnen ein Bewusstsein dafür, wie wichtig Annahme und Wertschätzung in einer Gemeinschaft sind. Die Gespräche im Klassenverband, die Reflexionsrunden und die Bewegungselemente zur Vielfalt der Kinder entsprechen genau den personalen und sozialen Lernzielen des Lehrplans.

Ein zweiter Schwerpunkt des sächsischen Lehrplans ist die Beschäftigung mit Jesus Christus, insbesondere mit seinem Handeln gegenüber Menschen, die Ausgrenzung oder Not erfahren. Die Levi-Geschichte ist für den sächsischen Kontext besonders gut geeignet: Sie zeigt exemplarisch, wie Jesus Menschen mit Würde und Zuwendung begegnet. Die Einheit erzählt die Geschichte kindgerecht, nutzt kreative und symbolische Methoden und macht die Veränderung Levis für die Kinder sichtbar, etwa durch das Aufrichten der Figur oder das Bodenbild vom offenen Haus. Der Lehrplan fordert eine solche performative Auseinandersetzung ausdrücklich, um Kindern zu ermöglichen, Jesusgeschichten emotional und auf ihr eigenes Leben bezogen zu verstehen.

Darüber hinaus betont der sächsische Lehrplan die Fähigkeit, Bibelgeschichten zu deuten und auf den Alltag zu übertragen. Genau dies geschieht in der Einheit: Die Kinder erschließen die Botschaft der Levi-Erzählung und übertragen sie auf ihr eigenes Miteinander in der Klasse. Sie entdecken, dass Annahme, Einladung und Rücksicht konkrete Auswirkungen auf das tägliche Zusammenleben haben. Diese Art der Verknüpfung von biblischer Deutung und Lebenswelt ist ein Kernanliegen des Lehrplans, das hier vorbildlich umgesetzt wird.

Der Lehrplan fordert zudem eine Förderung der Kommunikations- und Gestaltungskompetenz. Kinder sollen über religiöse Themen sprechen, Gefühle formulieren, Argumente austauschen und religiöse Erfahrungen auf vielfältige Weise gestalten können. In der Unterrichtseinheit begegnen die Kinder diesen Anforderungen durch Stuhlkreise, Partnergespräche, gemeinsame Regelentwicklung, kreative Aufgaben wie Einladungskarten oder Bodenbilder sowie Rituale wie den Segenskreis. Damit erfüllt die Einheit sämtliche prozessbezogenen Kompetenzbereiche des Lehrplans: Wahrnehmen, Deuten, Gestalten und Kommunizieren.

Ein weiterer bedeutsamer Ansatzpunkt ist laut Lehrplan das Leben in Vielfalt, das die Anerkennung unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten, Stärken und Bedürfnisse umfasst. Die Bewegungsaufstellungen zur Vielfalt, der Austausch über unterschiedliche Hintergründe oder Eigenschaften und das gemeinsame Fest der Gemeinschaft machen diesen Aspekt erfahrbar. Die Einheit fördert die im Lehrplan geforderte Fähigkeit, Vielfalt als Bereicherung zu erkennen und respektvoll miteinander umzugehen.

Schließlich entspricht die Unterrichtseinheit auch der sächsischen Forderung nach religionspädagogischen Zugängen, die ästhetisch und handlungsorientiert sind. Rituale, Lieder, Symbolkarten, Bodenbilder, Standbilder und szenische Elemente gehören ausdrücklich zu den empfohlenen Methoden des Lehrplans. Die Einheit nutzt diese Formen intensiv und schafft damit Lernräume, die Kinder emotional, sozial und spirituell ansprechen. Die Darstellung der Tischgemeinschaft in der Levi-Erzählung als Symbol für Annahme und Gemeinschaft deckt sich eng mit den im Lehrplan betonten Symbol- und Ritualkompetenzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ den Anforderungen des Lehrplans für Sachsen in vollem Umfang entspricht. Sie verbindet biblisches Lernen, emotionale Entwicklung, Gemeinschaftserfahrung und symbolische Gestaltung und ermöglicht Kindern, die Botschaft Jesu für ihr eigenes Zusammenleben zu entdecken. Damit erfüllt sie sowohl die inhaltlichen Zielsetzungen als auch die prozessbezogenen Kompetenzanforderungen des sächsischen Lehrplans in vorbildlicher Weise.

Quelle:
Sächsisches Staatsministerium für Kultus: Lehrplan Evangelische Religion Grundschule (2019).

Sachsen-Anhalt

Der Fachlehrplan Evangelischer Religionsunterricht für die Grundschule in Sachsen-Anhalt ist stark kompetenzorientiert aufgebaut und gliedert den Unterricht in vier grundlegende Kompetenzbereiche: religiöse Wahrnehmungskompetenz, religiöse Deutungskompetenz, religiöse Gestaltungskompetenz und religiöse Urteilskompetenz. Jeder dieser Kompetenzbereiche wird in der Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ auf anschauliche Weise angesprochen und kindgerecht umgesetzt.

Die Passung beginnt im Kompetenzbereich der religiösen Wahrnehmungskompetenz, in dem Kinder lernen sollen, eigene und fremde Gefühle, Bedürfnisse und Erfahrungen wahrzunehmen und auszudrücken. Die Einheit spricht dies unmittelbar an: Die Kinder erkennen und benennen Levis Gefühle von Ausgrenzung, Einsamkeit und Angst und setzen sich anschließend mit eigenen Erlebnissen von Ausschluss, Zugehörigkeit und Freundschaft auseinander. Die Auswahl und Deutung der Levifiguren, die Bewegungsaufstellungen zur Vielfalt sowie die Gesprächsphasen fördern genau jene Sensibilität, die der Lehrplan anstrebt. Die Fähigkeit, emotionale und soziale Situationen wahrzunehmen, bildet die Grundlage für gemeinschaftliches religiöses Lernen – und wird in der gesamten Einheit konsequent aufgebaut.

Im Kompetenzbereich der religiösen Deutungskompetenz sollen Kinder biblische Geschichten erschließen, deren Botschaft verstehen und sie mit ihrer eigenen Lebenswirklichkeit in Beziehung setzen. Die Levi-Erzählung ist hierfür besonders geeignet, da sie zentrale theologische Themen wie Annahme, Zuwendung, Vergebung und Neubeginn enthält. Die Einheit führt Kinder schrittweise in diese Erzählung ein – über das Bild der Zollstation, die innere Stimme Levis, das direkte Jesuswort und die symbolische Darstellung seiner Veränderung. Die Kinder deuten Jesu Verhalten als Zeichen von Gottes vorbehaltloser Annahme und übertragen diese Botschaft auf ihre eigenen sozialen Beziehungen. Diese Form der Deutung entspricht exakt dem Anspruch des Fachlehrplans, biblische Geschichten als Orientierungshilfe für das Leben zu erschließen.

Die religiöse Gestaltungskompetenz wird im Fachlehrplan Sachsen-Anhalt besonders hervorgehoben. Kinder sollen religiöse Inhalte durch Symbole, Rituale, ästhetische Gestaltung und gemeinschaftliches Tun ausdrücken. Die Unterrichtseinheit erfüllt diese Vorgabe in besonderem Maße: Der Umgang mit Symbolen wie der Tischgemeinschaft, das Aufrichten der Levifigur, das Legen eines offenen Bodenbildes, das kreative Gestalten von Einladungskarten sowie das Feiern eines gemeinsamen Festes sind klare Ausdrucksformen, die religiöse Bedeutung handelnd erlebbar machen. Auch das gemeinsame Singen des Liedes „Komm mit mir, spricht Jesus“ stärkt symbolische und rituelle Lernwege. Alle diese Ausdrucksformen entsprechen den performativen Zugängen, die der Lehrplan ausdrücklich fordert.

Der vierte Kompetenzbereich, die religiöse Urteilskompetenz, beinhaltet die Fähigkeit, Kriterien für gelingende Gemeinschaft zu entwickeln, Verhalten zu reflektieren und Orientierungen aus biblischen Geschichten abzuleiten. Die Einheit greift diesen Anspruch konsequent auf: Die Kinder überlegen, wie Gemeinschaft gelingen kann, formulieren Regeln und Wünsche für die Klassengemeinschaft, reflektieren eigene Beiträge zum Miteinander und erkennen das Potenzial kleiner Gesten für soziale Veränderung. Besonders im Vergleich zwischen Levis Leben „vor“ und „nach“ der Begegnung mit Jesus gewinnen die Kinder ein Gespür dafür, wie bedeutsam Annahme, Respekt und Einladung für das Zusammenleben sind. Diese Reflexionsprozesse decken sich exakt mit den Intentionen des Fachlehrplans Sachsen-Anhalt.

Auch inhaltlich zeigt sich eine umfassende Passung. Der Fachlehrplan nennt als zentrale Themenbereiche unter anderem Sinnangebote und Orientierungshilfen, Arbeiten mit der Bibel, christliche Ethik, Zuwendung Gottes, Gemeinschaft und Verantwortung. Die Einheit berührt alle diese Inhalte: Die Levi-Geschichte dient als Sinnangebot, zeigt die Zuwendung Jesu, thematisiert die Bedeutung von Annahme und Gemeinschaft und ermöglicht es den Kindern, Handlungsoptionen für ihr eigenes Leben zu entwickeln. Die Frage nach Gottes Liebe und dem biblischen Menschenbild, die im Lehrplan grundlegend ist, wird in der Einheit behutsam und kindgerecht erfahrbar.

Zudem entspricht die Einheit der im Fachlehrplan betonten Verknüpfung von emotionalem, sozialem und religiösem Lernen. Kinder erleben, wie religiöse Geschichten Antworten auf grundlegende Fragen des Zusammenlebens geben, wie Symbole Bedeutung tragen und wie Gemeinschaft aktiv gestaltet werden kann. Auch die im Lehrplan geforderte Verbindung von religiösem Lernen mit ästhetischen und kreativen Zugängen wird in der Einheit umfassend realisiert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ eine sehr hohe Passung zum Fachlehrplan Evangelische Religion Sachsen-Anhalt aufweist. Sie verbindet alle vier Kompetenzbereiche miteinander, nutzt biblische Geschichten als Deutungsangebot, fördert Empathie und Gemeinsamkeit, ermöglicht kreative Ausdruckswege und eröffnet Kindern klare Handlungsperspektiven für ihr alltägliches Miteinander. Damit setzt sie die Intentionen des Lehrplans inhaltlich, methodisch und pädagogisch vorbildlich um.

Quelle:
Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt: Fachlehrplan Evangelischer Religionsunterricht Grundschule.

Schleswig-Holstein

Die Fachanforderungen Evangelische Religion für die Primarstufe in Schleswig-Holstein legen einen stark kompetenzorientierten, lebensweltbezogenen und performativen Religionsunterricht zugrunde. Die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ deckt dabei nahezu alle zentralen Kompetenzfelder und inhaltlichen Schwerpunkte ab, die das Dokument benennt, und zeigt eine außerordentlich hohe Passung.

Ein grundlegendes Ziel der Fachanforderungen besteht darin, Kinder zu befähigen, sich selbst, andere und die Welt aus religiöser Perspektive wahrzunehmen, Gefühle zu benennen und grundlegende Erfahrungen menschlichen Zusammenlebens zu reflektieren. Diesem Anspruch entspricht die Einheit unmittelbar: Die Kinder erkennen Levis Einsamkeit, spiegeln sie in eigenen Erlebnissen und reflektieren im gemeinsamen Gespräch Kriterien für ein gelingendes Miteinander. Das Wahrnehmen und Deuten von Gefühlen – als personal-soziale Grundkompetenz – ist ein zentrales Anliegen der Fachanforderungen und wird in der Einheit vorbildlich umgesetzt.

Der Kompetenzbereich „Deuten“ wird ebenfalls umfassend realisiert. Die Fachanforderungen betonen, dass Kinder biblische Geschichten erschließen und sie mit ihrem eigenen Leben verbinden sollen. Die Levi-Erzählung bietet dafür ideale Voraussetzungen, da sie Themen wie Ausgrenzung, Einladung, Wertschätzung und Vergebung enthält. Die in der Einheit gewählte Umsetzung – das Legen eines Bodenbildes, das Aufrichten der Levifigur, das Gespräch über Jesu Blick – eröffnet den Kindern einen existenziellen Zugang zur Botschaft des Textes. Sie erleben, dass Jesus Menschen sieht, annimmt und stärkt. Diese Deutungsleistung entspricht präzise den Anforderungen des Landes, biblische Geschichten als Orientierung für das eigene Leben zu erschließen.

Auch der Bereich „Gestalten“, der in den Fachanforderungen eine zentrale Rolle spielt, wird vollständig abgedeckt. Kinder sollen religiöse Vorstellungen, Symbole und Erlebnisse kreativ und performativ ausdrücken können. Die Einheit bietet reiche Gelegenheiten dazu: Einladungskarten, Bodenbilder, Symbolkarten, gestaltete Tischgemeinschaften, Bewegungsübungen und Rituale wie das Segenswort „Du bist willkommen“ greifen die im Dokument betonten ästhetischen und rituellen Zugänge konsequent auf. Dies unterstützt das, was Schleswig-Holstein als „ästhetische, leiborientierte und handlungsbezogene Kompetenzentwicklung“ hervorhebt.

Ein besonders betonter Inhalt der Fachanforderungen ist der Umgang mit Vielfalt, Differenz und interreligiöser Sensibilität. Kinder sollen erkennen, dass Menschen verschieden sind, unterschiedliche Lebensgeschichten haben und trotzdem eine Gemeinschaft bilden können. Die Einheit macht Vielfalt sichtbar – etwa durch Bewegungsaufstellungen zu Sprachen, Hobbys oder Familienkonstellationen – und wertet Unterschiede positiv aus. Sie zeigt den Kindern, dass jede Person Teil der Gemeinschaft ist und dass Annahme eine tragende Kraft des Zusammenlebens darstellt. Diese Grundhaltung entspricht dem in Schleswig-Holstein betonten Profil eines dialogisch-offenen Religionsunterrichts.

Darüber hinaus wird im Kompetenzbereich „Kommunizieren“ gefordert, dass Kinder religiöse Fragen miteinander besprechen, eigene Gedanken formulieren und anderen zuhören. Dies geschieht in der Einheit durch Gesprächskreise, Partnerarbeit, Austauschphasen nach der Jesusgeschichte und die gemeinsame Entwicklung von Klassengemeinschaftsregeln. Die Kinder lernen, religiöse und soziale Erfahrungen sprachlich auszudrücken und Verantwortung für ihren Umgang miteinander zu übernehmen – ein Kernanliegen des Landes.

Schließlich entspricht die Einheit auch dem im Dokument mehrfach genannten Anspruch an einen verantwortungsorientierten Religionsunterricht, der Kinder befähigt, ethische Entscheidungen zu reflektieren und gemeinsames Leben aktiv zu gestalten. Die Kinder übernehmen Verantwortung, indem sie überlegen, wen sie einladen, wie sie Grenzen öffnen und wie sie eine wertschätzende Klassengemeinschaft aufrecht erhalten wollen. Damit eignet sich die Einheit hervorragend dazu, die in Schleswig-Holstein geforderte Handlungskompetenz im Bereich christlicher Wertebildung zu fördern.

Zusammenfassend ist die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ in allen Bereichen – personal, sozial, biblisch, theologisch, ästhetisch und kommunikativ – vollständig kompatibel mit den Fachanforderungen Schleswig-Holsteins. Sie verbindet die theologische Grundbotschaft der christlichen Annahme mit praxisorientiertem, emotional zugänglichem und inklusivem Lernen und erfüllt damit das religionspädagogische Profil des Landes in vorbildlicher Weise.

Quelle:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein: Fachanforderungen Evangelische Religion – Primarstufe (2020).

Thüringen

Der Thüringer Lehrplan Evangelische Religionslehre für die Grundschule ist stark anthropologisch fundiert und stellt die Frage des Kindes nach sich selbst, nach anderen und nach Gott in den Mittelpunkt. Der Lehrplan legt großen Wert darauf, dass Kinder grundlegende Lebenserfahrungen – Freude, Angst, Zweifel, Einsamkeit, Hoffnung, Freundschaft – wahrnehmen, ausdrücken und im Licht biblischer Erzählungen deuten lernen. Genau hier findet die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ eine sehr enge und natürliche Passung.

Zentral ist im Thüringer Lehrplan der Lernbereich 1: Die Frage des Kindes nach dem Ich und dem Wir. In ihm sollen Kinder erfahren, dass sie einmalig und wertvoll sind, Unterschiede zwischen Menschen erkennen und respektieren, Gefühle benennen, Gemeinschaft erleben und Verantwortung für das Miteinander übernehmen. Die Einheit setzt dies in nahezu idealer Weise um: Kinder entdecken ihre Unterschiede in Bewegungsaufstellungen, reflektieren eigene Erfahrungen von Ausschluss und Zugehörigkeit, entwickeln gemeinsam Kriterien für eine wertschätzende Klassengemeinschaft und erleben in Ritualen wie dem Segenskreis oder der Tischgemeinschaft, wie sich Angenommensein konkret anfühlt. Die Reflexion über das eigene Verhalten und das Verhalten anderer entspricht exakt der Intention, die Thüringen im Lernbereich „Ich – Du – Wir“ formuliert.

Der Lehrplan fordert außerdem, dass Kinder ihre Fragen und Erfahrungen im Dialog mit biblischen Geschichten deuten. Die Levi-Erzählung eignet sich hervorragend, um Grundfragen menschlicher Gemeinschaft zu erschließen: Was bedeutet es, gesehen zu werden? Wie verändert Annahme unser Leben? Wie geht Jesus mit Menschen um, die abgelehnt werden? Die Einheit führt die Kinder behutsam und zugleich eindrucksvoll in diese Deutungsprozesse hinein – durch die bildhafte Erzählung, durch das Betrachten der Zollstation, durch die Gefühlsarbeit mit Levifiguren und insbesondere durch das performative Aufrichten der gebeugten Figur. Damit werden die im Lehrplan geforderten Fähigkeiten, biblische Geschichten als Deutungsangebot für die eigene Lebensrealität zu erschließen, vorbildlich umgesetzt.

Ein weiterer Kern des Thüringer Lehrplans ist die Förderung von Empathie, Solidarität und Nächstenliebe als Ausdruck des christlichen Menschenbildes. Jesus begegnet Levi vorbehaltlos und mit einem wertschätzenden Blick – ein theologischer Kern, den die Einheit sehr klar herausarbeitet. Kinder erfahren, wie Zuwendung die Welt eines Menschen verändern kann, und übertragen diese Erfahrung auf ihr eigenes Miteinander. Sie überlegen, was sie selbst tun können, damit niemand ausgeschlossen wird, und gestalten konkrete Handlungen der Einladung. Diese aktive Umsetzung entspricht genau dem Anspruch des Lehrplans, dass religiöse Bildung ethisch wirksam wird und Kinder zu verantwortlichem Handeln befähigt.

Auch methodisch zeigt die Einheit eine umfassende Passung zum Thüringer Lehrplan, der großen Wert auf performative und ästhetische Zugänge legt. Bodenbilder, Symbole, Gesten, Rituale, Musik und kreative Gestaltung sind ausdrücklich empfohlene Wege, um religiöse Themen zu erschließen. Die Einheit nutzt diese Methoden reichhaltig: Das Fest als Symbol für neue Gemeinschaft, der Tisch als Zeichen der Einladung, das Lied „Komm mit mir“ als emotional-verbindendes Element und die Einladungskarten als Ausdruck sozialer Verantwortung erfüllen die methodischen Vorgaben vollständig.

Der Lehrplan betont außerdem die Bedeutung von kommunikativen Lernformen: Kinder sollen über religiöse und soziale Fragen sprechen, eigene Gedanken ausdrücken und unterschiedliche Perspektiven verstehen lernen. Gesprächskreise, Partnerarbeit, gemeinsame Regelentwicklung, Reflexionsphasen und die dialogische Arbeit mit Gefühlen und Erfahrungen entsprechen genau diesem Anspruch. Indem Kinder über ihre eigenen Erlebnisse hinausdenken und den Blick Jesu auf Levi als Maßstab nehmen, wird sowohl kommunikative als auch ethische Urteilskompetenz aufgebaut.

Schließlich ist die Einheit auch in Bezug auf die im Lehrplan geforderte Verbindung von religiösem Lernen und sozialem Lernen hoch anschlussfähig. Die Themen Gemeinschaft, Vielfalt, Annahme und gegenseitige Verantwortung sind sowohl religiöse Grundthemen als auch zentrale Inhalte der Persönlichkeits- und Sozialentwicklung. Die Einheit integriert beide Perspektiven in einem harmonischen, kindgerechten Lernprozess, der das Ziel des Thüringer Religionsunterrichts – Orientierung geben, Sinn erschließen, Gemeinschaft fördern – sichtbar werden lässt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheit „Gemeinschaft in Vielfalt“ den Vorgaben des Thüringer Lehrplans in vollem Umfang entspricht. Sie vereint biblisches Lernen, emotionale Bildung, kommunikative Fähigkeiten, Gemeinschaftserfahrung und ethische Orientierung und realisiert damit alle grundlegenden Dimensionen des evangelischen Religionsunterrichts in Thüringen.

Quelle:
Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur: Lehrplan Evangelische Religionslehre für die Grundschule (2010).

Heterogenität

Die Einheit ist so angelegt, dass alle Kinder unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen aktiv teilnehmen können. Unterschiede in Sprache, Wahrnehmung, Konzentration oder Motorik werden als Bereicherung der Gemeinschaft verstanden.

  • Religiöse Vielfalt: In dieser Unterrichtseinheit spielt die inklusive Gestaltung eine zentrale Rolle, damit alle Kinder – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – aktiv teilhaben können. Religiöse Vielfalt wird wertschätzend einbezogen, indem unterschiedliche Glaubensvorstellungen und familiäre Hintergründe nicht nur toleriert, sondern als Bereicherung für die gemeinsame Lernatmosphäre verstanden werden. Kinder können eigene Erfahrungen einbringen, ohne dass sie sich erklären oder rechtfertigen müssen. Dies schafft einen Raum, in dem spirituelle Fragen offen gestellt und gemeinsam betrachtet werden können.

  • Sprachliche Vielfalt: Auch die sprachliche Vielfalt innerhalb der Klasse wird berücksichtigt. Die Erzählungen werden in einfacher Sprache, unterstützenden Bildern und klaren sprachlichen Strukturen angeboten. Kinder mit Deutsch als Zweitsprache profitieren von visualisierten Schlüsselbegriffen, gemeinsam erarbeiteten Wortfeldern sowie unterstützenden Satzanfängen. Peer‑Unterstützung durch sprachstärkere Kinder fördert zusätzlich das gemeinsame Lernen.

  • Motorische Unterstützung: Für Kinder, die motorische Unterstützung benötigen, bietet die Einheit vielfältige bewegungsorientierte Zugänge: Das Legen von Bodenbildern, das Bewegen von Figuren, das körperliche Nachvollziehen von Levis Aufrichtung und das gemeinsame Gestalten von Ritualen ermöglichen Teilhabe ohne Barrieren. Aufgaben können so angepasst werden, dass jedes Kind – sitzend, stehend oder mit Assistenz – teilnehmen kann.

  • Kognitive Differenzierung: Die kognitive Differenzierung wird durch Materialien in zwei Niveaustufen, unterschiedlich komplexe Gesprächsimpulse sowie offene, handlungsorientierte Aufgaben gewährleistet. Dies ermöglicht allen Kindern – unabhängig vom Lernstand – einen Zugang zur biblischen Erzählung und zu den zentralen Themen Gemeinschaft und Annahme.

  • Emotionale und soziale Inklusion: Die emotionale und soziale Inklusion wird bewusst gestärkt: Kinder dürfen über eigene Erfahrungen von Ausgrenzung oder Zugehörigkeit sprechen, werden als wertvolle Mitglieder der Gemeinschaft gesehen und erleben, dass ihre Erlebnisse ernst genommen werden. Strukturierende Gesprächsregeln, gegenseitiges Zuhören und wertschätzende Rückmeldungen fördern ein Klima der Sicherheit und des Vertrauens.

  • Barrierearme Gestaltung: Barrierearme Gestaltung zeigt sich schließlich in klaren visuellen Strukturen, gut lesbaren Materialien, transparenten Abläufen und der Möglichkeit, Aufgaben auf verschiedenen Wegen zu bearbeiten – mündlich, schriftlich, gestaltend oder handelnd. So entsteht ein Unterricht, der wirklich allen Kindern Zugang zu den Themen Gemeinschaft, Vielfalt und Annahme ermöglicht.

Interdisziplinäres Arbeiten

  • Deutsch: Der Deutschunterricht bietet eine wertvolle Möglichkeit, die in dieser Einheit angesprochenen Themen sprachlich zu vertiefen. Die Kinder lernen, Gefühle differenziert auszudrücken – sowohl mündlich als auch schriftlich. Durch das Schreiben kleiner Texte, Reflexionen oder Dialoge mit der Figur Levi erweitern sie ihren Wortschatz im Bereich Emotionen und stärken ihre Fähigkeit, Gedanken klar zu formulieren. Zudem fördert das Vorlesen und Nacherzählen der biblischen Erzählung die sprachliche Sicherheit und das Verständnis narrativer Strukturen.

  • Kunst/Werken: Der Kunstunterricht ergänzt die Einheit durch kreative Ausdrucksformen. Die Gestaltung der Einladungskarten, das Entwerfen von Levifiguren oder die Darstellung der Tischgemeinschaft ermöglichen es den Kindern, Inhalte ästhetisch umzusetzen. Farben, Formen und Symbole werden bewusst eingesetzt, um Emotionen, Gemeinschaft und Hoffnung sichtbar zu machen. So erfahren die Kinder, dass Kunst nicht nur Dekoration ist, sondern ein wichtiges Medium zur Kommunikation eigener Gedanken und Gefühle.

  • Musik: Die musikalische Begleitung, insbesondere durch das Lied „Komm mit mir, spricht Jesus“, vertieft die emotionale Dimension der Einheit. Durch das gemeinsame Singen erleben die Kinder Rhythmus, Klang und Gemeinschaft auf eine unmittelbare, körperliche Weise. Musik schafft eine besondere Atmosphäre, die das Thema Annahme und Einladung unterstützt und den Übergang zwischen den Unterrichtsphasen strukturiert. Zugleich stärkt das gemeinsame Singen den Zusammenhalt der Gruppe.

  • Sachunterricht: Im Sachunterricht lässt sich das Thema „Vielfalt“ auf unterrichtlicher Ebene weiter ausbauen. Die Kinder erforschen, wie Menschen unterschiedlich leben, welche Traditionen es gibt und wie Vielfalt das gesellschaftliche Zusammenleben bereichert. Sie lernen, Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Ressource zu verstehen. Zudem können Themen wie Berufe zur Zeit Jesu oder heutige Formen von Gemeinschaft im sozialen Umfeld der Kinder fachlich vertieft werden.